Froß: Große Stadt Fulda -nicht Großstadt- Was soll das?

Diskussion hochgradig unprofessionell

„Es geht mir bei diesem Thema ähnlich, wie meinem Amtskollegen Timo Zentgraf aus Künzell: Eigentlich ist alles dazu gesagt; neue und nachvollziehbare Argumente gibt es nicht! Aufgrund der aktuellen Entwicklung scheint eine Stellungnahme aus Petersberg allerdings angebracht: Es kann doch nicht sein, dass eine so wichtige Debatte alle Jahre wieder einseitig über die Presse angestoßen wird. Was soll das? Auch der Hinweis aus Fulda, man wolle demnächst mit den Fraktionsvorsitzenden der betroffenen Gemeinden gemeinsam das Thema Fusion beleuchten, ist aus meiner Sicht nicht der richtige Ansatz. Hier würden definitiv alle Stadt- und Gemeindeoberhäupter (Oberbürgermeister und Bürgermeister) an einen Tisch gehören.

Inhaltlich werden teilweise auf Seiten der Verfechter einer Fusion offensichtlich unrichtige Behauptungen aufgestellt, um einer Entscheidung für eine großen Stadt Fulda Vorteile zu verschaffen. Was soll das? Wie kann und soll beispielsweise einer künstlich fusionierte großen Stadt Fulda der Ankauf von nicht verfügbaren Gewerbeflächen besser gelingen, als einer Gemeinde Künzell oder Petersberg? Flächen sind nun einmal nicht vermehrbar und es bleibt der berechtigte Anspruch vieler Haupterwerbslandwirte, ausreichend Flächen zur Bewirtschaftung vorhalten zu können. In Petersberg habe ich die interkommunale Zusammenarbeit stets fest im Blick und arbeite an verbesserten Strukturen und Ergebnissen.

Mein Fazit: Handwerklich und inhaltlich ist diese Diskussion in dieser Form aus meiner Sicht hochgradig unprofessionell. Eine Gemeindefusion kann und soll niemals ohne Not und ohne mehrheitlichen Willen der Bevölkerung angegangen werden. Beides sehe ich für Petersberg nicht. Als von meinen Bürgerinnen und Bürgern gewählter Bürgermeister habe ich mich dem Dienst unserer Gemeinde verpflichtet. Dafür stehe und kämpfe ich!“ +++

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DER KOPF HAT EINEN PLAN, DAS HERZ EINE GESCHICHTE
NOCH NIE BEGANN EINE
GUTE STORY DAMIT, DASS JEMAND SALAT ISST.
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2 Kommentare

  1. “nicht ohne mehrheitlichen Willen der Bevölkerung”: Das hat hier noch nie jemanden interessiert, was die Bevölkerung über Fusionen denkt. Bei der Gebietsreform 1972 wurde auch von oben herunter beschlossen, was gemacht wird. Die Bevölkerung wurde damals nicht gefragt. Einzelne (Ex-)Bürgermeister haben aus Wut und Verzweiflung sogar bergeweise Akten verbrannt. Demokratie in wichtigen Angelegenheiten ist hier reine Fiktion. So wird es wieder laufen. Notfalls – also wenn der Widerstand zu groß wird – macht man ein Landesgesetz, und schwupp, war es das mit der Unabhängigkeit, der Planungshoheit, den schönen Dienstwagen und Spesenkonten. Da die interkommunale Zusammenarbeit ja nicht funktioniert, wäre das wohl auch besser so. Wenn man von Neuhof bis Hünfeld integriert planen könnte, machte es auch nichts mehr, wenn im Raum Künzell die Gewerbeflächen ausgehen, Platz ist insgesamt noch genug. Wenn diese ganzen massiv überbezahlten und intellektuell unterbeschäftigten Bürgermeister nicht bald ein interkommunales Planungs- und Realisierungssystem auf die Beine stellen, das ein entsprechendes Flächenmanagement und eine intelligente Ansiedlungspolitik in die Tat umsetzt, werden sie bald zur regionalen Geschichte zählen. Aber selbst in Fulda macht man noch schön heija-heija. Da ist weit und breit nichts zu sehen von massiver Innovationsförderung, Technologie-Startups, Inkubatoren oder ähnlichem. Auch da gibt es keine vernünftige Ansiedlungsstrategie etc. Die ratlosen Fragen aus Künzell – wer soll denn da kommen, wer soll denn da arbeiten, wo sollen die denn alle wohnen – zeigen die vollständige Konzeptlosigkeit in den einzelnen Gemeinden doch schonungslos auf. Bis auf die Förderung der Traditionsvereine bekommen diese Bürgermeister doch rein gar nichts auf die Kette. Die sind schon froh, wenn sie mal ein Baugebiet einigermaßen unfallfrei realisieren. In den meisten Gemeinden gibt es nicht mal ein Heimatmuseum oder so was: Konzept tote Hose. Es ist, wie immer in dieser Gegend: Es gibt nichts Gutes (außer man tut es).

    • @Schnuffi Ultra:
      Sehr gut argumentiert! Dabei fällt mir auch auf: was tun eigentlich die Bürgermeister von Künzell und Petersberg gegen das Dorfsterben, den Wegzug von Ärzten, Läden, Bäckern, der Sparkasse, den Wegfall von Busverbindungen und und und? Was bitte schön haben diese feinen Herren dagegen bisher getan? NIX! Um kleine Dörfer am Leben zu erhalten müsste man das Dorfleben reaktivieren und vieles mehr. Aber die Fantasielosigkeit, das zeigt ihr Beitrag sehr gut ist wohl in den Gemeindevertretungen optimal vertreten. Wozu also brauchen wir diese unfähigen Leute dann eigentlich? Ob das mit dem Dorfsterben dann allerdings in einer Großstadt Fulda besser würde weiß ich auch nicht.

Demokratie braucht Teilhabe!