Frauenrechtlerin: Neues Prostitutionsgesetz ist enttäuschend

Berlin. Die Ordensschwester und Frauenrechtlerin Lea Ackermann hat das neue Prostitutionsgesetz als enttäuschend bezeichnet. „Kondompflicht, wie schön – aber wer soll das überprüfen“, fragte Ackermann im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“. Kritik übte die Frauenrechtlerin auch daran, dass das Mindestalter für Prostituierte nicht auf 21 Jahre heraufgesetzt wurde: Junge Frauen könnten nicht abschätzen, was Prostitution bedeute.

Lea Ackermann
Lea Ackermann

„Frauen in der Prostitution sind fertig, krank, traumatisiert“, sagte die Gründerin des Projekts Solwodi (Solidarity with women in distress/Solidarität mit Frauen in Not). In Deutschland sei die Prostitution zu stark liberalisiert worden: „Das Gesetz von 2002 stellt Prostitution als Beruf wie jeden anderen hin. Man spricht von Arbeit, man spricht von Dienstleistung. Prostitution wurde salonfähig. Vorher konnten die Bordellbetreiber nicht so einfach ein schönes Bordell herrichten.“

Die Frauen dagegen hätten nicht mehr Rechte bekommen. Die umstrittenen Zwangsuntersuchungen hält Ackermann für richtig: Für viele Frauen sei dies die einzige Möglichkeit, untersucht zu werden. „Wenn sie in einem Gewaltverhältnis waren, könnten sie dem Arzt einen Hinweis geben. Pflichtberatungen sehe ich als Hilfe für die Frauen, nicht als Diskriminierung.“ +++ fuldainfo

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