FDP sieht Bahnsabotage als "Weckruf" für Sicherheitsbehörden

Bahnhof Frankfurt

Die Sabotage-Angriffe auf die Bahn sind nach Ansicht von FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai ein weiterer "Weckruf" für den stärkeren Schutz der Infrastruktur in Deutschland. Sensible und gefährdete Anlagen müssten besser vor Angriffen geschützt werden, sagte Djir-Sarai der "Rheinischen Post". Dazu zähle auch, "dass die kritischen Infrastrukturen stärker von unseren Sicherheitsbehörden in den Blick genommen werden", so der FDP-Politiker. Sie seien "die Lebensadern von Gesellschaft und Wirtschaft in unserem Land". Noch sei nicht klar, wer hinter der Sabotage stecke, "aber wir wissen, dass politischer Extremismus und auch internationale Konflikte zunehmend eine Bedrohung für unsere Infrastruktur darstellen". Neben einem besseren Schutz der Anlagen komme es jetzt darauf an, "rasch die Täter der Sabotagehandlungen zu ermitteln und strafrechtlich zur Verantwortung zu ziehen", so Djir-Sarai.

GdP will verstärkte Überwachung des Bahn-Streckennetzes

Nach den Sabotageattacken auf die Bahn fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) eine verstärkte Überwachung des Streckennetzes. "Wir brauchen mehr Kameraüberwachung, auch die Kontrolle des Schienennetzes durch Drohnen", sagte der GdP-Vorsitzende für die Bundespolizei und den Zoll, Andreas Roßkopf, der "Rheinischen Post". Es fehlten darüber hinaus intelligente Sicherungssysteme, etwa Backups, die bei solchen Ereignissen einspringen könnten. "Das fordern wir seit Jahren ein, aber die Gelder dafür werden nicht zur Verfügung gestellt." 2019 sei beschlossen worden, in den zehn kommenden Jahren 86 Milliarden Euro in die Bahn zu investieren. "Nirgends findet man dabei die Sicherheit, die aufgestockt werden muss." Die Täter zu ermitteln, werde "schwierig und langwierig", sagte Roßkopf weiter. "Wenn eine organisierte Struktur hinter den Sabotageakten steckt, dann müssen wir von Terrorismus sprechen."


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