FDP-Fraktion äußert Vorbehalte gegen geplante Nutzung des Goodyear-Areals in Fulda

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Die FDP-Fraktion in der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung hat sich zur geplanten Veräußerung des früheren Goodyear-Areals in Fulda geäußert und dabei sowohl Zustimmung zu einer Entwicklung des Geländes als auch Vorbehalte gegen die offenbar vorgesehene Nutzung formuliert. Die Liberalen begrüßen, dass Bewegung in das Verfahren gekommen ist und Interesse an dem Areal besteht. Nach ihren Angaben hat sich ein Unternehmen mit der Eigentümerin über den Verkauf des Geländes geeinigt.

Zugleich äußerte der FDP-Fraktionsvorsitzende Michael Grosch Zweifel daran, ob die vorgesehene Nutzung dem Wert und der Lage des Grundstücks gerecht wird. Trotz unvollständiger Kenntnis der Hintergründe des Unternehmens erscheine das in der Innenstadt gelegene und für Industrie- und Gewerbezwecke vorgesehene Gelände erheblich unter seinem Nutzwert eingeplant, erklärte Grosch.

Nach Angaben der FDP soll das Areal als Umschlagplatz für Leasingfahrzeuge genutzt werden. In diesem Fall würden Fahrzeuge angeliefert, verarbeitet und bewertet, umgeparkt und anschließend wieder abtransportiert. Angesichts der hohen Investitionen, die für ein solches Vorhaben erforderlich seien, müsse der Fahrzeugumschlag in erheblichem Umfang erfolgen, um wirtschaftlich zu sein. Dies könne nach Einschätzung der FDP zu einer großen Verkehrsbelastung führen, da zahlreiche Fahrzeuge in die Stadt hinein- und wieder herausgefahren werden müssten. Der entstehende Verkehr sei aus Sicht der Fraktion nicht unbeachtlich und könne für Anlieger belastend sein.

Die FDP-Fraktion betonte, eine Veräußerung des Geländes sei nur dann im Sinne der Entwicklung der Stadt Fulda sinnvoll, wenn daraus eine lokale Wertschöpfung entstehe. Dazu zählten insbesondere die Schaffung vieler qualifizierter Arbeitsplätze sowie die Erzielung von Steuereinnahmen, erklärte Grosch.

Zugleich äußerten die Liberalen Zweifel daran, ob ein solches Unternehmen langfristig Interesse an den Flächen habe oder ob es sich lediglich um eine Zwischennutzung handeln könne. Der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, Helge Mühr, erklärte, es dränge sich der Eindruck auf, dass überwiegend Abstellflächen für Fahrzeuge benötigt würden. Dies hätte zur Folge, dass bestehende Infrastruktur und Gebäude zwar weiter genutzt würden, eine weitergehende Entwicklung oder Verbesserung jedoch nicht absehbar sei. Für die Stadt Fulda und ihre Infrastruktur sei dies auf absehbare Zeit keine positive Entwicklung und auch für den Wirtschaftsstandort Fulda problematisch.

Vor diesem Hintergrund regte die FDP-Fraktion an, über eine zeitweise Übernahme des Geländes durch die Stadt Fulda nachzudenken. Ziel müsse es sein, eine für die Stadt sinnvolle Entwicklung des Areals zu sichern und gegebenenfalls selbst zu entwickeln. Dies solle jedoch nur unter Einbindung spezialisierter Projektentwickler erfolgen. Maßgeblich seien dabei die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Erzielung von Umsätzen, um einen Vorteil für die Stadt sowie ihre Bürgerinnen und Bürger zu erreichen. Eine dauerhafte Übernahme des Geländes durch die Stadt Fulda dürfe dabei nicht angestrebt werden.

Aus Sicht der FDP wäre eine künftige Nutzung des Areals als Industrie- und Gewerbestandort sinnvoll, der auch Anteile von Handel und Wohnen vorsehen könne. Im Vordergrund müsse jedoch eine wirtschaftlich tragfähige Entwicklung stehen, die Arbeitsplätze schaffe und die Stadt Fulda weiterentwickle. +++


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