Berlin. Der ehemalige Chef der Wirtschaftsweisen, Bert Rürup, glaubt nicht, dass das Versprechen der SPD, die gesetzliche Rente auf dem heutigen Niveau zu stabilisieren, länger als bis 2030 halten wird. Er rechnet im Gegenteil damit, dass es im Rahmen der von SPD-Chef Martin Schulz angekündigten Verhandlungen über einen neuen Generationenvertrag schon bald nach der Bundestagswahl zur Entscheidung kommen wird, das Rentenniveau nach 2030 weiter absinken zu lassen: Damit werde das Rentenversprechen der SPD aber nur den heutigen Rentnern und den rentennahen Jahrgängen eine garantierte Verbesserung bringen, sagte Rürup dem „Handelsblatt“. „Für Ruheständler nach 2030 ist eine Absenkung dagegen sicher, obwohl sie bis dahin höhere Beiträge gezahlt haben.“
Demgegenüber hätte das im November vorgelegte Rentenkonzept von Arbeitsministerin Andrea Nahles auch den heutigen jüngeren Beitragszahlern geholfen. „Es war verdienstvoll, dass Andrea Nahles im November 2016 erstmals amtliche Zahlen zur Entwicklung der Rente bis 2045 sowie Berechnungen zu den beachtlichen Kosten eines nicht unter 46 Prozent sinkenden Mindestsicherungsniveaus vorgelegt hat. Damals hat sie engagiert für solch ein Langfristkonzept geworben“, sagte Rürup. Im Übrigen hält er die Bedeutung des statistischen Rentenniveaus in der aktuellen Debatte für überbewertet. „Ein stabiles Rentenniveau hat einen hohen Symbolwert, sagt aber wenig über die Höhe der individuellen Rente aus.
Ein sinkendes Rentenniveau bedeutet nicht, dass die Renten sinken. Selbst nach dem geltenden Recht würden sie jährlich um mehr als zwei Prozent steigen.“ Zudem sei klar, dass auch ein Rentenniveau von 48 Prozent zur Lebensstandardsicherung eine ergänzende private oder betriebliche Vorsorge erforderlich mache. Kritik übte Rürup an der Ankündigung der CDU, das Rententhema auf eine Rentenkommission nach der Bundestagswahl zu vertagen: „Nahles hat so etwas bereits 2016 versucht. Das zentrale Problem der Zukunft der Rentenversicherung wurde dennoch vertagt. Ich kann mich nicht des Eindrucks erwehren, dass dieser Hinweis der Union auf eine Kommission als Alibi dient, keine eigenen Vorschläge vor der Wahl präsentieren zu müssen.“ +++

Rürup ist als „Rentenexperte“ in Berlin nicht mehr gefragt, seit bekannt ist, daß eben dieser Bernd Rürup seinerzeit die Privatrente nach Riester mit empfohlen hat, nur um bald nach deren Einführung zum größten Profiteur der damaligen Riesterrente, dem Finanzdienstleister AWD zu wechseln. Ebenso wie besagter Walter Riester. Und die AWD? War damals unter Leitung von Carsten Maschmeier, einem Duzfreund von so manchem hohen SPD Politiker.
Also Vorsicht bei Äußerungen der sogenannten Rentenexperten. Ob die dann nicht irgendwann mal selber von ihren eigenen Ratschlägen profitieren.
DAS nennt man übrigens seitdem „Maschmeyern“!
Das letzte Mal, dass es ein zukunftsweisendes Konzept aus einer CDU-Regierung gab, war die historische Rentenform Adenauers aus dem Jahr 1957. Seit dem ist die Union immer mehr der Unternehmerlobby verfallen und trägt allenfalls „Reformen“ mit, die die Wirtschaft nichts kosten und die Beschäftigten einseitig belasten. Vor allem die Interessen der Finanzwirtschaft werden von den CDU-Leuten hervorragend bedient. Für diesen Wirtschaftszweig lohnt es sich, immer wieder lukrative Posten für die CDU-Abgeordneten zur Verfügung zu stellen, während die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung (Gott sei Dank!) solche Posten nicht zur Verfügung haben.