Erneuter Bewerberrekord beim Hessischen Gründerpreis

Frankfurt und Rhein-Main führen vor Süd- und Mittelhessen

Gegenläufig zu den noch immer schwachen Gründungszahlen ist die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber um den Hessischen Gründerpreis auf einen neuen Rekord gestiegen: 151 junge Unternehmen haben sich für die vier Kategorien (Innovative Geschäftsidee, Zukunftsfähige Nachfolge, Gesellschaftliche Wirkung und Gründungen aus der Hochschule) beworben, das sind rund 15 Prozent mehr als im Jahr 2018. Nun hat eine Jury die Bewerbungen gesichtet und für jede Kategorie jeweils die zwölf besten Unternehmen herausgefiltert.

Beim Hessischen Gründerpreis zählen hier nicht nur reine Zahlen, sondern die Unternehmensgeschichte. Obwohl die Halbfinalisten – so wie alle Bewerber sowie Existenzgründerinnen und -gründer – durch ihren Mut zur Selbstständigkeit schon etwas Besonderes geleistet haben, gibt es doch immer noch mal die ganz besonderen Geschichten. So wie die von Abdul Hakim Khalily, Abdul Walid Shakib, Ahmad Rateb Amin, die als Flüchtlinge aus Syrien gekommen sind und mit ihrer 2018 gegründeten Reinigungsfirma insgesamt zwölf Arbeitsplätze bieten.
Im Halbfinale ist eine bunte Mischung toller Geschäftsideen, von der mobilen Augenoptikerin über Designerschmuck aus Beton oder Bademode aus Recyclingmaterial bis hin zum Forscherteam für biotechnologische Arzneistoffe.

Großes Spektrum der Bewerberinnen und Bewerber

54 Jahre beträgt der Altersunterschied zwischen der ältesten Bewerberin um den Hessischen Gründerpreis 2019 #hgp19 und dem jüngsten Teilnehmer. Der 18-jährige Tarek Baraghith studiert an der Hochschule Fresenius und hat mit zwei Kommilitonen einen Online-Parfümvertrieb gegründet. Uschi Leucht könnte schon seit Jahren im Ruhestand sein, aber das reicht der 1946 geborenen Frau aus Oberursel nicht. Nach ihrer Karriere als Werberin will sie die Gesellschaft aktiv gestalten und hat eine Update-Bank entwickelt als öffentlicher Hotspot zum Gesehen werden. Nur zwei Beispiele für das große Spektrum erfolgreicher Existenzgründungen. Knapp ein Drittel der Bewerber haben IT-lastige Geschäftsmodelle, mit jeweils rund 20 sind die Bereiche Gesundheit, Gastronomie und Lebensmittel, Mode und Heimeinrichtung sowie verschiedene Dienstleistungen ebenfalls stark vertreten. Aber auch 14 produzierende Unternehmen gehören zum Bewerberfeld, drei Handwerker und Handwerkerinnen sowie zusammen zehn Unternehmen aus den Sektoren Reise und Kosmetik.

Frauen stellen ein Drittel der Bewerbungen

„Mir ist bei der Sichtung der Bewerbungen aufgefallen, dass sich 77 Existenzgründerinnen und -gründer aus einem bestehenden Beschäftigungsverhältnis heraus selbstständig gemacht haben. Ich finde diesen hohen Anteil sehr spannend, solche Chancengründer entscheiden sich bewusst für diesen Schritt“, sagt Projektleiterin Elisabeth Neumann. „Bemerkenswert ist, dass rund ein Drittel der Bewerbungen von Frauen eingereicht wurden. Und auch der Anteil von Menschen, die vermutlich persönlich oder familiär eine Migrationsgeschichte haben, ist erheblich.“

Kleinstadt Gersfeld weit vor Frankfurt, Nordhessen stark im Halbfinale

Fünf Bewerbungen sind eingegangen aus der Kleinstadt Gersfeld, mit 5500 Einwohnern in der hessischen Rhön. Erstaunliche 0,1 Prozent der Bevölkerung – aus Frankfurt hätten, bei gleicher Gründungsintensität, 747 Bewerbungen eintreffen müssen, tatsächlich waren es 31. Damit liegt die Großstadt aber natürlich im hessischen Vergleich absolut gesehen dennoch vorne. Insgesamt führt das Rhein-Main-Gebiet mit 81 Bewerbungen deutlich das Feld der hessischen Regionen an, gefolgt von Südhessen (inkl. Darmstadt, 26 Bewerbungen) und Mittelhessen mit 17 Bewerbungen. Wetzlar in Mittelhessen ist dieses Jahr der Regionalpartner des Hessischen Gründerpreises, im dortigen Leitz-Park wird der Preis am 1. November bei Leica verliehen. Zwar war Nordhessen mit 9 Bewerbungen zunächst nicht sehr stark, ist aber nun mit 4 Halbfinalisten sehr gut vertreten. Darunter sind zwei Industriebetriebe aus Kassel, die eine erfolgreiche Nachfolge organisiert haben. +++ pm

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