Erdogan trifft Putin in Sankt Petersburg

Türkei

Sankt Petersburg. Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan reist am Dienstag zu Gesprächen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nach Sankt Petersburg. Der Besuch soll die monatelange Krise zwischen beiden Ländern beenden. Sie war durch den Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs im Grenzgebiet zu Syrien durch das türkische Militär ausgelöst worden. Moskau verhängte daraufhin Sanktionen, die vor allem den Tourismusbereich trafen. Im Juni entschuldigte Erdogan sich schließlich für den Abschuss. +++ fuldainfo

Kein Zukunftsmodell Zum Treffen der Präsidenten Erdogan und Putin
Zar trifft Sultan, Alpha-Mann trifft Mega-Macho, G 8-Ausgestoßener trifft Paria des Westens: Passende Etiketten gibt es mehr als genug, um die Begegnung des russischen Staatschefs Wladimir Putin mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan in entsprechende Schubladen einordnen zu können. Tatsächlich sind die Parallelen nicht zu übersehen. Beide Präsidenten regieren fragile Groß- und Vielvölkerreiche mit einer ruhmvollen Geschichte, aber überbordenden innen- und außenpolitischen Problemen in der Gegenwart. Beide setzen in dieser Situation auf autoritäres bis diktatorisches Regieren statt auf Freiheit und Demokratie. Nicht zuletzt sind beide vom Westen enttäuscht, vor allem von den Europäern und dort besonders von den Deutschen. Dennoch: Man macht es sich zu einfach, Putin und Erdogan in einen Topf zu werfen, umzurühren und zur verdoppelten Herausforderung des Westens aufzukochen. Man bedenke nur, dass die Türkei Mitglied der Nato ist und damit eben jenem Militärbündnis angehört, das für Putin ein rotes Tuch ist. Nicht zuletzt stehen Erdogan und Putin in Syrien auf verschiedenen Seiten der Front. Nimmt man all dies zusammen, so ist es keineswegs ausgemacht, dass die beiden starken Männer des Ostens ein dauerhaftes Bündnis gegen den Westen schmieden. Putin und Erdogan wissen nur zu gut, dass ihre Länder in einem Club der Diktaturen keine so große Zukunft haben. Türken und Russen würden am liebsten als herausgehobene Partner des Westens groß und mächtig sein, ohne allerdings dessen demokratische Werte zu akzeptieren. Das wiederum darf für Europäer und Amerikaner keine Option sein, so die Lausitzer Rundschau.

 


Popup-Fenster

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*