Ein Leben für die leisen Momente

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Verabschiedung in den Ruhestand (v.l.): Michael Sammet (Geschäftsführer Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda) verabschiedet die katholische Krankenhausseelsorgerin Hannelore Dauzenroth. Foto: Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda

Es sind nicht die großen Gesten, die bleiben. Es sind die leisen Gespräche am Krankenbett, das geduldige Zuhören, das Dasein in Momenten, in denen Worte oft schwerfallen. Mehr als 13 Jahre lang hat Hannelore Dauzenroth genau das im Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda getan – und damit Spuren hinterlassen, die sich nicht messen lassen.

Nun verabschiedet sich die katholische Krankenhausseelsorgerin in den Ruhestand. Hinter ihr liegen vier Jahrzehnte im Dienst der Menschen – in der Seelsorge, in Gemeinden, im direkten Kontakt mit jenen, die Halt suchen. Eine Zeit, die geprägt war von Nähe, Empathie und der Bereitschaft, sich ganz auf andere einzulassen.

Im Krankenhaus war sie Teil der ökumenischen Seelsorge. Ihr Alltag: Begegnungen mit Patientinnen und Patienten in Ausnahmesituationen, Gespräche mit Angehörigen, Unterstützung für Mitarbeitende. Wer ihr begegnete, spürte schnell, dass sie mehr mitbrachte als nur Worte. Es war dieses „Fünkchen mehr“ an Zeit, das sie sich nahm. Dieses offene Ohr, das nicht urteilt. Und die Fähigkeit, auch in schwierigen Momenten Ruhe zu vermitteln.

Doch ihre Arbeit ging über das Krankenbett hinaus. Hannelore Dauzenroth engagierte sich in der Begleitung des Besuchsdienstes, brachte ihre Perspektive ins klinische Ethikteam ein und wirkte in der Wertegruppe des Hauses mit. Ihr Handeln folgte dabei stets einem klaren inneren Kompass: Menschlichkeit vor allem.

Vielleicht passt deshalb das Zitat, unter dem sie verabschiedet wurde, so gut zu ihr: „Wir können keine großen Dinge tun, nur kleine Dinge, aber diese mit großer Liebe.“ Worte von Mutter Teresa – und zugleich eine Beschreibung dessen, was ihren Dienst ausgemacht hat.

Am 16. März 2026 wurde Hannelore Dauzenroth im Rahmen eines Gottesdienstes offiziell verabschiedet. Im Anschluss kamen Familie, Weggefährten und Mitarbeitende zusammen, um gemeinsam zurückzublicken – und Danke zu sagen.

Auch die Krankenhausleitung fand klare Worte der Anerkennung. Geschäftsführer Michael Sammet würdigte ihr langjähriges Engagement und betonte die Bedeutung seelsorgerischer Begleitung für den Genesungsprozess. Denn Heilung, das zeigt sich hier einmal mehr, ist mehr als Medizin.

Für Hannelore Dauzenroth beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt. Einer ohne feste Dienstzeiten, ohne Stationsrunden – aber vielleicht mit mehr Raum für all das, was im Alltag oft zu kurz kommt.

Was bleibt, ist die Erinnerung an eine Frau, die sich nie in den Vordergrund gestellt hat. Und gerade deshalb so viel bewirkt hat. +++ red.


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