Fulda zeigt Herz – und das ganz konkret: Mitten auf dem Domplatz wurde jetzt ein behindertengerecht ausgestattetes Fahrzeug übergeben, das dringend gebraucht wird. Empfänger: der Caritasverband aus Iwano-Frankiwsk in der westlichen Ukraine. Für die Menschen dort ist es weit mehr als nur ein Auto – es ist ein Stück Hoffnung.
Eine Delegation aus der Ukraine war extra angereist, um das Fahrzeug persönlich entgegenzunehmen. Und die Dankbarkeit war spürbar. „Alle Fahrzeuge sind rund um die Uhr für die Menschen im Einsatz und funktionsfähig“, betonten Caritasdirektor Pfarrer Volodymyr Chorniy und Pfarrer Roman Darmogray. Bereits zum sechsten Mal erhält der Verband Unterstützung aus Fulda. Sechs Fahrzeuge, die Leben erleichtern – und manchmal sogar retten.
Denn die Lage in der Ukraine bleibt dramatisch. Seit mehr als vier Jahren dauert der russische Angriffskrieg an. Gerade erst haben die Menschen einen der härtesten Winter seit Jahren überstanden – mit eisigen Temperaturen weit unter null. Doch die Kälte ist nicht das einzige Problem. „Es ist ein Krieg der Drohnen“, sagt Chorniy und beschreibt damit die allgegenwärtige Bedrohung aus der Luft. Unzählige Tote, Verletzte, traumatisierte Menschen – der Alltag ist geprägt von Angst und Verlust.
Und trotzdem: Die Hilfe aus Fulda kommt an. Und sie wirkt. „Die Autos sind sichtbare Zeichen der Verbundenheit und Solidarität“, machen die beiden Geistlichen klar. Zeichen, die Mut machen in einer Zeit, in der vieles dunkel erscheint.
Auch auf Fuldaer Seite ist man sich der Bedeutung bewusst. Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch spricht von einem „erneuten sichtbaren Zeichen des engen Zusammenstehens“. Dass der Krieg so lange dauern würde, habe sich niemand vorstellen können. Umso wichtiger sei die Unterstützung für die Menschen vor Ort, die Tag für Tag Unglaubliches leisten.
Organisiert wurde die Übergabe von der Marketing- und Kommunikationsabteilung der Caritas Fulda – mit Ann-Katrin Jehn und Kristina Trupp im Hintergrund. Eine logistische Leistung, die am Ende genau das ermöglicht, worauf es ankommt: Hilfe, die direkt dort ankommt, wo sie gebraucht wird.
Auch Prälat Christof Steinert, Aufsichtsratsvorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes Fulda, findet klare Worte. Für ihn zeigt sich Zusammenhalt nicht nur in großen Gesten, sondern in konkreten Taten – wie dieser Fahrzeugübergabe. Aber auch im Gebet. Er erinnert an die jüngste Priesterweihe des gebürtigen Ukrainers Ivan Kolodii in der Fuldaer Stadtpfarrkirche sowie an den Besuch des ukrainisch griechisch-katholischen Bischofs Demetrius Bohdan Hryhorak in Fulda.
Der Besuch der ukrainischen Delegation hatte aber noch mehr zu bieten: In Fulda-Maberzell informierten sich Chorniy und Darmogray beim Jugendhilfeverbund St. Elisabeth über die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie über nachhaltige Projekte der Caritas. Außerdem standen neue Kontakte auf dem Programm – beim Jahresempfang der Hessen-Caritas.
Am Ende bleibt ein starkes Bild: Ein Fahrzeug auf dem Domplatz, bereit für die Reise in ein Kriegsgebiet. Und die Gewissheit, dass Hilfe aus Fulda nicht nur gut gemeint ist – sondern Leben bewegt.

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