In den um 18 Uhr angepfiffenen Samstagspartien der ersten Runde des DFB-Pokals haben sich zunächst die Favoriten durchgesetzt. RB Leipzig feierte bei Eintracht Trier einen deutlichen 6:0-Kantersieg, Holstein Kiel gewann beim TSV 1860 München mit 2:0. Für die Überraschung des Abends sorgte dagegen der Drittligist SG Sonnenhof Großaspach, der sich nach einem 2:2 nach regulärer Spielzeit und Verlängerung im Elfmeterschießen mit 3:0 gegen den Zweitligisten Arminia Bielefeld durchsetzte.
RB Leipzig erwischte in Trier einen perfekten Start. Bereits in der 3. Minute brachte Brajan Gruda die Gäste in Führung, nachdem er eine Vorlage von Ezechiel Banzuzi aus kurzer Distanz verwertete. Nur drei Minuten später erhöhte Willi Orban auf 2:0. Vorausgegangen war ein Pfostenschuss von Antonio Nusa, den Orban anschließend über die Linie drückte. Kurz vor der Pause fiel bereits die Vorentscheidung. In der zweiten Minute der Nachspielzeit der ersten Hälfte lenkte Gianluca Pelzer einen harmlosen Schuss des Leipziger Verteidigers Ridle Baku unglücklich und unhaltbar ins eigene Tor.
Nach dem Seitenwechsel nahm Leipzig zunächst etwas Tempo aus der Partie. Erst in der Schlussphase wurde der Druck wieder größer. In der 76. Minute erhöhte Conrad Harder nach Vorarbeit von Rocco Reitz auf 4:0. In der Nachspielzeit legten die Gäste noch zweimal nach. Antonio Nusa traf in der 92. Minute, bevor Ezechiel Banzuzi in der 95. Minute den 6:0-Endstand herstellte. Eintracht Trier war damit gegen den Bundesligisten chancenlos, während Leipzig ohne größere Probleme den Einzug in die nächste Runde sicherte.
Auch Holstein Kiel setzte sich auswärts durch. Beim TSV 1860 München gingen die Gäste in der 34. Minute durch Phil Harres mit 1:0 in Führung. Nach einer Flanke von Adrián Kaprálik setzte sich Harres im Kopfballduell durch und brachte den Ball im Tor unter. Trotz zahlreicher Chancen auf beiden Seiten blieb es bis zur Halbzeit bei der knappen Führung der Kieler.
Nach dem Seitenwechsel versuchte 1860 München, den Ausgleich zu erzwingen. Die Gastgeber kamen unter anderem mit Distanzschüssen zu Möglichkeiten, konnten die gut organisierte Kieler Defensive jedoch nicht überwinden. Holstein Kiel konzentrierte sich zunächst darauf, die Führung zu verwalten, und blieb zugleich bei Kontern gefährlich. In der Nachspielzeit fiel schließlich die Entscheidung. Nach einem schnellen Angriff über Moritz Reimers nutzte Guillermo Balzi die Gelegenheit und schob den Ball souverän zum 2:0 ins Netz. Damit war die Partie entschieden und Kiel zog verdient in die nächste Runde ein.
Für die größte Überraschung sorgte allerdings die SG Sonnenhof Großaspach. Der Drittligist setzte sich gegen den Zweitligisten Arminia Bielefeld im Elfmeterschießen mit 3:0 durch. Nach 90 Minuten und Verlängerung hatte es 2:2 gestanden.
Großaspach erwischte den besseren Start und ging in der 12. Minute durch Elias Rahn in Führung. Nach einer Freistoßflanke war zunächst ein Versuch von Marius Kunde geblockt worden, anschließend bekam auch Fabian Eisele den Ball nicht aufs Tor. Die Kugel landete schließlich vor den Füßen von Rahn, der acht Meter zentral vor dem Tor frei zum Abschluss kam und halbhoch in die linke Ecke traf. Bielefelds Torhüter Jonas Kersken war noch am Ball, konnte den Einschlag aber nicht verhindern.
Die Antwort der Arminia ließ bis zur 40. Minute auf sich warten. Nach einem Eckball von Arne Sicker setzte sich Maximilian Bauer am Fünfmeterraum im Kopfballduell durch und verlängerte den Ball zum zweiten Pfosten. Dort stand Stefano Russo frei und drückte die Kugel aus kurzer Distanz mit dem Kopf über die Linie.
Nur zwei Minuten später drehte Bielefeld die Partie sogar komplett. Die Großaspacher Abwehr bekam den Ball zunächst nicht geklärt. Anschließend rannten sich Fabian Eisele und Arbnor Nuraj gegenseitig über den Haufen. Joel Grodowski nutzte die entstandene Situation und traf aus zehn Metern mit einem trockenen Flachschuss zur 2:1-Führung der Gäste.
Nach der Pause kam Großaspach zurück. In der 55. Minute verwandelte Fabian Eisele einen Elfmeter zum 2:2. In der Schlussphase musste Bielefeld zudem einen weiteren Rückschlag hinnehmen, als Joel Felix mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde. Großaspach drängte anschließend in Überzahl auf die Entscheidung. Die Arminia verteidigte jedoch geschickt und brachte die Partie trotz Unterzahl in die Verlängerung.
Auch in den zusätzlichen 30 Minuten fiel kein weiterer Treffer. Damit musste das Elfmeterschießen über das Weiterkommen entscheiden. Dort erwies sich Großaspach als deutlich nervenstärker. Alle drei Großaspacher Schützen verwandelten ihre Strafstöße, während Bielefeld keinen einzigen Elfmeter im Tor unterbringen konnte. Großaspachs Torhüter Maximilian Reule parierte die Versuche von Maximilian Bauer und Tim Handwerker. Anschließend setzte Roberts Uldrikis seinen Elfmeter über das Tor.
Damit war die Überraschung perfekt: Der Drittligist SG Sonnenhof Großaspach setzte sich gegen den Zweitligisten Arminia Bielefeld durch und steht in der nächsten Runde des DFB-Pokals. Während RB Leipzig und Holstein Kiel ihre Aufgaben ohne größere Probleme lösten, musste sich Bielefeld nach einem turbulenten Pokalabend aus dem Wettbewerb verabschieden. +++

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