Deutsche Thomas-Cook-Tochter meldet Insolvenz an

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Nach dem britischen Reisekonzern Thomas Cook hat auch dessen deutsche Konzerntochter einen Insolvenzantrag gestellt. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in Oberursel mit. Ein entsprechender Insolvenzantrag sei bei Gericht eingereicht worden. Man glaube weiterhin, dass die deutsche Veranstaltersparte der ehemaligen Thomas-Cook-Group mit den Marken Neckermann Reisen, Öger Tours und Bucher Reisen die Chance auf eine Zukunft habe, hieß es.

Trotzdem sei man nun gezwungen gewesen, einen Insolvenzantrag zu stellen „mit der Folge, sich von den komplexen finanziellen Verflechtungen und Haftungsverhältnissen mit der insolventen britischen Thomas-Cook-Group lösen zu können“. Ein Insolvenzantrag sei die Voraussetzung „für ein sanierendes gerichtliches Verfahren“, so das Unternehmen weiter. Das Gericht werde voraussichtlich noch am Mittwoch einen Restrukturierer einsetzen, der die Neuausrichtung des Geschäfts im Rahmen eines Insolvenzverfahrens federführend begleiten werde. Derzeit finde ein „intensiver Austausch“ mit dem Auswärtigen Amt, dem Reiseinsolvenzversicherer und weiteren Partnern statt, „mit dem Ziel, eine geordnete Rückführung der Gäste zu ermöglichen“, so der Konzern.

Der britische Konzernmutter hatte in der Nacht zum Montag Insolvent angemeldet. Alle Flüge wurden als Folge gestrichen – eine zivile Rückholaktion war gestartet worden. Die Auswirkung der Insolvenz für die deutschen Veranstaltertöchter waren dagegen bis zuletzt unklar. Bisher war lediglich davon die Rede gewesen, dass man gezwungen sei, auf „Notgeschäftsführung“ umzustellen und dass man „letzte Optionen“ auslote.

Christine Behle, Bundesvorstandsmitglied von ver.di sagte: „Das ist ein harter Schlag für die Beschäftigten und ihre Familien. Sie haben Thomas Cook großgemacht. Es muss nun alles dafür getan werden, um die Weiterführung des Geschäftsbetriebs zu ermöglichen und die Arbeitsplätze zu erhalten. Behle betonte: Es geht hier nicht nur um die rund 2.000 Beschäftigten von Thomas Cook in Deutschland, sondern auch um die Beschäftigten von mehreren Tausend Reisebüros im ganzen Land, die auch für Thomas Cook Reisen verkaufen. Sie alle sind in den Strudel der Insolvenz der britischen Muttergesellschaft geraten. Das ist besonders bitter, denn Thomas Cook hat hierzulande gut gewirtschaftet.“ +++


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