Denkmalschutz als gelebtes Versprechen

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Hessens Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels (SPD) hat am Haus „Zum Roten Ochsen“ in der Fuldaer Innenstadt die Plakette des Hessischen Denkmalschutzpreises angebracht und damit das Engagement der Eigentümer für den Erhalt des historischen Gebäudes gewürdigt. Gremmels hatte anlässlich der Verleihung des Hessischen Denkmalschutzpreises im vergangenen Jahr spontan zugesagt, die Auszeichnung persönlich beim Preisträger anzuschrauben. Nun setzte er dieses Versprechen gemeinsam mit dem Geschäftsführer von LOTTO Hessen, Martin J. Blach, um.

Die Eigentümer Alexandra und Michael Mans waren mit dem dritten Platz des Hessischen Denkmalschutzpreises in der Kategorie „Privates Bauen“ ausgezeichnet worden. Mit seinem Besuch würdigte der Minister das aus seiner Sicht außergewöhnliche Engagement der Familie für den Denkmalschutz.

Dank an fachkundige Berater und heimische Firmen

„Der heutige Tag mit der Anbringung der Plakette des Hessischen Denkmalschutzpreises stellt für uns eine große Besonderheit dar. Außerordentlich freut es meine Frau und Mich, dass Sie, Herr Staatsminister Gremmels heute den Weg nach Fulda auf sich genommen haben. Ein weiterer Dank gilt Ihnen, Herr Blach. Die damalige Laudatio auf der Preisverleihung haben wir als sehr wertschätzend empfunden. Ein herzlicher Dank nochmal. Ohne die professionelle Unterstützung von den heimischen Unternehmen und der Manpower der vielen fleißigen Handwerker aus der Region wäre das Ganze nicht möglich gewesen. Ein großer Dank gilt all Ihnen sowie den Verantwortlichen des Denkmalschutzes unserer Landeshauptstadt für die großartige Beratung und die Unterstützung“, stellte Michael Mans im Beisein des heimischen Wahlkreisabgeordneten Thomas Hering MdL (CDU), der Landtagsabgeordneten Tanja Hartdegen MdL (SPD) (Wahlkreis Hersfeld) und des Fuldaer Oberbürgermeisters Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) heute bei dem Termin heraus.

Der Staatsminister erklärte, die Sanierung sei das Ergebnis des besonderen Einsatzes der Eigentümerfamilie Mans sowie der engen Zusammenarbeit mit den Denkmalbehörden, der Stadt Fulda und Fachleuten aus Architektur, Planung, Restaurierung und Handwerk. Das Projekt habe Vorbildfunktion und zeige, wie denkmalgeschützte Gebäude erfolgreich bewahrt und zugleich zeitgemäß genutzt werden könnten. Denkmalschutz leiste damit einen Beitrag zu Identität, nachhaltiger Bauentwicklung und lebendigen Innenstädten. Das Gebäude sei ein herausragendes Zeugnis der Fuldaer Stadtgeschichte und mache deutlich, dass sich der Einsatz der Preisträger und aller Beteiligten gelohnt habe.

Martin J. Blach, Sprecher der Geschäftsführung von LOTTO Hessen, betonte, die Familie Mans habe gezeigt, dass mit Mut, Leidenschaft und viel Liebe zum Detail ein Ort entstehen könne, der Geschichte und Moderne auf besondere Weise verbinde. Diesen vorbildlichen Einsatz für das kulturelle Erbe unterstütze LOTTO Hessen über den Hessischen Denkmalschutzpreis und die Erträge der Rubbellose seit inzwischen 40 Jahren. Die angebrachte Plakette solle das Engagement der Eigentümer sichtbar machen und andere inspirieren – heute und in Zukunft.

Stadtbild gibt Rückschluss auf Geschichte

„Wir in Fulda sind mit einem wunderbaren Stadtbild gesegnet, das die Historie erzählt. Wir können uns glücklich schätzen, dass es Bürgerinnen und Bürger, Menschen gibt, die mit Blick auf die Historie der Gebäude und großer Leidenschaft daran arbeiten, dass diese Gebäude ihrem Betrachter ihre Geschichte vermitteln können, was sie erlebbar macht. Und hier möchte ich mich im Namen der Stadt zuallererst ganz herzlich bei der Familie Mans bedanken“, so Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld. Die Entscheidung, am Standort mitunter auf der einstigen wichtigen Handelsstrecke, der Via Regia, mit Leidenschaft und viel Herzblut zu investieren, wurde, wie Wingenfeld ausführte, noch in der Corona-Zeit getroffen, die nach dem OB von Hoffnung, Mut und Zuversicht geprägt war. Die Anwesenheit des Kulturministers sei eine besondere Form der Wertschätzung gegenüber den Eigentümern und würdige das vorbildliche Engagement als Bürger der Stadt und der Region in einer Weise, die allen Bürgern zugutekomme.

Der Hessische Denkmalschutzpreis wurde 1986 vom Landesamt für Denkmalpflege in Hessen und der LOTTO Hessen GmbH ins Leben gerufen, die auch das Preisgeld stiftet. Er wird jährlich an Privatpersonen, bürgerschaftliche Initiativen oder Körperschaften verliehen und würdigt vorbildliches Engagement in der Denkmalpflege.

Das Haus „Zum Roten Ochsen“ wurde 1906 an einer stadtbildprägenden Blickachse in der Fuldaer Innenstadt als Wohn- und Geschäftshaus errichtet. Im Zuge der Instandsetzung, die von 2023 bis 2024 stattfand, legten die Eigentümer besonderen Wert auf die Wiederherstellung des historischen Erscheinungsbildes. Die Erdgeschosszone mit den hohen Fenstern war zuvor in zwei Etagen unterteilt und die Fensteröffnungen teilweise zugemauert worden. Diese späteren Veränderungen wurden zurückgebaut und die Steinputzflächen im Erdgeschoss wieder freigelegt. Heute befindet sich dort eine Gastronomie, die die Nutzung des Vorgängerbaus mit dem heutigen Gebäude verbindet.

Die Anbringung der Plakette am heutigen Donnerstag wurde von vielen Interessierten - aus dem Fuldaer Stadtparlament, der heimischen Kommunal- und Landespolitik, Verantwortlichen des Denkmalschutzes und Kulturamtes der Stadt, Architekten und Handwerksbetrieben, Kunst, Kultur und Medien sowie Freunde und Nachbarn der Gebäudeeigentümer - begleitet. +++ jessica auth


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