Den Schätzen der Rhöner Streuobstwiesen auf der Spur

Welche Apfelsorte wächst eigentlich im eigenen Garten? Und welche Birne steht seit Jahrzehnten auf einer Streuobstwiese, ohne dass noch jemand ihren Namen kennt? Antworten auf diese Fragen gibt es am Samstag, 17. Oktober 2026, auf Burg Fürsteneck. Dort findet von 13 bis 17 Uhr erneut ein Sortenbestimmungstag für Rhöner Streuobstäpfel und -birnen statt.

Im Mittelpunkt steht dabei die große, oft verborgene Vielfalt der Streuobstwiesen in der Rhön. Viele alte Obstsorten sind über Generationen erhalten geblieben, doch mitunter ist das Wissen um ihre genaue Bezeichnung verloren gegangen. Was auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Apfel- oder Birnbaum aussieht, kann eine seltene und regional bedeutsame Sorte sein. Der Sortenbestimmungstag soll dazu beitragen, diesen Reichtum sichtbar zu machen und damit auch seinen Erhalt zu unterstützen.

Als fachkundiger Ansprechpartner steht der erfahrene Pomologe Jan Bade zur Verfügung. Er nimmt die mitgebrachten Früchte unter die Lupe und hilft dabei, die jeweilige Sorte zu bestimmen. Veranstaltet wird der Nachmittag von der Hessischen Verwaltungsstelle UNESCO-Biosphärenreservat Rhön in Kooperation mit der Akademie Burg Fürsteneck.

Gerade bei alten Streuobstbeständen ist die Sortenbestimmung mehr als eine botanische Spielerei. Die Streuobstwiesen der Rhön sind geprägt von einer Vielzahl unterschiedlicher Apfel- und Birnensorten. Manche sind weit verbreitet, andere kaum noch bekannt. Wird eine Sorte nicht mehr erkannt, geht mit ihr nicht nur ein Name verloren. Auch Wissen über ihre Eigenschaften und ihre Bedeutung für den regionalen Obstbau kann mit der Zeit verschwinden.

Der Sortenbestimmungstag setzt deshalb an einer einfachen Stelle an: bei den Früchten, die tatsächlich noch auf den Bäumen wachsen. Wer wissen möchte, welche Sorte im eigenen Garten oder auf der eigenen Streuobstwiese steht, kann die Gelegenheit nutzen und fachkundigen Rat einholen. Ziel ist es, die vorhandene Vielfalt besser kennenzulernen und damit eine Grundlage für ihren langfristigen Erhalt zu schaffen.

Wer Früchte zur Bestimmung mitbringt, sollte fünf gesunde und wurmfreie Exemplare je Sorte dabei haben. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Sortenbestimmung findet unabhängig vom Wetter im Werkstattbereich unterhalb des Webraums der Akademie Burg Fürsteneck statt. Veranstaltungsort ist Am Schlossgarten 3 in 36132 Eiterfeld.

Besucher sollten allerdings etwas Zeit mitbringen. Das Interesse an dem Angebot ist erfahrungsgemäß groß, sodass es zu Wartezeiten kommen kann. Die Möglichkeit, die eigenen Früchte von einem erfahrenen Pomologen bestimmen zu lassen, dürfte gerade für Besitzer älterer Obstbäume interessant sein, bei denen die Sortenbezeichnung über die Jahre verloren gegangen ist.

Auch rund um die Veranstaltung gibt es etwas zu entdecken. Während des Aufenthalts lädt die historische Streuobstwiese der Burg mit ihrem neuen Lehrpfad zu einem Spaziergang ein. Damit wird die Sortenbestimmung zugleich zu einer Gelegenheit, sich näher mit dem Lebensraum Streuobstwiese und seiner besonderen Bedeutung für die Rhön zu beschäftigen.

Für die Anreise stehen Besucherparkplätze unterhalb der Burganlage zur Verfügung. Der Burghof selbst ist für den Pkw-Verkehr gesperrt. Eine Beschilderung weist den Weg vom Parkplatz zum Veranstaltungsort.

Der Nachmittag auf Burg Fürsteneck macht damit sichtbar, was auf den Streuobstwiesen der Rhön vielerorts direkt vor der Haustür wächst. Zwischen alten Bäumen und längst nicht mehr geläufigen Sortennamen wird deutlich, dass regionale Vielfalt nicht nur in Schutzgebieten oder Sammlungen zu finden ist, sondern auch in Gärten und auf Wiesen erhalten bleibt. Wer eine unbekannte Apfel- oder Birnensorte besitzt, kann am 17. Oktober herausfinden, was tatsächlich hinter ihr steckt – und vielleicht dabei einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass ihr Name nicht in Vergessenheit gerät. +++


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