Passau. Nach Dauerregen und Überschwemmungen ist am Mittwoch in mehreren Landkreisen Niederbayerns teilweise Chaos ausgebrochen. So traten Flüsse und Bäche überraschend schnell über die Ufer, teilweise wurden ganze Straßen aufgerissen und weggeschwemmt. Auch viele Häuser waren komplett eingeschlossen, Helikopter waren im Einsatz. Mindestens 9.000 Haushalte in der Region waren ohne Stromversorgung, teilte der Versorger Bayernwerk mit. Konkret betroffen seien die Ortschaften Triftern, Tann, Hunddorf, Hundsberg, Taubenbach, Tannenbach, Postmünster, Julbach, Zeilarn, Kirchdorf a. Inn, Marktl, Ering, Osterham, Martinskirchen, Bad Birnbach und Auerbach.
Viele tausend Haushalte in den betroffenen Kommunen würden auch über Nacht ohne Stromversorgung bleiben müssen. Es sei kein detaillierter Überblick über die Hochwassersituation rund um die Netzinfrastruktur zu erlangen, so das Unternehmen. Im Landkreis Regen wurden am Mittag Kinder einer schwäbischen 7. Realschulklasse bei einer Bootsfahrt vom Unwetter überrascht. Ein Teil der Schüler musste von einer kleinen Insel gerettet werden, zwei Mädchen wurden leicht verletzt. Es brach Panik aus, so die Polizei. In Simbach im Landkreis Rottal-Inn teilte die dortige Polizei mit, dass sie aufgrund von Hochwasserschäden nicht mehr zu erreichen und auch nicht mehr besetzt sei. Im gesamten Landkreis war schon zuvor der Katastrophenfall ausgerufen worden. Auch der Passauer Landrat Franz Meyer rief angesichts anhaltender Regenfälle den Katastrophenfall als Vorstufe zu einem möglichen Katastrophenalarm aus. Der Katastrophenschutz-Stab des Landkreises nahm seine Arbeit auf. Für viele bayerische Landkreise warnte der Deutsche Wetterdienst für den Abend vor weiteren Unwettern. Zusammen mit Gewittern gebe es Starkregen mit Niederschlagsmengen um 25 l/m² in kurzer Zeit sowie Windböen mit Geschwindigkeiten bis 60 km/h und Hagel.
Starkregen und Gewitter auch in NRW
Aber nicht nur in Bayern und in Teilen Sachsens stehen viele Straßen unter Wasser, auch im Westen Deutschlands gab es am Mittwoch teils „extrem heftigen Starkregen“, so der Deutsche Wetterdienst. Es sei örtlich mit Blitzschäden sowie Überflutungen von Kellern und Straßen zu rechnen, so der Wetterdienst. Vor allem das westliche Münsterland, der Niederrhein, das Bergische Land und das westliche Ruhrgebiet seien betroffen. Für den Niederrhein wurde eine Warnung vor „extremem Unwetter“ ausgegeben. Dort ziehen Gewitter mit heftigen Regenfällen über Regionen hinweg, in denen bereits zuvor große Regenmengen gefallen sind. Auch in anderen Teilen kommt es noch zu Gewittern, diese sind aber deutlich schwächer. Auch im Südosten von NRW entspannt sich die Situation, dort lassen die Regenfälle nach. Im weiteren Verlauf des Abends ziehen die stärksten Gewitter weiter Richtung Südwesten und werden dann vor allem noch die Region um die Eifel betreffen, bevor sind nach Belgien und in die Niederlande abziehen. +++ fuldainfo

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