Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat angesichts der anhaltend hohen Umfragewerte der AfD vor einer übermäßigen Fokussierung auf die Partei gewarnt. Im Gespräch mit dem „Handelsblatt“ sagte der Minister, eine Debatte, die vor allem von Angst geprägt sei, könne der AfD zusätzliche Aufmerksamkeit verschaffen und sich dadurch möglicherweise auch in Stimmen niederschlagen.
Auf die Frage, ob er einen weiteren Aufstieg der AfD befürchte, antwortete Schneider mit einem klaren Nein. Stattdessen setze er auf sachliche politische Arbeit sowie darauf, dass demokratische Kandidatinnen und Kandidaten die Menschen vor Ort überzeugen könnten. Zudem warnte der SPD-Politiker davor, Umfragewerte mit späteren Wahlergebnissen gleichzusetzen. Umfragen seien lediglich Momentaufnahmen und keine Prognose für das Endergebnis. Er zeigte sich überzeugt, dass am Ende erneut eine demokratische Mehrheit möglich sei.
Der aus Thüringen stammende Minister betonte zugleich die Bedeutung einer stärkeren Präsenz demokratischer Politikerinnen und Politiker in Ostdeutschland. Im Bundeskabinett gebe es vergleichsweise wenige Ostdeutsche. Er selbst sei deshalb häufig in den ostdeutschen Bundesländern unterwegs, weil persönliche Präsenz aus seiner Sicht eine wichtige Rolle spiele. Zugleich halte er sich dort auch gerne auf. +++

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