Caritas Fulda tauschte sich mit politischen Akteuren aus

Über wichtige Sozialthemen gesprochen und Impulse gegeben

In Hinblick auf die Bundestagswahl jetzt im Herbst hatte die Caritas im Bistum Fulda eine Reihe von sozialpolitischen Gesprächen mit verschiedenen politischen Akteuren aus der Region und aus verschiedenen Parteien geführt. Der Caritasverband für die Diözese Fulda nahm damit seine spitzenverbandliche Funktion wahr und griff als Initiator dieser Gesprächsreihe auch ein Anliegen des Deutschen Caritasverbandes auf, auch auf regionaler Ebene das Gespräch mit politischen Entscheidern zu suchen, um die Caritas-relevanten Thematiken zu benennen, dazu fachliche Impulse zu geben und konstruktive Beteiligung an Entwicklungsprozessen für sozialpolitische Entscheidungen anzubieten. Bei den Gesprächspartnern handelte es sich sowohl um Bundestagsabgeordnete und -kandidaten wie auch um hessische Landtagsabgeordnete.

Mit dabei waren der Bundestagsabgeordnete Michael Brand (CDU), MdL Markus Hofmann von den Grünen, MdL Jürgen Lenders, der sich für seine Partei FDP aktuell um ein Bundestagsmandat bemühte, Jan Schalauske, stellv. Fraktionschef von Die Linke im Hessischen Landtag, sowie MdL Thomas Hering (wie M. Brand von der CDU). MdB Brand war sogar zu zwei Gesprächsrunden ins Caritas-Haus gekommen, da im ersten Durchgang auch nach seiner Ansicht aus Zeitgründen zwei Themenblöcke zu kurz gekommen waren. Die Vereinbarung eines zweiten Gesprächs zeigte, so Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch in seiner abschließenden Bewertung, mit welcher Ernsthaftigkeit sich die Caritas-Vertreter und die politischen Mandatsträger auf Augenhöhe begegnet waren, um die wechselseitigen Positionen in konstruktiven Diskussionen näher kennenzulernen.

In allen Gesprächsrunden, so Juch, waren ein durchweg großes Engagement der Teilnehmer und damit verbunden ein wertvoller Informationsgewinn für alle zu verzeichnen. Beteiligte seitens der Caritas waren neben dem Caritasdirektor, der auch moderierte, Vorstandsmitglied Ansgar Erb, die Ressortleiterin Altenhilfe, Kristin Klinzing, die Regional-Caritas-Geschäftsführerin Susanne Saradj sowie der Ressortleiter Soziale Dienste, Franz Meyer, der die Gesprächsreihe auch vorbereitet hatte. Thematisiert wurden zum Beispiel die Altenpflege, ihre Bezahlbarkeit, der Fachkräftemangel und die nötigen Weichenstellungen für die Zukunft. Auch die Beratungsangebote für spezielle Zielgruppen wie überschuldete Personen oder Menschen mit Migrationshintergrund und die absolute Notwendigkeit dieser Beratung – gerade in der Corona-Zeit – sowie Modelle, diese Dienste sicher zu finanzieren, wurden besprochen. Eine praktikable Zuwanderungsregulierung neben dem unumstrittenen Asylrecht für verfolgte und von Tod oder Gefängnis bedrohte Menschen in akuter Not war ebenfalls ein Thema, über das angeregt debattiert wurde. Wichtige Gesprächspunkte waren auch die für viele Menschen drängende Frage nach bezahlbarem Wohnraum und die unerlässliche intensivere Förderung des sozialen Wohnungsbaus sowie die durch die Pandemie nochmals deutlicher hervorgetretene verstärkte Kinderarmut in Deutschland und die damit verbundenen Folgen für die Entwicklungs- und Bildungschancen gerade benachteiligter Kinder und Jugendlichen, ihre Familien und den zukünftigen Arbeitsmarkt. Konzepte zur Beseitigung der Kinderarmut z.B. durch eine einkommensabhängige Kindergrundsicherung wurden erörtert.

Auch ethische Fragen bzgl. der allgemeinen Motivation zur Hilfe, Solidarität und Toleranz in der Gesellschaft klangen – völlig ungeachtet teilweise unterschiedlicher weltanschaulicher Grundsätze zwischen der Caritas und den Politikern – immer wieder an. „Wir nehmen aus den Gesprächen wertvolle Anregungen für unsere praktische Arbeit mit“, betonte abschließend Caritasdirektor Juch. „Wir konnten umgekehrt aber auch wichtige Hinweise auf soziale Schieflagen und Fehlentwicklungen an die Politiker weitergeben. Jeder unserer Gesprächspartner hat uns ein positives Feedback gegeben und seine Bereitschaft erkennen lassen, den Dialog an anderer Stelle fortzusetzen. Darüber freuen wir uns sehr und werden bei passender Gelegenheit gerne darauf zurückkommen.“ +++ pm

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