Bürgermeister Zentgraf: Künzell weiter auf einem guten Weg halten

In 2016 wurde einiges auf den Weg gebracht

Timo Zentgraf (parteilos)

Künzell. “Die Gemeinde Künzell steht sehr gut dar”, so Timo Zentgraf, Bürgermeister der Gemeinde Künzell, in einem Interview gegenüber fuldainfo. Die Gemeinde habe in der Vergangenheit einige vernünftige Entscheidungen getroffen. Daneben sei Künzell, was die Finanzen anbetrifft, “relativ gut ausgestattet“, so der Rathauschef.

“Wir haben aber die letzten zwei bis drei Jahre nicht so, wie etwa andere Kommunen, von dem eigentlichen Wirtschaftsaufschwung und den damit verbundenen Steigerungen der Gewerbesteuer, profitiert, weil die Gemeinde nicht so gewerbesteuerlastig ist. Wir können jetzt keine großen Sprünge machen, wie andere Kommunen, mit hohen Gewerbesteuereinnahmen. Wir sehen uns nun, durch den KFA, veranlasst, die Steuer leicht anzuheben”, erläuterte Timo Zentgraf. Dennoch habe man aber mit die günstigsten Steuersätze im Landkreis.

Wie Künzells Bürgermeister weiter mitteilte, soll die Grundsteuer B auf 295 Punkte und die Grundsteuer A auf 275 Punkte erhöht werden. Die Möglichkeit in Künzell mehr Gewerbe anzusiedeln, gestaltet sich schwierig, wenn man nicht Grundstückseigentümer ist und Grundstücke erst von Landwirten abkaufen muss. Da man in Künzell keine leerstehenden Brachen habe, die man entwickeln kann, könne man dies nur durch neue Flächen erreichen. Dass landwirtschaftliche Betriebe sterben, konnte uns Zentgraf für den Bereich Künzell nicht bestätigen. Hier gebe es viele Familienbetriebe, die in der jüngsten Generation, in der Landwirtschaft, tätig sein wollen. “Wir können hier nur durch Grundstückstausch vorankommen”, ist sich Timo Zentgraf gewiss.

Auf unsere Frage zum Sommerlad Grundstück, sagte Zentgraf, dass das Grundstück Sommerlad gehöre. Demnach könne Sommerlad alleine entscheiden, was hier zukünftig entsteht. Dies könnte ein Logistikcenter oder Internethandel sein. Für Sommerlad stehen alle sonstigen Möglichkeiten, außer stationären Handel offen. Zentgraf zufolge werde sich Sommerlad nicht komplett aus der Region Fulda verabschieden. „Deshalb glaube ich auch kaum, dass dieses Grundstück für die Gemeinde verfügbar sein wird.

Zum Thema Künzell-Mitte sagte uns Zentgraf, dass hier die gleichen Bedingungen, wie für die Randbereiche gelten. Man müsse zuerst Eigentümer der Grundstücke werden. Im Moment sei man dabei, den Masterplan über die Flächen zulegen, um zu schauen, welcher Bereich für was sinnvoll genutzt werden könnte. Da im Außenbereich für die Gemeinde schlecht zu bekommen sind, müsse man im inneren Bereich eine „etwas engere Bebauung“ hinbekommen. „Noch sind aber an den Grundstücksverhandlungen“, erklärte Zentgraf.

„Darüber hinaus sind wir im Bereich, was den Ausbau der Kindertagesstätten anbetrifft, sehr aktiv.“ Im Besonderen trifft dies auf den Ortsteil Pilgerzell zu, da dieser einen relativ zentralen Standort habe und hier noch ausreichend Entwicklungsmöglichkeiten bestehen. „Ansonsten versuchen wir die Kindergärten immer auf dem aktuellsten Stand zu halten“, so Zentgraf. „Weiter möchten wir das Angebot für Familien erweitern, in dem wir den Grezzbachpark, der im oberen Bereich für die ältere Generation bereits ausgebaut wurde, jetzt noch zu einem ‚Familien- und Freizeitpark‘ erweitern“, bekundete Zentgraf. Dies soll im unteren Bereich geschehen. Im Frühjahr 2017 werden hierzu die ersten Erschließungsmaßnahmen erfolgen. Hier möchten wir u. a. auch einen Wasserspielplatz errichten. Das Ziel ist, dass man auch mit einem Kinderwagen über einen barrierefreien Zugang in den Park gelangen kann.

„Im zurückliegenden Jahr wurde einiges auf den Weg gebracht“, so der Bürgermeister. Man konnte die Vergaberichtlinien, für die Wohnbaugrundstücke besser fixieren und somit den einheimischen Antragstellern mehr Möglichkeiten geben, im eigenen Dorf, Grundstücke zu erwerben. „Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall“, so Zentgraf. Weiter konnten das Baugebiet Harbach veräußert werden. Auch im Hochwasserschutz wurden einige Maßnahmen auf den Weg gebracht. Ebenso der Bedarfsentwicklungsplan für die Feuerwehr. Des Weiteren wurde die Satzung der Gemeinde erstmals seit 1985 überarbeitet. Im Moment sind die Vereinsförderrichtlinen in der Bearbeitung.

„Im kommenden Jahr werden wir uns auf die Fortführung der angestoßenen Dinge konzentrieren. Hauptpunkte wird aber ganz klar, die Verbindungsspange und die damit verbundene Entlassung des inneren Bereiches Künzell-Bachrain und die Erschließung von Wohnbau- und Gewerbefläche sein“, so der Bürgermeister. Zur Verbindungsspange sagte Zentgraf: „Sobald man Eigentümer der Grundfläche ist, wird es mit der Umsetzung losgehen.“ Mit den Eigentümern seien gute Gespräche geführt worden. Sobald man sich endgültig einig ist, könne es losgehen. Die Bagger stehen bereit. Eine Prognose zum Zeitpunkt, wollte der Bürgermeister aber nicht abgeben. Für die Zukunft wünscht sich der parteilose Rathauschef, dass man die Gemeinde Künzell mit einer zukunftsweisenden und für die Bürger nachvollziehbaren Politik – in Zusammenarbeit aller Fraktionen – weiter auf einem guten Weg halten könne. +++

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1 Kommentar

  1. König Ohneland hat gesprochen. Wenn man ihm ein Grundstück gäbe, könne er die Welt bewegen. Ansonsten bliebe alles so, wie es sei. Nur dass die Steuer steige. Ei ei.

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