Fulda. Als ein „schönes Geschenk in der Vorweihnachtszeit“ bezeichnet die SPD-Bundestagsabgeordnete Birgit Kömpel die Zusage der Telekom, das Breitbandnetz im Vogelsberg in Eigenregie und unentgeltlich auszubauen. „Ich bin froh, dass die Telekom nun eingelenkt hat“, sagt Kömpel, die im Bundestag Mitglied im Ausschuss für digitale Infrastruktur ist. Seit langer Zeit setzt sich Kömpel für den Breitbandausbau im Vogelsberg ein: „Es ist gut, dass die Arbeit gefruchtet hat.“
In den kommenden beiden Jahren will die Telekom eine Breitbandversorgung für 95 Prozent des Vogelsbergkreises mit mindestens 30 Mbit/s im Download und für 85 Prozent der Anschlüsse sogar mindestens 50Mbit/s im Download zur Verfügung stellen. Kömpel dankt Landrat Manfred Görig, der als Geschäftsführer der die Breitbandinfrastrukturgesellschaft Oberhessen (Bigo) in harte Verhandlungen mit der Telekom getreten war. Die Bigo hätte ursprünglich mit Hilfe von Förderungen selbstständig den Breitbandausbau übernommen. Nun werden Telekom und Bigo kooperieren. Kömpel: „Ich bin überzeugt davon, dass genau darauf geachtet wird, dass alle Vereinbarungen eingehalten werden.“
Letztlich sei der Ausbau ein Quantensprung für den Vogelsbergkreis, weil die Attraktivität der einzelnen Kommunen deutlich erhöht werde. „Menschen und Betriebe werden bleiben oder siedeln sich sogar an, wenn schnelles Internet garantiert ist.“ Kömpel wird sich in den nächsten Wochen und Monaten wie schon zuvor – engagiert dem Breitbandausbau im Vogelsberg widmen: „Ich setze mich für einen 100prozentigen Ausbau ein und nicht für einen 95prozentigen. Jeder Weiler, jeder Aussiedlerhof muss angeschlossen werden.“ In Aussicht gestellte Fördermittel von Bund und Land könnten möglicherweise für dieses Modell umgewandelt werden. +++ (pm)

@Gast
Mein Vater hat in dem oben erwähnten kleinen Dorf im Ringgau bis zu seinem Tod die Landapotheke betrieben. Und er kam 1945 aus Ungarn, war also Ausländer, Flüchtling und hat sich in Deutschland und dem kleinen Dorf prima integriert. Er war akzeptiert und als der Dorfapotheker respektiert!
Nach Ihrer Forderung: „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!“ hätte es das nicht gegeben und das Dorf hätte keine medizinischen Versorgung bekommen. Und mich gäbe es erst gar nicht, um mich mit Ihnen darüber zu streiten, ob Ausländer in einem kleinen Dorf nun sinnvoll sind oder nicht. Sie könnten eine Bereicherung werden. Aber nur, wenn die Urbevölkerung das will, es ein aktives Vereinsleben gibt und die sich von Leuten wie Ihnen nicht beirren lassen!
Soll ich nun das Rad der Geschichte zurückdrehen? Nur damit solche rückwärtsgewandten wie Sie Recht behalten?
Es gibt sicher mehr: Wie wäre es denn mal mit einer sinnvollen Bevölkerungs- und vor allem Familienpolitik? Wenn wir mal zurückschauen, stellen wir fest, dass seit den 80er Jahren eine vernünftige Förderung der Familie nicht stattfindet (seit Kohls Zeiten, da war Familienpolitik „Gedöhns“ und wurde allenfalls geduldet). Wenn wir Kinder deutscher Eltern so fördern würden wie Atomkraft, gäbe es 1000 EUR Kindergeld und freie Krippenplätze ohne Ende. Und was die Bevölkerungspolitik betrifft: Man kann die Bevölkerung eines Landes nicht der Beliebigkeit überlassen. Wenn man meint, bei Bedarf einfach Gastarbeiter oder Flüchtlinge ansiedeln zu sollen, wird man sich über die soziologischen Effekte wundern. Man bekommt dann ein urbanes Prekariat statt einer gesunden Landbevölkerung, angewiesen auf Unterstützungsleistungen etc. Die Kosten für die damit einhergehende Kriminalität allein fressen auf staatlicher Seite wieder die entsprechenden Beschäftigungseffekte auf. Kurz zusammengefasst könnte man das auf die Formel bringen „Türken raus, Syrer erst gar nicht rein, dafür systematische Familienförderung – dann klappt´s auch auf dem Land“. Warum das so ist? Weil die verwurzelte Landbevölkerung nur zum Teil in die Städte abwandert. Man sieht das z.B. im Lkr. Fulda, wo sich ländliche Strukturen durchaus erhalten und positiv entwickeln lassen. Dort haben Sie aber einen Ausländeranteil nahe Null. Aber das ist ja die Wahrheit, und die will aus Gründen der vermeintlichen „politischen Korrektheit“ keiner wissen.
So, jetzt werde ich mir mal online ein belegtes Brötchen bestellen…;)
@Gast
Doch, das glaube ich. Ich selber komme ursprünglich aus einem kleinen Dorf in Nordhessen, Ringgau Netra mit ca. 500-600 Einwohnern.
Aus dieser Zeit ist mir noch die gute „ahle Worscht“ in geschmacklicher Erinnerung. Da ich mal sehen wollte, ob es die noch gibt, vielmehr die Fleischerei Opfer, die diese selber hergestellt hat, hab ich mal gegoogelt und auch den Betrieb gefunden. Und siehe da: die hatten sogar einen Online-Shop. Worscht bestellt, vorab bezahlt und wenige Tage später hatte ich eine ahle Worscht aus meiner alten Heimat bei mir, die echt lecker war und nur kurz im Kühlschrank verweilte.
Sehen Sie, das ist eine Idee von vielen, wie auch der Vogelsberg und dessen Betriebe überleben können.
Aber ich gebe Ihnen auch Recht – nicht jeder Kleinbetrieb kann das so packen, vor allem nicht die Bäckereien. Es sei denn, die stellen sich um.
Aber ich ermutige Sie, wenn Sie eigene Ideen haben, wie man den Schwund an Menschen im Vogelsberg aufhalten kann, diese auch gegenüber den verantwortlichen Politikerinnen und Politikern zu äußern.
Denn auch Politiker sind nur Menschen und mitunter sogar dankbar, wenn es gute Anregungen aus der Bevölkerung gibt.
Also nur Mut!
Online-Handel alleine belebt die Region nicht. Da muss es mehr geben!
Zuwachs ländlicher Regionen durch so besonders schlaue Politiker wie Woide und Kömpel: Wir sprechen uns in zehn Jahren wieder. Dann schauen wir uns mal ganz entspannt die demografischen Daten an. Ich habe dann sicher ein breites Grinsen im Gesicht, wenn ich Sie nach dem Zuwachs frage…
Mal ehrlich: So einen Quatsch wie online-Handel für eine Bäckerei im Vogelsberg – das glauben Sie doch selber nicht, was Sie hier verzapfen!
Einige Leute im Landkreis Fulda bzw. im Vogelsbergkreis scheinen es immer noch nicht kapiert zu haben: wie wichtig der Ausbau des schnellen Internets nicht nur im Landkreis Fulda oder im Vogelsbergkreis sondern bundesweit gerade für die ländlichen Regionen ist.
Viele berufstätige junge Menschen oder Studierende benötigen beruflich oder privat das Internet, um Waren zu bestellen oder sich beruflich fortzubilden oder um Kontakt zur eigene Firma zu halten bzw. von zuhause aus arbeiten zu können. Ohne schnelles Internet ist dies unmöglich. Wer also gerne aufs Land ziehen möchte, weil es dort so ruhig und die Luft noch klarer als in der Stadt ist wird dies erst tun, wenn eben auch dort schnelles Internet für private und berufliche Nutzung vorhanden ist. Das schnelle Internet ist damit also für viele private Hausbesitzer auf dem Lande ebenso wichtig wie für kleinere und größere Unternehmen.
Warum denn machen immer mehr kleine Firmen wie Lebensmittelläden, Bäckereien oder Fleischer auf dem Lande zu? Weil man von den wenigen Kunden, die einen persönlich kennen, nicht leben kann. Nur der Online Handel ermöglicht diesen kleinen Firmen, ihren Kundenkreis zu erweitern und so an wichtige Kundschaft zu kommen, die ein Überleben auf dem Dorf erst möglich machen. Das gilt übrigens für ALLE Serviceanbieter auf dem Land, also auch für Apotheken! Und ganz nebenbei gibt es auch viele kleinselbständige Händler, die vom Verkauf von Waren über Handelsplattformen wie eBAY oder Amazon leben. Und die lassen sich auch nur auf dem Land nieder, wenn auch dort die IT-Infrastruktur stimmt.
Doch so einfach ist das nicht, einen TK-Riesen wie die Telekom davon zu überzeugen, auf dem flachen Land schnelles Internet für ihre Kunden bereit zu stellen. Warum ist das so? Weil für die Telekom die Kunden auf dem Land gerade aufgrund der langsamen Internetverbindungen als sog. „Cashcows“ extrem wichtig sind. Denn nur dort gibt es mangels schnellen Internets keine Konkurrenzanbieter. Und damit gehört der ganze Kuchen, den man mit den Kunden verdienen kann, dort ausschließlich der Telekom. Baut man dort das Internet aus, so droht kurzfristig der Wechsel des Kunden zu einem Billiganbieter und damit ein hoher Umsatzverlust.
Doch die Telekom ist im Dilemma: will sie ihre teuren analogen und digitalen Vermittlungsstellen langfristig komplett auf IP basierte Telefonie, wie sie heute im städtischen Ballungsraum für alle Kunden aller Provider schon längst quasi Standard ist, umstellen, muss sie auch auf dem flachen Lande für ihre Kunden das Internet ausbauen. Denn ohne schnelles Internet keine IP-Telefonie. Und das weiß die Telekom ganz genau.
Und nun kommen auch noch ländliche Landkreise wie der in Fulda oder der Vogelsbergkreis daher und sagen der Telekom knallhart: wenn ihr nicht ausbaut, machen wir das eben in Eigenregie. Mit der Rhönenergie in Fulda oder mit der Bigo im Vogelsberg. Da bleibt dann der Telekom schlussendlich nichts weiter übrig, als die weiße Fahne zu hissen und in den sauren Apfel zu beißen, streng nach dem Motto: „Halb zog sie ihn, halb sank er hin“.
Und so bekommen in den nächsten Jahren die ländlichen Strukturen in Fulda und im Vogelsbergkreis dank umtriebiger und weitsichtiger Politiker wie Landrat Bernd Woide (CDU) in Fulda, Landrat Manfred Görig (SPD) im Vogelsbergkreis und nicht zu vergessen der Bundestagsabgeordneten Birgit Kömpel (SPD), Mitglied im Bundestagsausschuss für digitale Infrastruktur endlich die lang ersehnten digitalen Strukturen, die ein Überleben und den Zuwachs ländlicher Regionen in Hessen erst möglich machen. Gut dass wir solche klugen Politiker haben.
Der Vogelsberg wird trotzdem aussterben. Der demografische Wandel ist mit ein paar Kabeln nicht umzukehren. Hiervon ist der Vogelsberg in der hiesigen Region besonders betroffen. Orte, in denen es keine Bäckerei, keinen Laden, keine Bank und keinen Arzt etc. mehr gibt, wählen Menschen auch dann nicht als Wohnort, wenn ein schickes Kabel verlegt wurde. Der Vogelsberg stirbt aus, schade um die Fördermittel…