Bosbach verteidigt Werte Union

CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach
Wolfgang Bosbach (CDU)

Der frühere Innenexperte und langjährige CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach hält die demonstrative Distanzierung der Parteiführung von der umstrittenen Werte Union für falsch. "Anstatt die Werte Union bewusst mit spitzen Fingern anzufassen, sollte sich die Führung der Union mal ernsthaft fragen, aus welchen Gründen und mit welchen Motiven sie sich gebildet hat", sagte Bosbach dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Mir ist lieber, dass sich von der CDU enttäuschte Mitglieder in der Werte Union engagieren, als dass sie aus der CDU austreten."

Es sei auch kein Drama, dass das CDU-Mitglied Max Otte - ihm wird eine Nähe zur AfD nachgesagt - zum neuen Vorsitzenden der Werte Union gewählt wurde, erklärte Bosbach. "Er wird wissen, dass es eine Brandmauer der CDU zur AfD gibt. Es gibt keine Gemeinsamkeiten und auch keine gemeinsamen öffentlichen Auftritte - gar nichts", so Bosbach. Von der Werte Union erwarte er wiederum für die Erarbeitung des Wahlprogramms von CDU und CSU, "dass sie nicht nur kritisiert, sondern konkrete Vorschläge unterbreitet, wie sie sich inhaltlich positioniert." Der bisherige Vorsitzende der Werte Union, Alexander Mitsch, sagte dem RND, Deutschland und die CDU bräuchten eine Politikwende - in Abgrenzung nach rechts und links. "Herr Otte hat in seiner Rede am Samstag angekündigt, dass er Richtungsentscheidungen von Mitgliederentscheiden der Werte Union abhängig machen will. Das ist laut Satzung zwar nicht vorgesehen, ist aber grundsätzlich ein guter Ansatz. Wenn das allerdings dazu führt, dass sich die Werte Union in Richtung AfD entwickelt, werde ich austreten", sagte Mitsch, der die Gruppierung vier Jahre geführt hat.

Laschet geht auf Distanz zur Werte-Union

CDU-Chef Armin Laschet hat sich von der sogenannten Werte-Union distanziert. "Sie hat mit der CDU nichts zu tun", sagte er am Dienstag im Deutschlandfunk. "Da sind Mitglieder drin, die mit der CDU 0,0 zu tun haben, und insofern ist sie keine Parteiorganisation." Wer in der Werte-Union Mitglied sei, organisiere sich außerhalb der CDU. Mit dem neuen Vorsitzenden des Vereins, Max Otte, werde er auch keine Gespräche führen, fügte Laschet hinzu. Nach dem umstrittenen Führungswechsel war die Werte-Union zuletzt wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten. Der Verein sieht sich als "konservative Basisbewegung" und hat nach eigenen Angaben über 4.000 Mitglieder. Beitreten darf vor allem, wer bereits Mitglied der CDU, CSU, JU oder einer ihrer Sonderorganisationen ist. Zu den prominenten Mitgliedern zählt unter anderem der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen. Dieser hatte allerdings nach der Otte-Wahl angekündigt, seine Mitgliedschaft ruhen zu lassen. +++


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