Bistum Fulda lud zum Neujahrsempfang

Amtseinführung von Dr. Michael Gerber dominiert Neujahrsempfang

Der Ständige Vertreter des Diözesanadministrators, Domkapitular Prof. Dr. Gerhard Stanke hat heute in seiner Neujahrsansprache im Kathedralamt im Hohen Dom zu Fulda zu mehr Mitmenschlichkeit und Frieden untereinander aufgerufen. Das neue Jahr, so Stanke, sei eine Zeit, in der wir viele Chancen und Möglichkeiten haben. Seit 1968 hat die Kirche den 1. Januar erstmalig als Weltfriedenstag bezeichnet. Wie wir diesem begegnen oder dazu beitragen können, lehre uns Jesus Christus, der Versöhnung gestiftet hat – nicht nur zwischen den Menschen, sondern auch zwischen Gott und den Menschen. In diesem Kontext erinnerte Stanke an die bloße Offenbarung des Apostels Paulus und die Trennwand zwischen dem Volk Israel und den Heiden, die Jesus niedergerissen- und damit Versöhnung gestiftet hat.

Jesus Christus, der Versöhnung stiftet, ist damit gleichsam dem Frieden. Ein aktuelles Beispiel, das sich gegenwärtig auf die Migration übertrage. Mit Zäunen, Mauern und Grenzen könne sich diese allerdings nicht vollziehen. Ein Indiz dafür, dass Politik auch etwas mit Nächstenliebe zu tun hat, bestärke seiner Meinung nach der Satz, den der Heilige Vater Papst Franziskus I. prägte: „Gute Politik ist eine hervorragende Form der Nächstenliebe.“ „Politik als eine Form der Nächstenliebe – nämlich dann, wenn sie sich in grundlegender Achtung des Lebens, der Freiheit und der Würde des Menschen vollzieht, dann kann Politik zu einer hervorragenden Form der Nächstenliebe werden“, sagte Prof. Dr. Gerhard Stanke im heutigen Kathedralamt anlässlich des neuen Jahres.

Weiter hat der Ständige Vertreter des Diözesanadministrators, Domkapitular Prof. Dr. Gerhard Stanke vor einer Verrohung der Sprache gewarnt. Immer öfter, in öffentlichen Auseinandersetzungen oder den Medien, könne man eine solche vernehmen. „Etwas, das uns wirklich nachdenklich stimmen sollte“, sagte er. Ihr entgegenwirken können einzig Taten, die Versöhnung stiften und wie sie Jesus begangen habe. Mauern oder Barrieren zu errichten, könne hierauf sicherlich nicht die Antwort sein. Für gute Taten und versöhnende Worte biete das Neue Jahr sicher reichlich Gelegenheit.

Den anschließenden, traditionellen Neujahrsempfang des Bistums im Refektorium des Bischöflichen Priesterseminars, dem traditionell Abgeordnete des Deutschen Bundestags, Hessischen Landtags, Kreistags, Vertreter des Stadtparlaments und sämtliche Ordensgemeinschaften sowie Gemeinschaften des geweihten Lebens beiwohnen, nutze der Ständige Vertreter des Diözesanadministrators, um sich bei den hauptamtlich sowie ehrenamtlich Tätigen der Caritas, in den Verbänden und Gremien auf Pfarrei und Bistumsebene herzlich für ihr Engagement zu bedanken. „Ihnen allen meine hohe Wertschätzung und meinen herzlichen Dank für Ihr Engagement. Es ist ein Zeugnis für die Kraft des Evangeliums und ein Zeichen gegen die Gleichgültigkeit, die Papst Franziskus immer wieder kritisiert.“

Prof. Dr. Gerhard Stanke erinnerte auf dem Neujahrsempfang an die Ernennung von Dr. Michael Gerber aus Freiburg zum neuen Diözesanbischof – nach der Wahl durch das Domkapitel. „Wir, vom Domkapitel, haben uns gefreut, dass der neue Bischof so herzlich willkommen geheißen wurde, als er sich am 20. Dezember 2018 erstmalig im Hohen Dom zu Fulda vorstellte.“ Neben seiner bekundeten Freude überbrachte der Ständige Vertreter des Diözesanadministrators, Domkapitular Prof. Dr. Gerhard Stanke gleichsam die Grüße des zukünftigen Bischofs des Bistums Fulda.

Stanke: „Es gilt darauf zu schauen, wie in der Kirche Macht ausgeübt wird und inwieweit Machtstrukturen den Missbrauch begünstigen.“

Doch nicht nur Freude bestimmte den heutigen Neujahrsempfang des Bistums: So erinnerte Prof. Stanke an die Vorstellung der Ergebnisse der Missbrauchsstudie. Hier verwies der Ständige Vertreter des Diözesanadministrators noch einmal darauf, dass nicht Ziel war, genau festzustellen, wie viele Missbrauchsfälle es gegeben hat, sondern herauszufinden, „was in unserer Kirche den Missbrauch erleichtert hat“. Es gelte darauf zu schauen, wie in der Kirche Macht ausgeübt wird und inwieweit Machtstrukturen den Missbrauch begünstigen. Wie Stanke mitteilte, würden in Zukunft auch die Präventionsschulungen fortgesetzt, man bekräftigte, Opfer, die sich melden, wie schon in den vergangenen Jahren, in deren Aussage ernst zu nehmen und die Täter entsprechend zur Rechenschaft zu ziehen.

Weiterführung des Pastoralen Prozesses

Weiter werde man Bemühungen fortsetzen, die Grundgedanken des Pastoralen Prozesses bekannt zu machen und die, in den Strategischen Zielen formulierten konkreten Konsequenzen umzusetzen. „Es ist mir wichtig, daran zu erinnern, dass es ein Pastoraler Prozess ist, den Bischof Heinz Josef angestoßen hat. Es geht um die Frage, wie wir als Kirche von Fulda die Menschen mit der Botschaft Jesu in Berührung bringen. Die, die diese Botschaft noch nicht gehört haben und auch die, die sie gehört haben und nun zu Zeugen dieser Botschaft werden sollen. Um über die strategischen Ziele und ihre Umsetzung zu informieren und mit den Verantwortlichen in den Pfarrgemeinden ins Gespräch zu kommen, haben wir in den einzelnen Regionen zu Foren eingeladen. Zwei Foren für die Ehrenamtlichen werden im neuen Jahr stattfinden.“ Auf Bistumsebene wird in verschiedenen Projektgruppen die Arbeit fortgesetzt.

Gegenwärtig gibt es 22 Teilprojektgruppen, in denen circa 200 Personen mitarbeiten. Sie befassen sich mit den Themen Liturgie, Pastoral, interne und externe Kommunikation, Bildungseinrichtungen, Strukturen und Immobilien. Wie Stanke heute verlautete, wolle sich das Bistum wie bisher auch im Bereich der Kindertagesstätten engagieren. Im vergangenen Jahr hatte das Bistum hier 7 Millionen Euro ausgegeben, derselbe Betrag sei auch für 2019 geplant. „Die Kindertagesstätten sind für uns ein wichtiger, pastoraler Ort, an dem Kinder und Eltern mit der Botschaft und dem Geist des Evangeliums in Kontakt kommen können“, so Stanke.

Auch wenn der Bistumsprozess ein Pastoraler Prozess ist, so hat auch er strukturelle Auswirkungen. So werden zukünftig neue, größere Kirchengemeinden entstehen. Bei einer Katholikenzahl von etwa 380.000 sind 45 neue, größere Kirchengemeinden geplant. In den Städten werden zahlenmäßig größere Gemeinden entstehen, als auf dem Land. Dieser Prozess der neuen Gemeindegründungen sei in allen Regionen unseres Bistums Gang. Mit gutem Beispiel vorangegangen sei die Innenstadt in Fulda.

„Der Pastorale Prozess hat strukturelle Auswirkungen, und er hat auch wesentlich eine spirituelle Dimension. Er muss vom Geist des Evangeliums getragen sein. Deswegen erinnern wir uns in unseren Planungen immer wieder an diese, spirituelle Dimension und vergewissern und auch auf unserem Weg, ob das, was wir planen, dem Evangelium entspricht.“

Besinnung auf die Taufe und die Taufberufung

Für das Jahr 2019 hat der Diözesanadministrator Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez einen deutlichen Akzent gesetzt. Es geht um die Besinnung auf die Taufe, die Taufberufung. Durch Glaube und Taufe wird der Mensch aufgenommen in die Gemeinschaft der Kirche und darin und dadurch in die Gemeinschaft mit Gott. Die Taufe ist das grundlegende Sakrament. Sie begründet unsere Würde als Kinder Gottes. Diese Würde ist allen, in der Kirche gemeinsam. Damit verbunden ist auch der gemeinsame Auftrag, für das Evangelium Zeugnis zu geben. Zum Auftrag der Kirche gehört es, dass sie Anwalt für die ist, die auf der Schattenseite des Lebens stehen. „Zurzeit macht sich ein Denken breit, das dem Evangelium diametral entgegengesetzt ist. Es äußert sich in der Parole: ‚Unser Land zuerst‘ oder ‚wir zuerst‘ oder ‚ich zuerst‘. Ein solches Denken, Reden und Handeln führt zu Spaltungen im Kleinen und Großen, auch in der internationalen Gemeinschaft. Der Maßstab, den Jesus für das Handeln setzt, lautet: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“

„Aufgrund der ersten Begegnung mit unserem, neuen Bischof bin ich davon überzeugt, dass er den pastoralen Weg unseres Bistums nicht nur mitgeht, sondern, dass er vorangeht und auch neue Akzente setzt aufgrund seiner Erfahrung in seiner bisherigen Tätigkeit im Erzbistum Freiburg und auf aufgrund seiner, aus dem Wort Gottes geprägten Spiritualität. Nun hoffe ich, dass es ein gutes Jahr für unser Bistum wird. Ihnen und allen Ihrer Angehörigen wünsche ich ein gutes, von Gott gesegnetes, neues Jahr 2019.“

Woide fordert Rückbesinnung auf Begrifflichkeit der Kontinuität

„Ein gutes, gesegnetes, erfolgreiches – vor allem sinnstiftendes Jahr“ wünschte Landrat Bernd Woide (CDU), der auch von dem anwesenden Oberbürgermeister der Stadt Fulda Dr. Heiko Wingenfeld und damit für die Stadt- und den Landkreis Fulda „die besten Wünsche für das neue Jahr“ überbrachte.

„Das Bistum Fulda – Herr Stanke hat es gesagt – steht in diesem Jahr sicherlich vor großen Herausforderungen. Die Amtseinführung eines neuen Bischofs ist sicherlich eine Zäsur, eine besondere Herausforderung für alle kirchlichen Institutionen; Aber auch unser Gemeinwesen – die Politik, die Gesellschaft, der Staat steht vor diesen Herausforderungen“, sagte der Landrat des Landkreises Fulda, Bernd Woide, heute anlässlich des Neujahresempfangs des Bistums Fulda. Etwas wehmütig sprach er sich auf dem Neujahrsempfang darüber aus, dass seiner Meinung nach „diese Welt“ ein Stück weit „in Unordnung“ geraten sei.

Grundüberzeugungen, die über Jahre, ja Jahrzehnte in der Politik, in der Gesellschaften gegolten haben, gelten plötzlich nicht mehr. Eine Grundüberzeugung war beispielsweise auch, dass Europa zusammengehört. Bernd Woide: „Was ist gewiss, was ist ungewiss – Fragestellungen aus der Bevölkerung übereilen sich und die Politik versucht darauf immer auch zu reagieren. Sätze wie: ‚Es darf kein weiter so geben!‘ zieren zahlreiche Wahlprogramme. In der Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, im Sozialen. Es darf kein weiter so geben. Auf den ersten Blick hat dieser Satz etwas Vernünftiges. Natürlich leben wir in einer Zeit des Wandels, aber dieser Satz untergräbt dabei etwas sehr Wichtiges: Die Kontinuität. Werte, die beständig sind und die es auch wert sind, dass man für sie einsteht. Solidarität, Ehe und Familie, das Ehrenamt; All das sind Grundfeste, die man nicht einfach von heute auf morgen verändern kann und auch nicht sollte. Und das meine ich mit Kontinuität und daran sollten wir alle mitwirken, dass diese Wert Beständigkeit haben. Grundgewissheiten treten in einer Zeit der Globalisierung und Digitalisierung in den Hintergrund, aber ich bin der festen Überzeugung, das Festhalten an Werten, die Beständigkeit, das zeichnet uns auch aus.“ Abschließend seines Grußwortes zum Neuen Jahr rief Woide dazu auf, den Begriff der „Kontinuität“ ein Stück weit zu überdenken, ihn zu diskutieren, ihn nicht infrage zu stellen, sondern mit ihm zu leben. Woide dankte allen karitativen Einrichtungen des Landkreises, den Institutionen wie Schulen und Kindergärten sowie Krankenhäusern für die gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit in 2018.

Über das Format: Der traditionelle Neujahrsempfang ist der gemeinsame Empfang für die Vertreter der Öffentlichkeit, das Domkapitel, den Klerus, die Theologische Fakultät, das Priesterseminar und die Ordensgemeinschaften sowie für die Vertreter der Bistumsverwaltung, der diözesanen Ratsgremien, der katholischen Verbände und bischöflichen Einrichtungen.
Weihbischof Diez: „Proklamatik des Jahres 2019 hat auch missionarischen Charakter!“

Wie traditionell üblich, warf der Diözesanadministrator, diese Rolle gegenwärtig von Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez ausgefüllt wird, als Schlussredner auf dem heutigen Neujahrsempfang einen proklamatischen Blick auf das Bistum. Dabei ging er auf die, für ihn große Besonderheit des heutigen Neujahresempfangs ein: Heute, vor genau 30 Jahren, am 01. Januar 1989, war Prof. Dr. Karlheinz Diez neben Prof. Dr. Gerhard Stanke zum Diözesanadministrator im Bistum Fulda ernannt worden. Prof. Dr. Karlheinz Diez dankte seinen beiden Vorrednern, Prof. Dr. Gerhard Stanke und Landrat Bernd Woide, für ihre wertvollen und zum Nachdenken-anregenden Ausführungen auf dem heutigen Empfang. Daneben überbrachte er Grüße und die besten Wünsche für 2019 von Dr. Michael Gerber, der ausrichten ließ, dass er sich sehr auf seine neue Aufgabe als Bischof des Bistums Fulda freue.

Abschließend warf der Diözesanadministrator einen Blick auf die Jubiläumsfeierlichkeiten in 2019. So feiere man in 2019 mit dem Stadtjubiläum nicht nur die Gründung des Klosters Fulda durch die Errichtung des Kreuzes durch den Heiligen Sturmius im Auftrag des Heiligen Bonifatius (1275), hier vor allem der 12. März von Bedeutung ist, sondern auch 1.300 Jahre Missionsauftrag für die Namensgebung des Heiligen Bonifatius durch Papst Gregor II (15. Mai) sowie 100 Jahre Enzyklika In hac tanta von Papst Benedikt XV (veröffentlicht am 14. Mai 1919) über den Heiligen Bonifatius, Apostel der Deutschen. Die Proklamatik des Jahres 2019 hat damit auch missionarischen Charakter. +++ jessica auth

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