Berlin will sich für weitere Aufnahme von Asylsuchenden einsetzen

Umfrage: Deutsche bei Flüchtlingsfrage gespalten

Flüchtlingslager

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat angekündigt, weiter Druck zu machen, damit Deutschland mehr Geflüchtete aufnimmt. Er werde an der Bundesratsinitiative festhalten, wonach sich die Länder nicht mehr mit dem Bund über die Aufnahme von Asylbewerbern einigen müssen, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im RBB-Inforadio. „Landesaufnahmeprogramme sind nur die zweitbeste Lösung“, sagte Geisel. Bisher habe der Bund aber weggeschaut und das Problem sei schlimmer geworden.

Um Menschen zu helfen, muss man laut Berlins Innensenator die Hilfsangebote der Länder ernst nehmen. 150 Landkreise und Städte seien bereit, Geflüchtete aufzunehmen. Bisher habe sich Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) dagegen ausgesprochen. Hierzu sagte Geisel: „Das ändert sich jetzt. Das ist aber eine Folge von politischem Druck und das müssen wir im Bundesrat noch mal miteinander diskutieren.“ Außerdem sagte der SPD-Politiker, dass Berlin eine Kapazität von 300 Plätzen für Asylsuchende vorhalte. Diese habe das Land für Menschen mit medizinischem Hilfsbedarf angeboten. Der Innensenator rechnet damit, dass diese Plätze tatsächlich auch gefüllt werden.

Umfrage: Deutsche bei Flüchtlingsfrage gespalten

Nach dem Brand im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos sind die Deutschen bei der Frage der Aufnahme der Geflüchteten gespalten. Das geht aus dem aktuellen ZDF-Politbarometer hervor, welches am Donnerstag veröffentlicht wurde. 46 Prozent der Bürger sind demnach dafür, dass Deutschland einen größeren Teil der Flüchtlinge nur dann aufnehmen sollte, wenn sich auch andere EU-Länder beteiligen. 43 Prozent sprechen sich hingegen dafür aus, dass Deutschland auch ohne EU-Beteiligung die Mehrheit der Flüchtlinge aufnehmen sollte. Neun Prozent der Befragten sind gegen jede Aufnahme von Flüchtlingen. 62 Prozent der Deutschen glauben laut Umfrage, dass sich nach der Aufnahme wieder mehr Geflüchtete auf den Weg nach Europa machen werden. 34 Prozent denken nicht, dass dieser Pull-Effekt einsetzen wird. Bei den Grünen-Anhängern erwartet nur eine Minderheit (41 Prozent), dass durch eine solche Entscheidung wieder eine größere Fluchtbewegung in Richtung Europa ausgelöst wird, alle anderen Parteianhängergruppen rechnen mehrheitlich damit. Die Daten wurden von der Forschungsgruppe Wahlen in der Zeit vom 14. bis zum 16. September bei 1.241 Wahlberechtigten telefonisch erhoben. +++