Auch am siebten Tag nach dem russischen Großangriff auf die Ukraine gehen die Kämpfe weiter. Russische Truppen nahmen in der Nacht offenbar die Seehafenstadt Cherson im Süden der Ukraine zumindest teilweise ein. Medienberichten zufolge sollen sie unter anderem den Bahnhof und den Hafen der Stadt erobert haben. Die genaue Situation vor Ort war zunächst unklar. Die Kämpfe sollen noch andauern. Auch in weiteren ukrainischen Städten erhöhte das russische Militär den Druck. In Charkiw im Nordosten der Ukraine sollen russische Luftlandetruppen eingetroffen sein. Die zweitgrößte Stadt der Ukraine ist bereits seit Tagen umkämpft. In den Städten Sumy im Norden sowie Mariupol im Süden, die ebenfalls mehrfach angegriffen wurden, hat das ukrainische Militär offenbar weiterhin die Kontrolle. Die Lage in der ukrainischen Hauptstadt Kiew war am Mittwochmorgen vergleichsweise ruhig. Es werden aber auch dort weitere Angriffe erwartet.
Biden verkündet Flugverbot für russische Airlines
Die USA schließen ihren Luftraum für russische Airlines. Das sagte US-Präsident Joe Biden am Dienstag (Ortszeit) in seiner Rede zur Lage der Nation. "Wenn Diktatoren keinen Preis für ihre Aggression bezahlen, richten sie noch mehr Schäden an", sagte Biden. Das sei eine Lehre der Geschichte. Putin sei dank der umfangreichen Sanktionen vieler Länder der Welt nun isoliert. Gleichwohl würden US-Truppen nicht in den Krieg in der Ukraine eingreifen. Lediglich wenn Russland einen NATO-Partner angreife, werde "jedes Inch" verteidigt, so der US-Präsident. Der Russland-Ukraine-Konflikt nahm nur einen relativ kleinen Teil zu Beginn seiner Rede ein. Biden sprach anschließend über vermeintliche wirtschaftliche Erfolge, das Schaffen von Arbeitsplätzen und Infrastrukturprojekte im Inland.
Friedensforscher glaubt nicht an Merkel als Vermittlerin
Der Vorsitzende der deutschen Stiftung Friedensforschung, Ulrich Schneckener, glaubt nicht an eine Vermittlerrolle von Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) im Ukraine-Krieg. Schneckener sagte der "Rheinischen Post": "Frau Merkel als Vermittlerin ist nicht wahrscheinlich." Solche Vermittlungen durch ehemalige politische Persönlichkeiten kämen zumeist nur dann zustande, wenn diese auch von beiden Seiten eingeladen würden. "Beide Seiten müssen das ernsthaft wollen. Bei Putin sehe ich das nicht." Auch sei es für eine Schlichtung noch zu früh. "Im Moment schätze ich die Erfolgschancen für Vermittlungen als sehr schlecht ein", so Schneckener. Zunächst müsse es einen Waffenstillstand geben, damit die Chance für eine weitergehende Vermittlung bestehe. "Davon sind wir weit entfernt." Der Professor an der Universität Osnabrück ergänzte, unklar sei zudem, wann die russische Seite einen dritten Akteur überhaupt akzeptieren würde. "Die Situation wird erst dann eintreten, wenn Putin glaubt, dass die Kosten des Krieges selbst für ihn zu hoch sind. Aber wir wissen nicht, wo seine Schmerzgrenze liegt."
Westliche Experten vermuten tausende Tote auf beiden Seiten
Der Krieg in der Ukraine dürfte bereits mehrere Tausend Todesopfer gefordert haben, bei den konkreten Zahlen weichen die Angaben aber je nach Quelle stark voneinander ab. Die "New York Times" schreibt unter Berufung auf US-Beamte, dass Russland schätzungsweise 2.000 tote Soldaten zu beklagen habe. Zwei europäische Offizielle solle dieser Schätzung zugestimmt haben. Diese Opferzahl wäre aber weitaus niedriger als die Angabe von 3.500 toten russischen Soldaten, die die Ukraine bereits am Samstag verbreitet hatte. Hochrangige Pentagon-Beamte sollen am Montag in geschlossenen Briefings mitgeteilt haben, dass die Zahl der getöteten Soldaten auf russischer und ukrainischer Seite in den ersten fünf Tagen mit etwa 1.500 auf jeder Seite etwa gleich groß waren, schreibt die Zeitung weiter. Die Zahlen basieren laut des Berichts auf Satellitenbildern, Abhöraktionen, sozialen Medien und Medienberichten vor Ort. Zum Vergleich: In Afghanistan wurden in 20 Jahren Krieg nur fast 2.500 US-Soldaten getötet. +++








and then
Hinterlasse jetzt einen Kommentar