Bericht: Regierung spart bei Weiterbildung für Hartz-IV-Empfänger

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Hartz-IV

Berlin. Die Bundesregierung spart nach einem Bericht der „Saarbrücker Zeitung“ erheblich bei Qualifizierungsmaßnahmen für arbeitslose Hartz-IV-Empfänger. Die Zahl der Teilnehmer an beruflichen Weiterbildungskursen sei demnach seit 2010 um mehr als 40 Prozent gesunken, schreibt das Blatt unter Berufung auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksabgeordneten Sabine Zimmermann.

Gab es im Jahr 2010 noch 218.465 arbeitslose Hartz-IV-Empfänger, die von den staatlichen Fördermaßnahmen profitierten, so lag ihre Zahl im vergangenen Jahr nur noch bei 128.961. Das ist ein Rückgang um fast 41 Prozent. Zwar ging im gleichen Zeitraum auch die Zahl der Arbeitslosen mit Hartz-IV-Bezug zurück – allerdings nur um gut zehn Prozent. 2010 wurden rund 2,2 Millionen Personen registriert. Fünf Jahre später waren es noch etwa 1,9 Millionen. „Die Arbeitsmarktpolitik der Vorgänger-Regierung und auch der amtierenden Bundesregierung bestand und besteht darin, einen Großteil der Erwerbslosen einfach abzuschreiben und ihrem Schicksal zu überlassen“, kritisierte Zimmermann.

Davon zeugten die drastischen Kürzungen im Regierungs-Etat für aktive Arbeitsmarktpolitik. Für sogenannte Leistungen zur Eingliederung in Arbeit seien im laufenden Jahr nur noch 4,15 Milliarden Euro veranschlagt, rund 2,5 Milliarden weniger als noch 2010. „Die Jobcenter müssen finanziell so ausgestattet sein, dass sie deutlich mehr Weiterbildung als bislang anbieten können“, forderte Zimmermann. +++ fuldainfo


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4 Kommentare

  1. Die gute Nachricht: Super, dass diese Schwachsinnskurse wie Mandala malen, sinnlose Bewerbungstrainings (bei denen man in jedem Kurs was anderes lernt) oder Kochkurse fuer ALG II Empfaenger und weiteres dummes Zeug, mit denen sich Bildungstraeger ueber die Runden retten und die wie peter-deutsch schreibt nur zum Sanktionieren gebraucht werden, nicht mehr bezahlt werden.
    Die schlechte Nachricht: Will ein ALG II Bezieher mal etwas Vernuenftiges machen, das ihn vielleicht wirklich aus der Arbeitslosigkeit herausbringt, wird es ihm nicht gewaehrt. Ich habe eine Reihe von motivierten Leuten erlebt, die sich das Geld fuer Fortbildungen, die sie aus der Arbeitslosigkeit rausgebracht haben, irgendwo zusammengeliehen haben und die Kurse selbst finanziert haben.

  2. Der Sinn der „Fördermaßnahmen“ ist ein anderer: Jeder, der an einer solchen Maßnahme teilnimmt oder krank ist oder schwanger oder oder ist nicht arbeitslos – fällt also aus der Statistik raus. Auch sog. 1 EUR Jobber sind dann nicht mehr arbeitslos.

    So kann das System die Zahlen munter nach unten korrigieren und sich selbst in die Tasche lügen, doch etwas für die armen Hartz IV-ler getan zu haben. Es fragt ja auch niemand, wieviele Bezieher von ALG II oder ALG I es insgesamt gibt, sondern nur, wieviele Arbeitslose(!) es gibt.

    Allerdings ist das ähnlich wie im Zoo. Auch dort bietet man den Tieren Beschäftigung an, da man davon ausgeht, daß die Tiere sonst vor lauter Langeweile krank oder verrückt werden. Der einzige Unterschied zum Menschen: der Mensch ist in der Vielfalt dummer Gedanken, auf die er kommen kann, wesentlich kreativer als das Tier.

    Also wem bringt´s was? Das dürfen sie sich selbst beantworten. Einen neuen Job jedenfalls finden die Wenigsten davon.

  3. Geht doch!
    Alles im grünen Bereich!
    Wo sollten sie auch sonst sparen?
    Letztendlich war es ein Kraftakt, Deutschland nunmehr auf den 3. Platz weltweit, der Milliardäre zu etablieren.
    Auch die Abgeordneten nach zuletzt 830 Euro in den letzten 3 Jahren benötigen wieder eine Aufstockung. Diesmal „nur“ 250 Euro – ab Juli.
    Wenn das mal nichts ist?

  4. Das die Arbeitssuchenden einfach „abgeschrieben“ werden möchte ich anzweifeln . Wohingegen richtig ist das die „Förderungen“ rückläufig sind , aber schaut man sich die „sinnfreien“ Förderungen einmal an ( das 4 te Bewerbungstraining , Lama führen , Kaufhaus spielen , Psychokurse ) dann kann man von FÖRDERN doch eh nicht reden . Eher gehe ich von VERÄPPELN aus , mit dem Ziel dabei Abbrecher zu finden die man dann sanktionieren kann . Keine Förderung mehr könnte andenken das die Jobcenter die 2 Mio unqualifizierten Arbeitssuchenden und Ü 1,5 Menschen älter als 50 Jahre einfach „akzeptiert“ und „in Ruhe lässt“ aber gerade das ist ja NICHT ! der Fall > obwohl es nur realistische 400000 freie Jobs gibt in den unterschiedlichsten Qualifizierungen stehen die 4,7 Mio Arbeitssuchenden Deutschen ( nicht offiziell 2,7 Mio ) unter ständigem Druck der Jobcenter , denn bei nur EINEM ! Fehler kann man sanktionieren :-( !!

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