Wenn der Start zu Saisonbeginn ein Versprechen für mehr ist, dann lässt die folgende Betrachtung hoffen für dieses Jahr. Bergläufer Philipp Stuckhardt aus Kohlhausen nahe Bad Hersfeld – der die Symbiose aus internationalen Spitzensportlern, die Verbindung zur Natur und auch zu Tieren wie kein Zweiter lebt in Osthessen -, hat am vergangenen Sonntag den Mountainman in Reit im Winkel gewonnen. Und der „Wintertrail in den Chiemgauer Alpen“ bot Ansprechendes. Philipp wählte die 31-Kilometer-Strecke, die zudem 750 Höhenmeter aufwies.
Stuckhardt siegt zum 3. Mal in Reit im Winkl
Bereits zum 3. Mal gewann der Berg- und Trailläufer dort, die Veranstaltung in Reit im Winkl gehört schon fast zum festen Bestandteil seines Kalenders. Und diese Teilnahme bedeutete für ihn den Start in die Saison – kurz nach dem zweiwöchigen Trainingslager in Portugal, das er mit dem Laufteam Kassel bestritt und das als willkommener Impuls der Vorbereitung diente. Hier standen allerdings keine Bergläufe an, vielmehr viele flache Läufe, Philipp frischte die Basics auf.
“Ich habe gespürt, wie toll es ist, durch die Natur zu laufen. Die Sonne auf der Haut zu spüren, das tat gut“
Die Strecke – Philipp wählte erstmals die 31-Kilometer-Variante – hatte durchaus ihre Tücken. War der Start in Reit im Winkl noch schneefrei, änderte sich dies bald. Schon im Wald, der bald folgte, lag die weiße Pracht selbstredend – gefrorener Boden darunter bescherte Glatteis. Das Wetter war herrlich, sonnig – die Atmosphäre streichelte die Seele, war Balsam fürs Gemüt. „Die Frühlingssonne auf der Haut zu spüren, hat gut getan. Und ich habe wieder gespürt, wie gut es tut, durch die Natur zu laufen“, zapfte der Kohlhäuser sein Gefühlsleben an.
Wie gesagt aber: die Strecke war nicht ohne. Alles andere als das. Philipp machte das, was er immer machte: Er gab Gas von Beginn an und drückte aufs Tempo. Doch der Weg war kein leichter. Bisweilen knifflig. Und nach dem schwungvollen Beginn musste auch Philipp die Geschwindigkeit herausnehmen. Boden und Glatteis verlangten das. Philipp stellte sich darauf ein, passte sein Verhalten an – und fühlte: „Es war die Herausforderung und es machte den Reiz aus, taktisch und technisch zu laufen.“ Der Untergrund verlangte einiges ab, und „ein Trail- und Berglauf in der Natur ist halt eine ganz andere Nummer als ein Straßenlauf“, ergänzte der Kohlhäuser.
Und der Lauf, für den es Punkte in der UTMB-Wertung im Berglauf gibt, erwies sich für Philipp Stuckhardt als willkommener, gelungener und stabiler Saisoneinstieg. „Er war sehr sicher und kontrolliert. Von der Form her, habe ich mich gefühlt.“ Schon bald fühlte er im Verlauf der Strecke, wenn nichts Unvorhergesehenes passiere und er keinen Einbruch erleiden würde, „dann gewinne ich das Ding“. So kam es beim Zieleinlauf: Stuckhardt siegte klar vor Simon Krautloher („eine echte Maschine“, urteilte Philipp; Krautloher gehörte einst dem Kajak-Nationalteam an und ist zudem Bergsteiger) – und Markus Brennauer.
Die nächsten Wochen bieten weiterhin Ansprechendes für Philipp Stuckhardt. Zunächst unterstützt er sein Team aus Kassel bei den Deutschen Meisterschaften im Halbmarathon in Frankfurt am Main. Ehe es am 11. April in die Höhe geht – und er wieder in die Welt des Berglaufs eintaucht: am Wochenende nach Ostern ist Naturns in Italien Treffpunkt der internationalen Elite im Berglauf. Über 15 Kilometer geht‘s dort, 1.200 Höhenmeter sind zu überwinden. „Es gehe nur bergauf. Alle gehen dahin“. Wenn das keine Herausforderung ist für Philipp Stuckhardt. +++ rl

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