Beachtliche Auslastung der 65. Bad Hersfelder Festspiele

Festspiele

Bad-Hersfeld. Die ersten Bad Hersfelder Festspiele unter der Leitung von Intendant und Regisseur Dieter Wedel gingen nicht nur mit einer deutlichen Steigerung des Umsatzes (zum ersten Mal wurde in der Geschichte der Festspiele die 3 Mio.-Euro-Marke „geknackt“), sondern auch mit einer beeindruckenden Auslastung zu Ende. Das belegen die Zahlen der 65. Bad Hersfelder Festspiele. Die aktuellen Auswertungen zeigen, dass über 88 Prozent der Karten verkauft wurden. Trotz dieser überzeugenden Ergebnisse mussten rund 175.000 Euro mehr aufgewendet werden, als geplant. „Wir hatten neben dem Investitionsstau auch einige unvorhersehbare Ausgaben. Zudem konnte man in der kurzen Zeit, in der der Etat erstellt werden musste, einige Positionen nur schätzen, da es noch keine Erfahrungswerte zu vielen Neuerungen gab“, sagt Stefan Pruschwitz, kaufmännischer Leiter der Festspiele.

Auch in Anbetracht der Deckungslücke zieht Bürgermeister Thomas Fehling eine positive Bilanz: „Wir blicken auf eine erfolgreiche Festspielsaison 2015 zurück. Die Reaktionen des Publikums auf die künstlerischen Leistungen sind positiv, entsprechend sind die Einnahmen durch Kartenverkauf und Sponsorenzuwendungen deutlich besser als in den Vorjahren.“ Hier seien fast alle Ziele erreicht oder sogar übertroffen worden. „Dass wir nun weniger als 3 Prozent über dem Gesamtetat geblieben sind, liegt am Ausgabenbereich. Einige Ausgabenpositionen konnten angesichts des großen Zeitdrucks und der Vielzahl der Neuerungen nicht in jedem Fall optimiert oder bis zum Ende durchverhandelt werden. Die Gründe dafür sind nachvollziehbar, in den nächsten Jahren muss das natürlich besser werden“, betont Bürgermeister Thomas Fehling.

Festspiel-Intendant Dieter Wedel sagt: „Ich freue mich, dass das neue Konzept gleich im ersten Jahr so gut angenommen wurde. Neben den gastronischem Angeboten im Park auch die neue zusätzliche Tribüne an der Stiftsruine, die es den Zuschauern erlaubt, die Schauspieler noch unmittelbarer und näher zu erleben. Ich blicke optimistisch auf die nächsten Jahre, sowohl was die ökonomische Seite der Festspiele anbelangt, als auch die künstlerische. Ich bin dankbar für die große Unterstützung der Sponsoren und der Förderer, dem Bund, dem Land Hessen und der Stadt Bad Hersfeld. “

Sehr gute Ergebnisse in der Schauspielsparte: „Wir hatten insgesamt in diesem Jahr rund 88.000 Plätze im Angebot“, erläutert Stefan Pruschwitz. „Wir freuen uns, dass wir zum Beispiel mit der KOMÖDIE DER IRRUNGEN eine Auslastung von 87 Prozent erreicht haben. Die SOMMERNACHTS-TRÄUMEREIEN weisen 85 Prozent Auslastung aus. Auch der ZERBROCHNE KRUG war sehr gut besucht: fast 80 Prozent Auslastung. Im Vorjahr wurden für das Schauspiel in der Stiftsruine (ohne Familientheater) 72 Prozent der Karten verkauft, in diesem Jahr lag die Auslastung für das Schauspiel in und an der Stiftsruine bei fast 83 Prozent. Im Schloss Eichhof haben wir wie im Vorjahr rund 99 Prozent Auslastung erreicht.“

Auch im Musical eine Steigerung: „Mehr als 90 Prozent Auslastung erzielte das Musical CABARET – ein wunderbares Ergebnis“, erklärt Stefan Pruschwitz. Im Vorjahr erreichte das Musical in der Stiftsruine 76,51 Prozent. Die aktuellen Zahlen sind aber mit den Werten aus den Vorjahren insgesamt und im Detail nicht vergleichbar, so Stefan Pruschwitz weiter. Ganz besonders der Vergleich des hervorragend besuchten Kinderstückes DIE EULE, das in diesem Jahr im Buchcafe gezeigt wurde, mit dem Familienstück DON QUIJOTE, das 2014 in der viel grösseren Stiftsruine aufgeführt wurde, wäre unfair. Denn 2015 haben die Festspiele Dieter Wedels neues Konzept umgesetzt. Inzwischen gibt es andere Spielorte und eine ganz neue Sitzplatzsituation in der Stiftsruine.

Die Weiterentwicklung der traditionsreichen Festspiele ist und war, sagt Stefan Pruschwitz, ein Kraftakt, der im ersten Jahr des neuen Intendanten ausserordentliche Investitionen forderte, die aber nachhaltig wirken werden. Er legte dem Magistrat auf Wunsch bereits vor Ende des Geschäftsjahres eine erste Bilanz vor. „Wir sind auch da auf gutem Weg, auch wenn rund 175.000 Euro trotz der hervorragenden Saison mit hoher Auslastung mehr gebraucht werden.“

Er nennt einige Beispiele: Besonders der Investitionsstau aus den Vorjahren, die kurzfristige Absage eines Sponsors, dessen Engagement eigentlich schon zugesagt war und auch die neuen Bestimmungen zum Mindestlohn schlagen sich nieder. Neue Auflagen aus der Versammlungsstättenverordnung verursachten ebenso unerwartete Kosten. So muss zum Beispiel in allen Vorstellungen nun ein Elektriker vor Ort sein, den der Personalplan in diesem Jahr nicht vorsah. Der Ausfall eines Hauptdarstellers wegen Krankheit schlug ebenfalls zu Buche. Zudem hatten Mitarbeiter am Ende der Saison einen Verkehrsunfall, ein Fahrzeug musste ersetzt werden. Der Gesamtetat der 65. Bad Hersfelder Festspiele konnte mit Unterstützung der Förderer wie Stadt und Land und der Sponsoren sowie durch die hohen Einnahmen auf 6,09 Mio. Euro erhöht werden. „Das neue Team hat zudem Wege beschritten, um in Zukunft die Finanzen besser und sicherer planen zu können“, sagt Stefan Pruschwitz.

Für Dieter Wedel und das Team war die erste Spielzeit in jeder Hinsicht eine echte Herausforderung. Er konnte erst im November 2014 mit der konkreten Planung beginnen. Trotzdem hat er schon in seinem ersten Jahr in Bad Hersfeld das Konzept der Festspiele grundsätzlich verändert. Neben einer neuen Zuschauertribüne mit mehr Sitzkomfort und Beinfreiheit mit 1200 Plätzen und mehr Ein- und Ausgängen, die eine Pause möglich machen, gibt es eine moderne Licht- und Tontechnik in der Stiftsruine. Auch das Konzept, den Park rund um die historische Spielstätte zu beleuchten und mit Gastronomie und Sitzplätzen zu einem FOYER IM GRÜNEN zu verwandeln, ist aufgegangen. Die Firma Bücking ist mit dem ersten Jahr sehr zufrieden und freut sich, dass die kulinarischen Angebote vor allem in der Pause sehr genutzt wurden. Das Medieninteresse konnte deutlich gesteigert werden. Bad Hersfeld war in allen Medien vertreten: Fernsehen, Hörfunk, Zeitungen, Zeitschriften sowie Internetportale berichteten. Besonders auch die glamouröse und festliche Eröffnung mit prominenten Besuchern wie Ministerpräsident Volker Bouffier, Jan Hofer, Elisabeth Lanz, Ottfried Fischer, Cherno Jobatey und weiteren Politikern wie Wolfgang Bosbach auf dem roten Teppich hat bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Die 66. Bad Hersfelder Festspiele werden vom 24. Juni bis zum 28. August 2016 stattfinden. Der Kartenvorverkauf wird Anfang November beginnen.  +++ fuldainfo

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