Bauernpräsident fordert nach schlechter Ernte 2026 Sofortprogramm der Bundesregierung

Ernte duerre

Angesichts einer ernüchternden Erntebilanz für das Jahr 2026 fordert der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied, ein Sofortprogramm der Bundesregierung zur Entlastung der landwirtschaftlichen Betriebe. Die Ernte sei insgesamt unterdurchschnittlich ausgefallen, zugleich seien die Preise niedrig und die Kosten für wichtige Betriebsmittel weiterhin hoch. „Wir haben nur eine unterdurchschnittliche Ernte einfahren können“, sagte Rukwied den Sendern RTL und ntv.

Besonders enttäuschend sei der Weizen ausgefallen. Beim Raps habe es sogar einen sehr schlechten Ertrag gegeben. Für die landwirtschaftlichen Betriebe sei vor allem die Kombination aus niedrigen Erträgen und niedrigen Preisen problematisch. Das Preisniveau sei nach Einschätzung des Bauernpräsidenten nicht wirklich kostendeckend. Gleichzeitig würden die Betriebe durch hohe Kosten für Energie, Diesel, Düngemittel und Pflanzenschutzmittel belastet. „Alles ist sehr teuer“, sagte Rukwied.

Der Bauernpräsident fordert deshalb mehrere kurzfristige Maßnahmen. Als ersten Schritt müsse die Düngemittelhilfe aufgestockt werden. Die Europäische Union habe Deutschland dafür 60 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Dieser Betrag könne auf bis zu 180 Millionen Euro erhöht werden. Genau das erwarte der Deutsche Bauernverband von der Bundesregierung. Die Auszahlung müsse nach Rukwieds Forderung bereits im September über die Berufsgenossenschaft erfolgen.

Darüber hinaus müssten die Landwirte bei den Treibstoffkosten entlastet werden. Rukwied verlangt deshalb eine sofortige Reduzierung der Besteuerung von Diesel, zunächst mindestens bis Ende November. Die Belastungen bei den Betriebsmitteln seien angesichts der schlechten Erträge und des niedrigen Preisniveaus für viele Betriebe besonders schwer zu verkraften.

Als dritten Punkt fordert der Bauernpräsident eine frühere Auszahlung der Direktzahlungen aus EU-Mitteln. Diese sollten bereits im Oktober an die landwirtschaftlichen Betriebe fließen. Üblicherweise würden Ende Dezember zunächst 80 Prozent ausgezahlt. Zugleich müsse sichergestellt werden, dass die verbleibenden 20 Prozent ebenfalls im Dezember zur Verfügung stünden.

Für die Betriebe gehe es dabei nicht allein um eine kurzfristige finanzielle Entlastung. Das Geld werde benötigt, um die nächste Ernte vorzufinanzieren, erklärte Rukwied. Die Vorbereitungen für die kommende Saison hätten bereits begonnen. „Wir fangen ja jetzt schon an mit der Bodenbearbeitung und der Herbstaussaat“, sagte der Bauernpräsident. Angesichts der schwachen Ernte und der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen drängt der Deutsche Bauernverband deshalb auf schnelle Entscheidungen der Bundesregierung. +++


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