Ausstellung zeigt queeres Leben in der Region

Wie leben queere Menschen in der Region? Und welche Orte verweisen auf die Existenz queeren Lebens in Fulda und Umgebung? Das zeigt die Ausstellung „Queere Worte – Queere Orte“ im Konzeptkaufhaus KARL in der Rabanusstraße. Eröffnet wird sie am 3. November 2023 um 18 Uhr mit einem Vortrag der Nachwuchswissenschaftlerin Jana Zentgraf über ihre Forschung zu queerem Leben in ländlichen Räumen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Die Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich.

Fotografische Momentaufnahmen und Ausschnitte aus Interviews

Zu sehen sind ausgewählte Momentaufnahmen queerer Fotoamateure aus der Region. Mit einer Einmalkamera hielten sie ihre Wahrnehmungen sowie ihre eigenen Inszenierungen queerer Orte in der Region fest. Begleitet werden die Fotos durch Ausschnitte aus mehrstündigen biographischen Forschungsinterviews mit queeren Menschen aus der Region, die im Rahmen des transdisziplinären Forschungsprojekts ‚Akzeptanz und Vielfalt in Fulda und Region‘ entstanden. Das Forschungsmaterial umfasst insgesamt mehrere tausend Seiten und stellt eine einzigartige Dokumentation queerer Lebensweisen in ländlichen Räumen dar.

Queeres Leben besser verstehen

„Mit der Ausstellung wollen wir einen offenen und lebendigen Ort in der Mitte Fuldas schaffen, der die Möglichkeit bietet, sich mit queerem Leben in der Region auseinanderzusetzen, es besser zu verstehen und anzuerkennen“, sagt Projektleiterin Professorin Dr. Carola Bauschke-Urban von der Hochschule Fulda. „Wir haben durch unsere Forschung festgestellt, dass es noch große Lücken in der Anerkennung queerer Menschen in ländlichen Räumen gibt. Die Ausstellung soll daher auch dazu beitragen, den Umgang mit Diversität in ländlichen Räumen wissenschaftlich zu untersuchen und zu fördern.“ Bis Ende Februar 2024 werden die Fotos und Interviews im Konzeptkaufhaus Karl gezeigt. Ein hochkarätiges Kulturprogramm rahmt die Ausstellung. So präsentiert die öffentliche Filmreihe ‚Queer Cinema‘ ab 15. November im Hochschulzentrum Fulda Transfer international ausgezeichnete Filme mit Kultstatus. Im Rahmenprogramm sind zudem wissenschaftliche Einführungen und begleitete Diskussionen zu den gezeigten Filmen vorgesehen. Die Veranstaltungen werden durch künstlerische Auftritte aus der queeren ‚Ballroom Culture‘ und durch Beiträge aus der queeren Community aus der Region abgerundet.

Zum Forschungsprojekt Akzeptanz und Vielfalt

Das von Professorin Dr. Carola Bauschke-Urban am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Hochschule Fulda geleitete transdisziplinäre und regional verankerte Forschungsprojekt „Akzeptanz und Vielfalt in Fulda und Region“ ist bundesweit einzigartig. Mit seiner innovativen Struktur schlägt das Projekt Brücken zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und regionaler Community. Das Projekt kooperiert unter anderem mit der Stadt Fulda, dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, hessischen und kommunalen Akteuren und Netzwerken der Zivilgesellschaft sowie mit der lokalen queeren Community. Gefördert vom hessischen Sozialministerium arbeiten die Wissenschaftler aus dem Projektteam, Jana-Christina Zentgraf und David Muniz-Hernandez, gemeinsam mit der queeren Community in der Region daran, queeren Menschen auch in ländlich geprägten Regionen mehr Vernetzung und mehr Anerkennung zu ermöglichen. Zugleich verfolgt das Projekt das Ziel, die Akzeptanz für queeres Leben, insbesondere in ländlichen Räumen, zu erhöhen. Erstmals wird durch das Projekt auch eine explizite Forschung über das Zusammenwirken von queeren Lebensweisen, Diversität und partizipativen Demokratisierungsprozessen in ländlichen Räumen realisiert. Mehr Infos unter: www.akzeptanz-und-vielfalt-in-fulda-und-region.de. +++ pm