Noch bis 28. Februar präsentiert der Landesverband Hessen des Deutschen Journalistenverbands (DJV) in Kooperation mit der Katholischen Akademie des Bistums Fulda sowie der GSP-Sektion Fulda die Ausstellung „Ukraine: Journalists in WAR zones“ im Bonifatiushaus. Zu sehen sind 27 Foto-Motive renommierter ukrainischer und internationaler Fotografinnen und Fotografen aus den Kriegsgebieten in der Ukraine: bedrückend, erschütternd, aber manchmal auch mit Zeichen der Hoffnung. Beispielsweise nach der Rettung von Opfern, was für den Widerstandswillen der Ukrainer steht. Gunter Geiger, Direktor der Katholischen Akademie des Bistums Fulda, sowie Michael Schwab als Organisator und Vorsitzender des Fachausschusses Europa im DJV Hessen sowie Leiter der GSP-Sektion Fulda sind sehr zufrieden über den bisherigen Verlauf. Aufgrund der zentralen Ausstellungsfläche haben bereits einige „hundert Besucher der Akademie die Fotos betrachten können. Der Zuspruch und das Interesse an den Fotos ist groß.“
Apell an Menschlichkeit
Was empfinden die Ausstellungsbesucher angesichts der Fotos? Für Gisbert Hluchnik erschließt sich der Sinn, gerade diese „Bilder und Eindrücke, die beinahe täglich vor unseren Augen ablaufen, in eine Ausstellung zu bringen, beim Beobachten der Besucher, beim Blick in ihre Gesichter und auf ihr Verhalten.“ Manche blieben zum Teil „minutenlang vor einem Bild stehen“ und ließen die Details und Informationen der Foto-Motive auf sich wirken. „Das ist eindrücklich, macht nachdenklich und betroffen,“ beschreibt der Fuldaer, wie er deren Wirkung wahrgenommen hat. Bilder aus dem Krieg, über Menschen und Schicksale in einem angemessenen Rahmen wie der Akademie als Bildungsstätte zu präsentieren, sei aus Besuchersicht, aber insbesondere auch aus Sicht der Veranstalter eine „gute Entscheidung.“ Die Hinführung zum Thema bei der Ausstellungseröffnung durch Schilderung eigener Erlebnisse und eindringliche mahnende Worte der Referenten sind aus Hluchniks Sicht zudem ein “Appell an unsere Werte und Menschlichkeit.“
Wahrheit erzählen
Akademiedirektor Geiger ergänzt, er sehe „die Motive für diese Ausstellung vor allem in der bedrückenden Realität der Journalisten, die im Krieg alles riskieren, um die Wahrheit zu erzählen.“ Das Sprichwort ‚Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit‘ treffe auf tragische Weise zu – besonders in Zeiten von Desinformation und Propaganda. Die Ausstellung ‚Ukraine – Journalists in War Zones‘ zeige nicht nur die Opfer des Krieges, sondern auch den „unermüdlichen Einsatz jener, die inmitten der Zerstörung und der Gefahr für ihre eigene Sicherheit die Wahrheit an die Welt weitergeben.“
Wenn man mit Ausstellungsbesuchern spricht, taucht immer wieder die persönliche Betroffenheit auf, die die Kriegsfotos auslösen. Ein Gast beschreibt seine Gefühle beim Rundgang durch die Ausstellung so: „Es ist erschreckend zu sehen, wie stark Journalisten in Kriegsgebieten eingeschränkt werden. Die Fotos und Berichte haben mich wirklich berührt. Ich glaube, diese Ausstellung ist für alle, die sich für die Bedeutung von freiem Journalismus interessieren, ein Muss.“ Eine weitere Ausstellungsbesucherin gibt zu bedenken ,besonders die Werke von Efrem Lukatsky und Jewhen Maloletka „haben mir die menschliche Seite des Krieges vor Augen geführt.“ Es sind nicht nur Bilder von Zerstörung, sondern auch von „Resilienz, von Menschen, die trotz aller Widrigkeiten für die Wahrheit „kämpfen.“
Für den DJV und die GSP betonte Schwab, die Schreckensbilder aus dem vom Krieg heimgesuchten Land gehörten fast schon zum Alltag. Wären da nicht Journalistinnen und Journalisten, die durch ihre gefährliche, beharrliche Arbeit immer wieder gegen Gleichgültigkeit, Desinteresse oder politische Fehleinschätzung ankämpfen und mit ihren Berichten sowie Fotos wachrütteln wollen. Medienschaffende sind es, die der Weltöffentlichkeit die ganze Grausamkeit und die Folgen dieses Konflikts schonungslos vor Augen führen. „Das ist auch der Grund, warum wir gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern diese Ausstellung des nationalen ukrainischen Journalistenverbands (NUJU) nach Fulda geholt haben.“
Schau noch bis 28.2.
Getötete oder verwundete Zivilisten und Soldaten, zerstörte Infrastruktur, Häuser, Wohnungen, Kraftwerke, Staudämme und Straßen – vertraute Bilder seit bald drei Jahren. Und ein Frieden kaum in Sicht. Seit 24. Februar 2022 tobt nun schon der mörderische Konflikt in einer Kernregion Europas, als russische Truppen in die Ukraine einmarschiert sind: ein völkerrechtswidriger Akt gegen ein freies und souveränes Land, ein klarer eklatanter Bruch der europäischen Friedensordnung. Die aktuelle Ausstellung „Ukraine: Journalists in WAR zones“, die vor wenigen Wochen unter anderem von DJV-Landesvorsitzendem Knud Zilian, Gunter Geiger und Michael Schwab sowie mit einer eindrücklichen Schilderung der ukrainischen Exil-Journalistin Oksana Meleshchenko aus ihrer Heimat eröffnet wurde, ist noch bis zum 28.Februar 2025 werktags von 9 bis 17 Uhr im Bonifatiushaus zu besichtigen. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. +++

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