Fulda. Das diesjährige Ausbildungsjahr hat begonnen und viele tausend Auszubildende der Region starten ins Berufsleben. Die Berufsausbildung ist ein neuer Lebensabschnitt und oft tauchen Fragen auf: Was bedeutet Probezeit? Muss ich Überstunden machen? Kann ich meinen Ausbildungsplatz wechseln? „Unterstützung erhalten Auszubildende auf unserer Berufsschultour, die dieses Jahr am 25. September in Südosthessen startet“, erklärt Kathrin Harth, DGB-Jugendbildungsreferentin. „Als Gewerkschaftsjugend vor Ort kommen wir in die Berufsschulen, um Azubis über ihre Rechte zu informieren“, so Harth weiter.
Was ist vor Beginn einer Ausbildung zu beachten? Es gilt einen Ausbildungsvertrag abzuschließen! Dieser sollte den Zeitraum der Berufsausbildung sowie die Berufstätigkeit, für die ausgebildet werden soll, enthalten. Wichtig sind Angaben dazu, wie die Ausbildung zeitlich und sachlich aufgegliedert ist. Wo ist der Ausbildungsort und welche Ausbildungsmaßnahmen sind außerhalb der Ausbildungsstätte vorgesehen? Schließlich ist die Dauer der regelmäßigen täglichen Arbeitszeit, der Probezeit und des Urlaubs darin zu regeln. Und natürlich die Zahlung und Höhe der Ausbildungsvergütung! Als angemessen gilt eine Vergütung, die mindestens 80 Prozent der in der Region und Branche geltenden tariflichen Vergütung entspricht. Harth betont: „Der Vertrag sollte festhalten, ob und welche Tarifverträge gelten! Auch Angaben über Betriebs- oder Dienstvereinbarungen sowie die Voraussetzungen, unter denen der Berufsausbildungsvertrag gekündigt werden kann, sollten enthalten sein“. Weiter ist es wichtig, vorab zu klären: Gibt es ein_e Ausbilder_in für den gewählten Ausbildungsberuf? Bekomme ich alle Ausbildungsmittel kostenlos? Werde ich für die Berufsschule freigestellt? Werde ich nach der Ausbildung übernommen?
Bei Fragen zum Thema Ausbildung können Auszubildende die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV), den Betriebs- oder Personalrat im Betrieb sowie das nächste Gewerkschaftsbüro ansprechen. Harth empfiehlt: „Den Vertrag vor der Unterzeichnung gut durchlesen und bei Unklarheiten sofort nachfragen. Es lohnt sich, den Ausbildungsvertrag von der Gewerkschaft prüfen zu lassen und darauf zu achten, dass ein betrieblicher Ausbildungsplan angehängt ist“. Harth bekräftigt: „Wer meint, etwas läuft in der Ausbildung schief, sollte sich unbedingt schnellstmöglich Unterstützung suchen, da sonst das Ausbildungsziel vielleicht nicht erreicht werden kann“. Bei der Online-Beratung der DGB-Jugend „Dr. Azubi“ beraten Expert_innen unter www.dr-azubi.de anonym und zuverlässig zum Thema Ausbildung und geben Tipps. Die Angebote der Gewerkschaftsjugend richten sich auch an Jugendliche, die mit Mängeln in ihrer Ausbildung konfrontiert sind und an jene, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. +++
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