Arbeiten im Windpark Berngerod gehen zügig voran

Wind br2

Schlitz-Berngerod. Am Sonntagmorgen, als der Winter seine Visitenkarte wieder einmal leicht abgegeben hatte, konnte beobachtet werden, dass sich bereits vier Windräder drehten. Näheres dazu konnten wir gestrigen Morgen von Manuel Schmuck, dem Projektleiter von ABO-Wind, dem Bau ausführenden Unternehmen aus Wiesbaden, erfahren.

Alle 12 Betontürme bis zu einer Höhe von 86 Metern stehen bereits. Dieser Turm ist, wie nach Fertigstellung alle anderen auch, 139 Meter bis zur Nabe hoch weil noch zwei Stahlteile aufgesetzt werden müssen.
Alle 12 Betontürme bis zu einer Höhe von 86 Metern stehen bereits. Dieser Turm ist, wie nach Fertigstellung alle anderen auch, 139 Meter bis zur Nabe hoch weil noch zwei Stahlteile aufgesetzt werden müssen.

Wie er ausführte, sind bereits sieben Anlagen betriebsfertig errichtet und für den Probelauf funktionsfähig. Man hoffe, sollte der Winter nicht einen Strich durch die Planungen machen, dass in naher Zukunft alle Anlagen fertiggestellt sind und dass im Frühjahr die Stromerzeugung anlaufen kann. Danach soll mit dem Rückbau der Flächen und Wege begonnen werden, sodass noch in diesem Jahr alle vorgesehenen Arbeiten im Berngerod beendet werden könnten. Des Weiteren bestätigte Manuel Schmuck uns, dass der gesamte Windpark von dem großen Versicherer Talanx käuflich erworben worden sei und das es derzeit Gespräche über die Ausgestaltung einer Bürgerbeteiligung gebe.

Diese Aussage konnte uns auch gestern Morgen Bürgermeister Hans-Jürgen Schäfer bestätigen und zusätzlich darüber informieren, dass die heimischen Geldinstitute Volksbank und Sparkasse in die Verhandlungen zur Gesamtfinanzierung des Windparks eingebunden seien. Er hoffe, in naher Zukunft ausführlich darüber informieren zu können. Dass die Großgemeinde 20 Jahre lang sicher mit 144000 Euro jährlich an den Erträgen partizipieren wird, darüber haben wir bereits hin und wieder informieren können. +++ fuldainfo | hans schmidt


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2 Kommentare

  1. Saubere Energie ?
    Nun ist es doch vollendet, dass vielgerühmte Windkraftgroßprojekt Berngerod. Die Rotoren drehen
    sich bereits im Wind und produzieren sauberen Strom. Ein wichtiger Beitrag zum Atomausstieg, so wird gesagt. Also alles gut oder ? Nein, sicher nicht. Die Natur blieb wieder einmal aufgrund des
    menschlichen Willens auf der Strecke. Um das Gewissen zu beruhigen, wird von Renaturierung und
    Ersatzmaßnahmen gesprochen. Aber was bleibt sind immerhin 8 Hektar gefällte Waldfläche. Ist das
    nichts ? Was bleibt ist ein für lange Zeit gestörter Wald. Was bleibt ist eine geschundene und bis zum Bau wunderschöne, einmalige Kulturlandschaft. Was bleibt ist nun der Anblick von riesigen Windenergiemonstern, die diese Landschaft in eine Industrielandschaft verwandeln.
    Und dazu gibt es auch noch eine angeblich breite Zustimmung der Bevölkerung. Das macht traurig
    und zeigt, wie wenig Menschen heute Natur noch schätzen. Erst recht wenn dann noch der schnelle
    Profit der Land-und Forstbesitzer, der beteiligten Firmen, der Betreiber und der Gemeinden dazu kommt. Dann geht es auch schon lange nicht mehr nur um saubere Energie. Denn nachweislich bringen die meisten Windanlagen in Hessen nicht die vollmundig angekündigte Leistung. Auf einem
    Bauschild für Wanderer kann man lesen, dass man sich für evtl. vorübergehende Störungen und Beeinträchtigungen entschuldigt. Aber wer entschuldigt die dauerhaft bleibende Störung ?
    Die massive Störung der Natur, der tierischen Waldbewohner und des Landschaftsbildes ? Ich ahne es schon : Wohl wie immer keiner! Es lebe der Fortschritt! Denn wie man mir von ABO -Wind mitteilte, sollen Windräder ja als Symbol für Fortschritt verstanden werden. Und von diesen Symbolen sollen ja bis 2020 noch sehr viele mehr in Hessen folgen. Ich hatte mich bewusst für
    das Leben in einer ländlichen Region entschieden. Eben wegen der unberührten, schönen Landschaft
    im Vogelsberg. Eine Landschaft ohne industrielle Bauwerke. Wenn aber nun eben dies zunichte
    gemacht wird, kann man auch wieder in eine Großstadt ziehen. Da habe ich auch eine verbaute
    Natur, aber den Vorteil den Supermarkt zu Fuß zu erreichen. Was ich damit sagen will, wer will
    denn zukünftig noch in eine strukturschwache, ländliche Region ziehen, wenn neben der fehlenden
    Infrastruktur dann auch noch das eigentliche Kapital der Region wegbricht ? Nämlich die ungestörte Natur. Und über Tourismus braucht man dann auch nicht mehr nachdenken. Ich glaube,
    darüber machen sich die vielen durch schnellen Profit verblendeten Zustimmer garkeine Gedanken.
    Ja, die Windräder drehen sich nun. Also alles in Ordnung ? Wohl kaum.
    Wie sagte bereits Schiller zu seiner Zeit ? "Die Welt ist vollkommen überall, wo der Mensch nicht hinkommt mit seiner Qual."
    Leider kommt er heutzutage überall hin. Nun auch mitten in die bis vor kurzem noch unberührten
    Wälder Osthessens.

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