Streit in Koalition um Lohngleichheits-Gesetz verschärft sich

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Katarina Barley (SPD)

Berlin. In der Koalition verschärft sich der Streit um das geplante Gesetz für mehr Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen: SPD-Generalsekretärin Katarina Barley wirft Kritikern aus der Union eine „dauernde Diskriminierung von Frauen“ vor. „Wenn es zum Schwur für mehr Frauenrechte kommt, ducken sich die Konservativen weg“, sagte Barley den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Sie reagierte damit auf einen Beschluss des einflussreichen Parlamentskreises Mittelstand der Unions-Bundestagsfraktion, der sich gegen das gesamte Gesetzesvorhaben von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) ausspricht und es als „überflüssig“ und „schädlich“ bezeichnet. Barley nannte diesen Beschluss „armselig“. „Überflüssig und schädlich ist die einzig die dauernde Diskriminierung von Frauen aus den Reihen der Union“, erklärte die SPD-Politikerin. Die Gegner des Gesetzes in der Union hätten „schlicht Angst vor den gesellschaftlichen Folgen, wenn Frauen auch auf dem Gehaltszettel mit Männern gleichgestellt werden.“ Deshalb lehnten sie das Gesetz ab, sagte Barley.

Frauen müssten aber ein Recht bekommen zu erfahren, ob sie in ihrem Betrieb schlechter bezahlt werden als ihre männlichen Kollegen. „Das ist der erste Schritt zu mehr Lohngerechtigkeit. Denn nur wer weiß, ob er zu wenig bekommt, kann auch für mehr kämpfen“, sagte Barley. „Sollte es keine unterschiedliche Bezahlung bei gleichwertiger Arbeit geben, würde sich das durch ein Auskunftsrecht herausstellen.“ Schwesigs Gesetzentwurf sieht unter anderem vor, dass Frauen in Betrieben ein Recht auf Auskunft über den Lohn männlicher Kollegen erhalten. +++ fuldainfo


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1 Kommentar

  1. Eines wird doch offensichtlich: die Union will, dass Frauen weiterhin ungerecht entlohnt werden!
    Die Union kann eben nicht: soziale Gerechtigkeit!
    Wer, wenn nicht die SPD, könnte das Thema soziale Gerechtigkeit lösen! Auch unter Einbeziehung einer richtig dosierten Vermögens- und Erbschaftssteuer! Wenn sie sich nur wieder auf ihre Kernkompetenz besinnen und nicht, wie z.B. aktuell zum Thema Soli, wieder in alten Gleisen bewegen würde.

    Und im übrigen: nach der Wahl ist vor der Wahl:
    http://youtu.be/0zSclA_zqK4
    Viel Spaß beim Anhören!

    PS: Eine neue SPD-Politik muss her, dann ist noch vieles möglich:
    Mehr Gerechtigkeit, mehr Solidaridät für Familien/Alleinerziehende/Rentner, weniger Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen, mehr Respekt vor den Bürgerrechten. Und als Kanzlerkandidatin: warum nicht auch Manuela Schwesig in Betracht ziehen? Oder auch Heiko Maas? Wäre eine gute Vorübung für die übernächsten Bundestagswahlen!
    Gabriel wäre nur noch vermittelbar, wenn er sich unverzüglich bei den Themen soziale Gerechtigkeit ggü. der Kanzlerin profiliert!

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