INSA-Umfrage: Deutsche sorgen sich um Lebensstandard im Alter

Rentenversicherung

Berlin. Eine Mehrheit der Deutschen (54,9 Prozent) hat Angst, dass die Alterseinkünfte nicht ausreichen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung des Meinungsforschungsinstituts INSA für „Bild“. Weniger Männer (49,1 Prozent) als Frauen (60,2 Prozent) haben Angst vor Altersarmut. Am geringsten ist die Angst bei den befragten über 65-Jährigen (41,1 Prozent) am höchsten bei den Befragten zwischen 18 und 64 Jahren (54,2 Prozent – 62,6 Prozent).

Interessant: Angst vor Altersarmut haben deutlich überdurchschnittlich die Wähler der Linken (63,7 Prozent) und der AfD (71,4 Prozent). Unterdurchschnittlich Angst davor, dass die Alterseinkünfte nicht ausreichen, haben die Wähler von CDU/CSU und FDP (jeweils (41,5 Prozent). Vier von fünf Deutschen (80 Prozent) sind davon überzeugt, dass ohne private Altersvorsorge die Rentner von morgen ihren Lebensstandard nicht halten können. Dreiviertel der Deutschen (74,5 Prozent) finden, dass der Staat, der durch die niedrigen Zinsen Milliarden einspart, diese Ersparnisse den Bürgern zukommen lassen sollte.

Der beste Weg dafür, ist aus Sicht der Mehrheit der Bürger (50,5 Prozent), die hierzu eine Meinung haben, wenn der Staat das Sparen über Zuschüsse fördert. Nur jeder Siebte (14,9 Prozent) glaubt, dass in einem staatlichen Fonds angesparte Gelder später nur für die Rente verwendet würden. INSA-Chef Hermann Binkert: „Die meisten Deutschen haben Angst vor Altersarmut. Staatsfonds wird nicht vertraut, die Mehrheit setzt auf private Altersvorsorge. Die Politik sollte die Befindlichkeiten der Bevölkerung ernst nehmen. Das Thema ist wahlentscheidend.“ +++ fuldainfo


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2 Kommentare

  1. Von der Arbeit direkt zum Bestatter,das spart dem Staat viele Kosten,so das politische Hobbies+Natokriege weiter finanziert werden koennen. Dies bestaetigt das viel falsch ist mit der Selbstherrlichkeit der CDUpolitiker. Ganz brav die CDU weiterwaehlen,dann gibt es in Zukunft keine Rentner mehr

  2. Nach wie vor wird bei den aktuellen Rentendiskussionen (Lebensleistungsrente, Ost-West-Angleichung) nicht auf die eigentlichen Herausforderungen: Demografieproblem und Altersarmut (erbärmliches Rentenniveau!) und auch nicht auf die möglichen Lösungen: auch die Produktionsfaktoren Boden und Kapital beitragspflichtig machen, eingegangen! Insofern ist das alles nur Stückwerk!
    Macht die Rente endlich im Sinne eines Gesamtkonzepts „wetterfest“, insbesondere auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels!
    Nachdem das Rentenpaket der Regierung beschlossen ist, wird es Zeit, sich dem eigentlichen Rententhema zu widmen und sich nicht den Blick durch die diesjährige Rentenanpassung von 4,25 bzw. 5,95% vernebeln zu lassen (in den letzten 20 Jahren hatten wir eine Rentenabsenkung in Höhe von – 10%!) bzw. die im Koalitionsvertrag festgeschriebene „Lebensleistungsrente“ einzuführen. Viele, die monatelang Sturm gegen die „abschlagsfreie Rente mit 63“ sowie die „Mütterrente“ gelaufen sind, haben soziale Kälte, nur wenige profitierende Rentner, hohe Ausgaben auf Kosten der jungen Generation und damit Ungerechtigkeit ausgemacht. Tatsächlich handelte es sich bei den genannten Maßnahmen allerdings lediglich um kleinere Korrekturen im Sinne der Rentengerechtigkeit. Die monatelange, tlw. beschämende Diskussion verschleierte jedoch das eigentliche Problem:
    das Rentenniveau wurde in den letzten Jahrzehnten von der Politik schrittweise durch Besteuerung, Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung, Rente mit 67, Riesterfaktor, Dämpfungsfaktoren… einerseits drastisch reduziert, andererseits wurde das Rentensystem durch rentenfremde Belastungen nachhaltig geschwächt. Insofern war auch die Kritik der Rentenversicherung an der Finanzierung der Mütterrente gerechtfertigt.
    Heute trägt die Mittelschicht (26% der Nettoeinkommen) rd. 54% zu den Beiträgen der Sozialversicherung bei, die Reichen (11% der Nettoeinkommen) aber nur rd. 6%. Ich frage mich, wer denn tatsächlich in unserem Land die Interessen der Rentner vertritt und z.B. dafür eintritt, das Rentenniveau wieder auf ein akzeptables Niveau anzuheben. Nicht weiter senken, nicht einfrieren, Anheben ist angesagt! Übrigens: andere OECD-Länder zeigen – auch ein Rentenniveau von über 60% ist möglich!
    Jetzt wären doch die Kritiker aufgerufen, die beklagte soziale Kälte aus dem Rentensystem zu nehmen. Ich warte auf deren Vorschläge und Initiativen. Oder ging es bei dem ganzen Lärm doch nur um die Sicherung und weitere Vermehrung des Wohlstands einiger Weniger, zu dem doch die heutigen und künftigen Rentner einen wesentlichen Beitrag geleistet haben?
    Anstatt gewissermaßen „Zur Belohnung“ das Rentenniveau tendenziell in Richtung Existenzminimum/Altersarmut abzuschmelzen, ist jetzt eine angemessene Anpassung des Rentensystems zur Zukunftssicherung angebracht. Da gebe ich insbesondere auch dem VdK in dieser Frage völlig Recht. Angemessen wäre auch, wenn die Kritiker, also gewisse Arbeitgeber und deren Sympathisanten (z.B. die sogenannten Rentenrebellen der Union), jetzt und die nächsten Monate dafür Sturm laufen würden.
    Ein erster Schritt könnte die Steuerfinanzierung rentenfremder Belastungen und damit die Korrektur dieses Rentenbetrugs sein. Auch ein flexibler Renteneintritt wäre sinnvoll. Und last but not least, auch die Produktionsfaktoren Boden und Kapital, d.h. die Wohlhabenderen müssen endlich in die Finanzierung mit einbezogen werden!

    Bis das passiert, mein Tip: Hören Sie mal an, was der Rentenrevoluzzer Sigismund Ruestig dazu auf YouTube zu Sagen bzw. zu Singen hat.

    http://youtu.be/BgVWI_7cYKo
    http://youtu.be/TgAi7qkD8qg
    http://youtu.be/mQvThNJkKbA

    Viel Spaß beim Anhören.

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