Ausgehend von der Volt-Fraktion im Fuldaer Stadtparlament sind Stadtverordnete zu zwei lockeren Austauschrunden in der Grillenburg in Lehnerz zusammengekommen. Bei den Treffen ging es weniger um Partei- oder Kommunalpolitik als vielmehr um persönliche Lebenswege und – erfahrungen, Ambitionen und Überzeugungen. Ein Treffen richtete sich gezielt an die weiblichen Stadtverordneten, das andere an Stadtverordnete unter 45 Jahren.
Vertreterinnen und Vertreter von insgesamt fünf Parteien und Wählerlisten haben an den Austauschformaten teilgenommen. Anna Kleespies von der Voltstadtverordnetenfraktion hat die Treffen organisiert. Ihr Anliegen war es, einen Raum zu schaffen, in dem sich Stadtverordnete auf Basis von Gemeinsamkeiten persönlich kennenlernen können.
„Antworten weniger in Parteipolitik, sondern in gemeinsamen Herausforderungen suchen.“
„Das Debattieren funktioniert besonders gut, wenn wir die Menschen hinter den Mandaten kennen. Gerade im kommunalpolitischen Ehrenamt begegnen uns Personen mit ganz unterschiedlichen Lebensrealitäten. Persönliche Begegnungen schaffen Verständnis, Vertrauen und neue Perspektive“, ist Kleespies überzeugt.
Neben persönlichen Einblicken wurden auch erste Ideen für eine künftige gegenseitige Unterstützung gesammelt. Dabei zeigte sich schnell, dass viele Herausforderungen unabhängig von Partei, Alter oder persönlichem Hintergrund geteilt werden. Auch Jochen Kohlert von der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN zieht ein positives Fazit über den Austausch: „Viele Entscheidungen von heute werden unsere und kommende Generationen noch über Jahrzehnte begleiten. Deshalb sollten wir weniger in politischen Lagern und mehr in gemeinsamen Herausforderungen denken. Ich würde mich freuen, wenn künftig noch mehr der eingeladenen Stadtverordneten diesen parteiübergreifenden Austausch bereichern.“
„Wenn wir über Parteigrenzen hinweg einander zuhören und begegnen, dann kann daraus ein solides Fundament für eine gute Zusammenarbeit entstehen.“
Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, sollen die beiden Treffen keine Konkurrenz zu bestehenden politischen Strukturen sein. Vielmehr gehe es darum, neben den formalen politischen Wegen zusätzliche, persönliche Verbindungen zu schaffen. Für Dr. phil. Tatevik Mamajanyan von der Wählerliste Fulda Gemeinsam Gestalten – kurz: FGG – liegt darin ein besonderer Mehrwert: „Wer die Erfahrungen und Beweggründe anderer besser kennt, kann unterschiedliche Positionen besser einordnen und auch bei gemeinsamen Herausforderungen schneller miteinander ins Gespräch kommen“, sagt die Sozial- und Kulturwissenschaftlerin und ergänzt: „Wenn darüber hinaus aus diesen Begegnungen ein Netzwerk entsteht, in dem wir uns auch über Fraktions- und Parteigrenzen hinweg unterstützen können, dann kann ein solides Fundament für eine gute Zusammenarbeit entstehen.“
Auch die langjährige Fuldaer Stadtverordnete, Ute Riebold (Die PARTEI), hegt die Hoffnung, dass der Austausch dazu beiträgt, das Wohl der Menschen dieser Stadt gezielt in den Fokus zu nehmen und parteipolitische Interessen hintenanzustellen. Als konkretes Ergebnis der Treffen sind die Teilnehmenden zunächst auf kurzem Weg miteinander vernetzt. Dadurch soll es künftig leichter werden, gezielt parteiübergreifend Menschen anzusprechen, Erfahrungen auszutauschen und bei bestimmten Fragestellungen Unterstützung zu organisieren.
Die positive Resonanz auf beide Formate ließe gespannt in die Zukunft blicken. Weitere Treffen und Austauschmöglichkeiten seien bereits in Planung. +++ ja
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