Spatenstich für neue Kita in Mittelkalbach: Gemeinde investiert rund sieben Millionen Euro in die Zukunft

Kalbach kita1

Ein guter und zukunftsweisender Tag für die Gemeinde Kalbach: Am heutigen Mittwoch wurde im Beisein von Vertretern der politischen Gremien und Gemeindemitarbeitenden sowie dem Ersten Kreisbeigeordneten des Landkreises Fulda, Frederik Schmitt (CDU), der erste Spatenstich für den Neubau einer fünfgruppigen Kindertagesstätte in der Straße „Am Forsthaus 1a“ im Ortsteil Mittelkalbach vollzogen. Kalbachs Bürgermeister und Kandidat für die Bürgermeisterwahl in Kalbach am 13. September, Mark Bagus (parteilos), bezeichnete den Beginn der Bauarbeiten als ein „besonderer Tag für die Gemeinde“. Mit dem Neubau soll eine dauerhafte und zukunftsfähige Lösung für den wachsenden Bedarf an Betreuungsplätzen im Ort geschaffen werden.

In seiner Rede stellte Bürgermeister Bagus heraus, dass der Bedarf an Betreuungsplätzen in den vergangenen Jahren rasant angestiegen sei. Insbesondere im Bereich U3 habe sich die Gemeinde, um allen Kindern im Alter von ein bis sechs Jahren einen Betreuungsplatz anbieten zu können, die vergangenen Jahre mit „Übergangslösungen“ beholfen. Diese Lösungen, so Bagus, seien wichtig und notwendig gewesen, könnten und sollten jedoch keine Dauerlösung sein. Mit dem Neubau der frühkindlichen Betreuungseinrichtung werde nun eine „langfristige Perspektive“ geschaffen.

Dass die Gemeinde auf eine weitere Kindertagesstätte angewiesen ist, habe aus Sicht des Bürgermeisters einen erfreulichen Hintergrund: Kalbach sei als Wohnort „attraktiv“, insbesondere für junge Familien mit Kindern. Demzufolge könnten sich in den kommenden Jahren weitere junge Familien in der Gemeinde ansiedeln. Die Nachfrage nach Wohnraum sei groß. Daher stehe die Gemeinde vor der Aufgabe, kurz- bis mittelfristig weitere Neubaugebiete zu erschließen. Dass Kalbach im Vergleich zu städtischen Regionen aktuell relativ hohe Geburtszahlen verzeichnet, untermauerte die Ausführungen des Gemeindeoberhauptes.

Der Neubau ist für die Gemeinde allerdings auch mit einer erheblichen finanziellen Herausforderung verbunden. Die Kosten für Bau, Ausstattung und Betrieb seien beträchtlich, gleichzeitig stehe die Gemeinde insgesamt vor großen finanziellen Aufgaben. Der Kita-Neubau habe daher eine sehr sorgfältige Abwägung erfordert, was sich die Kommune leisten könne und auch müsse, welche Investitionen notwendig seien und wie sich das Vorhaben verantwortungsvoll finanzieren lasse, ohne die finanzielle Handlungsfähigkeit der Gemeinde aus den Augen zu verlieren.

„Investition in die Zukunft“

Die Entscheidung für den Neubau sei dennoch klar gewesen. Bei der Betreuung von Kindern handle es sich nicht um irgendeine Investition, sondern um eine Investition in die Zukunft. Eine Gemeinde, die für junge Familien attraktiv sein wolle, müsse auch die entsprechende Infrastruktur bereitstellen. Kalbach wolle nicht nur heute attraktiv sein, sondern dies auch in Zukunft bleiben.

Gleichzeitig betonte Bagus die Verantwortung im Umgang mit den finanziellen Mitteln der Gemeinde. Der Spatenstich sei das Ergebnis vieler Gespräche, Beratungen, Planungen und Abwägungen, die mit dem Architektenwettbewerb Ende 2024 angestoßen worden seien. Mit dem Architekturbüro Trapp Wagner aus Hünfeld-Mackenzell habe die Gemeinde für das anspruchsvolle Projekt einen Partner gefunden, der Kompetenz, langjährige Erfahrung und ein hohes Verständnis für die besonderen Anforderungen einer modernen Kindertagesstätte mitbringe.

Entstehen wird eine eingeschossige Einrichtung in Mittelkalbach direkt an der Gemarkungsgrenze zu Niederkalbach. Das Gebäude ist auf die Anforderungen einer modernen und kindgerechten Betreuung ausgerichtet. Auf einer Nutzfläche von knapp 1.500 Quadratmetern sollen künftig bis zu 86 Kinder betreut werden. Vorgesehen sind drei U3-Gruppen mit jeweils zwölf Kindern sowie zwei altersgemischte Ü3-Gruppen mit jeweils 25 Kindern. Rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in der neuen Einrichtung tätig sein. Das Gebäude umfasst ein Volumen von etwa 9.750 Kubikmetern.

Die geschätzten Baukosten belaufen sich auf rund sieben Millionen Euro. Für den kommunalen Haushalt ist dies eine erhebliche Kraftanstrengung. „Aber beim Spatenstich für eine Kita sparen wir nicht am falschen Ende“, sagte Bagus. Die Gemeinde investiere damit nicht in die Gegenwart, sondern sichere die Lebensqualität der nächsten Generationen vor Ort und schaffe zugleich moderne Arbeitsplätze.

Der Entwurf sieht eine klare Aufteilung des Baukörpers mit einer differenzierten Dachlandschaft vor. Die Struktur orientiert sich an der Maßstäblichkeit der ortstypischen Bebauung. Aneinandergereihte Satteldächer markieren die einzelnen Funktionsbereiche, während Flachdachzonen als verbindende Übergänge sowie als Puffer zum Parkplatz, zum rückwärtigen Gebäudeteil und zum Außengelände der Kita dienen. Eine vorgehängte Holzfassade unterstützt das Erscheinungsbild. Das natürliche Material soll der Einrichtung einen warmen und offenen Charakter geben.

Die talseitig angeordneten Satteldächer kennzeichnen den Ü3-Bereich mit den beiden Gruppen und den ergänzenden Funktionsräumen wie Atelier, Werkstatt und Schlafraum. Die drei U3-Gruppen werden in dem parallel zum Parkplatz ausgerichteten Gebäudeteil mit den drei gereihten Satteldächern untergebracht. Jeder der fünf Gruppenbereiche verfügt über einen Aufenthaltsraum mit Differenzierungsraum, einen Waschraum und eine vorgeschaltete Garderobenzone.

Auch die Erschließungsflächen sind nicht ausschließlich als Verkehrswege gedacht. Sie werden als zusätzliche Spiel- und Aufenthaltsbereiche konzipiert und sollen Raum für Bewegung, Begegnung und gemeinsames Spiel bieten. Damit wird das Raumangebot der Gruppenräume ergänzt.

Das langgestreckte Satteldach links des Eingangs nimmt den Personalbereich, einen Raum für Elterngespräche sowie den Bewegungsraum mit den zugehörigen Nebenräumen auf. Im zentralen Übergang zwischen U3- und Ü3-Bereich befinden sich die Küche mit den dazugehörigen Nebenräumen sowie das Bistro. Der flache Riegel entlang des Parkplatzes beherbergt unter anderem das Leitungsbüro, einen Bildungsraum, die U3-Schleuse sowie weitere Neben- und Technikräume.

Auch bei der Gestaltung der Innenräume setzt der Entwurf auf natürliche Materialien. Vorgesehen ist eine ruhige Atmosphäre mit reizarm gestalteten Räumen, farblich zurückhaltenden und hellen Wandfarben sowie natürlichen Oberflächen. Türen, Wandverkleidungen und Einbaumöbel sollen beispielsweise in hellem Holz ausgeführt werden. Die Architektur soll sich dabei zurücknehmen und Freiraum für die Kreativität der Kinder bieten.

Die besondere Topografie des Grundstücks wird unmittelbar in die Planung einbezogen. Die Ebene des Gebäudeeingangs liegt gegenüber dem mittleren Straßenniveau etwa 1,30 Meter tiefer. Durch eine entsprechende Modellierung des Geländes soll eine ebenerdige und barrierefreie Verbindung zwischen den Aufenthaltsräumen und den Außenflächen entstehen. Das Außengelände wird in flachen Terrassen gestaltet, um allen Kindern den Zugang zu erleichtern. Zum Reithrasengraben am hinteren Grundstücksende ist eine Vegetationszone vorgesehen, die den Spielbereich der Kindertagesstätte auf natürliche Weise optisch einfassen soll.

Der Haupteingang ist vom Parkplatz aus barrierefrei erreichbar. Zusätzlich führt eine separate fußläufige Zuwegung in Verlängerung des Kita-Eingangs zum Gebäude. Sie soll eine sichere Erreichbarkeit unabhängig vom Fahrverkehr auf dem Parkplatz ermöglichen. Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit sind neben Funktion und Gestaltung ein wesentlicher Bestandteil der Planung. Die Flachdächer werden begrünt, während die Satteldächer teilweise mit Photovoltaikmodulen ausgestattet werden. Ein ergänzender Speicher soll die Nutzung des erzeugten Stroms für den Eigenbedarf ermöglichen.

Der Neubau wird als klimafreundlicher Neubau geplant und gefördert. Ein wesentlicher Bestandteil ist dabei der Lebenszyklusnachweis, das sogenannte LCA – Life Cycle Assessment. Dabei werden die Umweltwirkungen nicht nur während des Betriebs, sondern über die gesamte Lebensdauer des Gebäudes betrachtet. Berücksichtigt werden die Herstellung der Baustoffe, die Errichtung und Nutzung des Gebäudes ebenso wie Rückbau und Entsorgung. Bereits während der Planung fließen damit Kriterien wie Konstruktion, Materialwahl, Energieeffizienz und langfristige Umweltwirkungen in die Entscheidungen ein. Die Anforderungen der Förderung und der LCA-Nachweis ergänzen die architektonische Konzeption um einen ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz.

Für Bürgermeister Mark Bagus ist der Baubeginn zugleich Anlass, denjenigen zu danken, die das Projekt vorbereitet und auf den Weg gebracht haben. Sein Dank gilt der Lenkungsgruppe Kita-Neubau und dem Gemeindevorstand für die notwendigen mutigen und zukunftsorientierten Entscheidungen und die Unterstützung, ebenso der Verwaltung und der Kita-Leitung für die intensive Vorbereitung. Auch den Planern und Fachbüros sowie allen weiteren Beteiligten, die das Projekt vorbereitet haben und in den kommenden Monaten begleiten werden, sprach Bagus seinen Dank aus.

Ein besonderer Dank des Bürgermeisters galt zudem den pädagogischen Fachkräften, die täglich dafür sorgen, dass die Kinder betreut und gefördert werden. Mit den neuen Räumlichkeiten sollen auch ihnen die entsprechenden Rahmenbedingungen für ihre wichtige Arbeit zur Verfügung gestellt werden. „Ein Ort für Kinder ist mehr als ein Gebäude: Er ist ein Versprechen an die Zukunft“, sagte Bagus. Für das Bauvorhaben wünschte er allen Beteiligten einen guten, sicheren und möglichst reibungslosen Verlauf sowie Erfolg und gutes Gelingen.

Anforderungen an Kita gestiegen

Der Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Fulda, Frederik Schmitt, schlug in seinem Grußwort die Brücke zum diesjährigen begangenen 1200-jährigen Jubiläum des Ortsteils Niederkalbach, wo eine ganze Gemeinde gemeinschaftlich in die Vergangenheit blickt. Der heutige Spatenstich zeige, dass man nicht nur in die Vergangenheit blicke, sondern gemeinschaftlich auch in die Zukunft und in die der Kinder investiere. In den vergangenen fünf bis 10 Jahren sei, so Schmitt, landkreisweit ein enormer Ausbau an Kita-Betreuungsplätzen verzeichnet worden. So seien in den letzten 10 Jahren 700 Betreuungsplätze geschaffen worden, 600 davon seien saniert worden. Nach Schmitt unterscheide sich ein heutige Kita-Bau fundamental von dem, der noch vor 20, 30 Jahren gebaut wurde. „Wenn wir an die Raumgestaltung denken mit Differenzierungsräumen, Essensräumen, Elternbesprechungsräumen, Sozialräumen betreten wir ein ganz anderes Niveau als das, was wir zu unserer eigenen Betreuungszeit vorgefunden haben“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete anlässlich des Ersten Spatenstichs für die neue Kita in Kalbach-Mittelkalbach.

Stellvertretend für das Planungsteam des Architekturbüros Trapp Wagner Architekten und Ingenieure in Hünfeld-Mackenzell richtete sich Carsten Trapp, Architekt, M. Eng. Dipl.-Ing. (FH) (BDH), mit einem kurzen Grußwort an die Im „Am Forsthaus 1a“ versammelte Festgemeinde. Carsten Trapp erinnerte an die Anfänge des Planungsteams gemeinsam mit den Gemeindevertretern und dem Team der Kita „Wirbelwind“ um Leiterin Jessica Huber vor eineinhalb Jahren. Der Architekt freute sich über die Anwesenheit der Erzieherinnen und Kinder der Kita Wirbelwind, die im nächsten in den Neubau einziehen werden. Wie Trapp ausführte, werde sich der fünfgruppige Bau mit seinen Funktionsräume in die freie Landschaft zwischen die beiden Ortschaften Mittel- und Niederkalbach wie hierzulande typisch einfügen. In der Fachsprache der Architekten sei ein Spatenstich immer ein „Meilenstein“. Die Planungen seien nahezu abgeschlossen und der Baubeginn stünde kurz bevor.

Neben Bauzeit und Qualität, so Trapp, liege der Fokus auf den Kosten auch vor dem Hintergrund der gestiegenen Löhne und Materialkosten. Damit verantwortungsvoll umzugehen, habe für das Architekturbüro ein besonderer Stellenwert. Sein Dank galt der Gemeinde Kalbach, vor allem den politischen Gremien und dem Team der Kita „Wirbelwind“ für das entgegengebrachte Vertrauen und die Möglichkeit, sich mit der neuen Kita nun auch in Kalbach profilieren zu können, und wünschte dem Projekt einen guten, unfallfreien Bauverlauf.

Emotionales Ereignis auch für Kita-Team

Dankesworte entsendete auch Kita-Leiterin Jessica Huber. Als die Erzieherin 2019 in der Kita anfing, war schon damals die Rede vom Baubeginn in etwa zwei Jahren. Dass es heute endlich so weit war, war für die Kita-Leiterin ein emotionales Ereignis. Huber ging heute auch auf die momentanen Betreuungsherausforderungen auf „zwei schönen behutsamen Inseln“ ein, die gemütlich seien, dennoch den Betreuungsalltag herausfordernd gestalte. „Meine Kolleginnen und Ich möchten die Kinder bei ihrem Abenteuer unterstützen; mit mehr Platz und lichtdurchfluteten Räumen. Wir freuen uns sehr auf den Neubau als ein Ort mit viel Kinderlachen“, sagte die Kita-Leiterin heute anlässlich des Spatenstichs für die neue Kita im „Am Forsthaus 1a“. Jessica Huber dankte den politischen Gremien und dem Architekturbüro dafür, von Anfang an mit in die Planungen miteinbezogen worden zu sein und für die Möglichkeit, eigene Wunschvorstellungen und Ideen vorgebracht haben zu dürfen. Ihrem Team dankte sie für die großartige Unterstützung.

Nach den Grußworten traten die Verantwortlichen zum symbolischen Ersten Spatenstich für ein Foto zusammen. Die Kinder der Kita „Wirbelwind“ freuten sich, dass auch sie mit ihren gelben Schippchen, Warnwesten und Sicherheitshelmen es den Erwachsenen gleichtun zu dürfen. Und so markierte der heutige Erste Spatenstich auch bei den kleinen Bürgerinnen und Bürgern Kalbachs ein erfreulicher und guter Tag für die Gemeinde Kalbach. +++ ja


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