Das Polizeipräsidium Osthessen feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum richtet die Polizei einen Tag der offenen Tür aus. Innenminister Roman Poseck würdigte dabei die Arbeit der rund 1.100 Beschäftigten und betonte die besondere Verwurzelung der Polizei in der Region.
„25 Jahre Polizeipräsidium Osthessen sind ein besonderer Grund zum Feiern“, sagte Poseck. Er gratulierte den Beschäftigten, ehemaligen Beschäftigten und der gesamten osthessischen Polizei und dankte insbesondere denjenigen, die das Präsidium in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten aufgebaut, geführt und geprägt haben.
Die Entscheidung, zum 1. Januar 2001 ein eigenes Flächenpräsidium mit Sitz in Fulda einzurichten, bezeichnete der Innenminister als „richtig und wegweisend“. Der damalige Innenminister Volker Bouffier habe damit gemeinsam mit Unterstützern aus Polizei, Kommunen, Landkreisen, Politik und Gewerkschaften die Grundlage für eine starke Sicherheitsstruktur in Osthessen geschaffen. Die vergangenen 25 Jahre hätten gezeigt, welche Bedeutung diese Entscheidung für die Region gehabt habe.
Dabei geht es nach Posecks Worten nicht allein um organisatorische Strukturen. Entscheidend sei die Nähe zu den Menschen. Das Polizeipräsidium Osthessen sei fest in der Region verwurzelt und kenne die örtlichen Strukturen. Gerade diese Nähe sei eine besondere Stärke, denn Vertrauen in die Polizei entstehe durch Präsenz, Verlässlichkeit, Ansprechbarkeit und konsequentes Handeln.
Die Zahlen der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik stützen diese Einschätzung. Osthessen zählt weiterhin zu den sichersten Regionen Hessens. Die Zahl der Straftaten ist im vergangenen Jahr erneut gesunken. Die Häufigkeitszahl liegt bei 4.182 Straftaten je 100.000 Einwohner und damit deutlich unter dem hessischen Landesdurchschnitt von 6.002. Die Aufklärungsquote von 67,5 Prozent gehört zu den besten im Land.
Sicherheit zeigt sich allerdings nicht nur in Statistiken. Auch größere und anspruchsvolle Einsatzlagen gehören zum Alltag der Polizei. Poseck verwies dabei ausdrücklich auf den Hessentag 2026 und den Castor-Transport, die von der osthessischen Polizei professionell bewältigt worden seien.
Besonders die kurzen Wege innerhalb der Region sieht der Innenminister als Vorteil. Bei seinen Besuchen habe ihn immer wieder beeindruckt, wie eng die Polizei vor Ort mit den Menschen verbunden sei. Man kenne sich, spreche miteinander und suche gemeinsam nach praktischen Lösungen. Als Beispiel nannte Poseck das Präventionsprogramm KOMPASS.
Die Stärke einer regional verankerten Polizei zeigt sich aus seiner Sicht gerade dort, wo Sicherheit nicht abstrakt bleibt, sondern im direkten Kontakt mit den Bürgern entsteht. Rund 1.100 Beschäftigte kümmern sich täglich um die Sicherheit in Osthessen. Poseck hob dabei auch persönliche Eindrücke hervor. Besonders beeindruckt hätten ihn die Streifenbegleitungen in Fulda und Hilders in den vergangenen Wochen. Dabei habe er selbst erlebt, wie professionell und engagiert die Beamten vor Ort handelten. Sie agierten zugewandt und empathisch, zugleich aber konsequent, wenn die Situation dies erfordere.
Der Tag der offenen Tür richtet den Blick deshalb auch auf eine andere Seite der Polizeiarbeit. Wo Bürger Einsatzmittel, Arbeitsweisen und Aufgaben der Polizei kennenlernen und mit den Beamten ins Gespräch kommen können, wird aus einer staatlichen Institution eine unmittelbar erfahrbare Einrichtung des Gemeinwesens. Dass zahlreiche Ehrengäste und Bürger das Jubiläumsfest besuchten, wertete Poseck als Zeichen einer besonderen Verbundenheit mit der Polizei.
Das Interesse an der Arbeit der Polizei und der gesamten Blaulichtfamilie sei zugleich Ausdruck von Anerkennung und Respekt für deren täglichen Einsatz. Gerade in Zeiten, in denen staatliche Institutionen häufig kritisch betrachtet werden, ist dieser direkte Austausch von Bedeutung. Vertrauen lässt sich nicht allein durch gute Zahlen herstellen. Es muss im Alltag immer wieder neu entstehen.
Das Polizeipräsidium Osthessen wurde zum 1. Januar 2001 im Zuge der hessischen Polizeireform eingerichtet. Ausschlaggebend waren unter anderem die besonderen geografischen und infrastrukturellen Gegebenheiten der Region, die großen Entfernungen zu den damaligen Präsidiumssitzen, die wachsende Bedeutung Fuldas als Oberzentrum sowie die Lage Osthessens an den Landesgrenzen zu Thüringen und Bayern.
Seitdem ist das Präsidium für die Landkreise Fulda, Hersfeld-Rotenburg und den Vogelsbergkreis zuständig. Von Fulda aus betreut es mit rund 1.100 Mitarbeitern ein Gebiet von rund 4.000 Quadratkilometern. Das entspricht 20 Prozent der Fläche Hessens. Rund 450.000 Bürger leben in diesem Zuständigkeitsbereich.
25 Jahre nach seiner Gründung steht damit weniger die institutionelle Geschichte allein im Mittelpunkt als die Frage, wie regionale Polizeiarbeit auch künftig funktionieren kann. Die bisherigen Zahlen geben Anlass zur Zuversicht. Gleichzeitig bleibt Bürgernähe eine Aufgabe, die nicht durch Jubiläen oder Statistiken erledigt ist. Sie muss täglich gelebt werden – durch Präsenz, durch Ansprechbarkeit und durch die Fähigkeit, Sicherheit konsequent zu gewährleisten, ohne den Kontakt zu den Menschen zu verlieren.
Zum Abschluss dankte Poseck allen Beschäftigten des Polizeipräsidiums Osthessen für ihren Einsatz. Sein besonderer Dank galt Polizeipräsident Michael Tegethoff sowie denjenigen, die das Jubiläumsfest vorbereitet und ermöglicht haben. Für die kommenden Jahrzehnte wünschte er dem Polizeipräsidium weiterhin Erfolg, eine große Nähe zu den Menschen und allen Beschäftigten eine sichere Rückkehr aus dem Dienst. +++

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