Mit einer feierlichen Zertifikatsübergabe hat der Landkreis Fulda fünf weitere ehrenamtliche Lotsinnen und Lotsen für ihre künftigen Aufgaben qualifiziert. Eine Integrationslotsin, zwei Integrationslotsen sowie zwei Gesundheitslotsinnen schlossen ihre dreimonatige Basisqualifizierung erfolgreich ab. Die Zertifikate überreichte Jürgen Stock, Fachbereichsleiter Arbeit und Soziales beim Landkreis Fulda.
Die ehrenamtlichen Integrationslotsinnen und Integrationslotsen begleiten Zugewanderte auf ihrem Weg in ein neues Lebensumfeld. Sie helfen dabei, sich im Alltag zurechtzufinden, unterstützen bei Behördengängen und Arztbesuchen, fördern das Erlernen der deutschen Sprache und stehen Familien unter anderem beim Kindergarten- und Schulbesuch oder bei der Wohnungssuche zur Seite. Ziel ist es, Orientierung zu geben und Missverständnisse im Alltag möglichst früh zu vermeiden.
Die dreimonatige Basisqualifizierung vermittelte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Kenntnisse in den Bereichen Kommunikation, interkulturelle Kompetenz, Behördenwissen, Rollenverständnis sowie über die Arbeit lokaler Netzwerke und Kooperationspartner. Die beiden Gesundheitslotsinnen absolvierten darüber hinaus zusätzliche Schulungen zu Themen wie dem deutschen Gesundheitssystem, Migration und Gesundheit, psychischer Gesundheit sowie chronischen Erkrankungen.
Die Qualifizierung als Integrationslotsinnen und Integrationslotsen haben Ingrid Früchtl, Christoph Kümpel und Bernhard Sitzmann abgeschlossen. Als Gesundheitslotsinnen wurden Nadiia Yurevych und Dagmar Zoth ausgebildet.
Bernhard Sitzmann, pensionierter Deutschlehrer und frisch qualifizierter Integrationslotse, möchte Menschen mit Migrationshintergrund den Start in Deutschland erleichtern. Das Erlernen der deutschen Sprache sei dabei ein entscheidender Baustein für eine gelingende Integration. Gemeinsam mit Integrationslotsin Ingrid Früchtl plant er, ein Sprachcafé einzurichten, in dem Zugewanderte ihre Deutschkenntnisse vertiefen können.
Auch Gesundheitslotsin Nadiia Yurevych bringt persönliche Erfahrungen in ihre ehrenamtliche Arbeit ein. Die aus der Ukraine geflohene Ärztin möchte Menschen unterstützen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben und nun in Deutschland Fuß fassen wollen. Durch die Qualifizierung habe sie ihre Kenntnisse insbesondere über das deutsche Gesundheitssystem erweitern können.
Das landesweite Programm der ehrenamtlichen Integrationslotsinnen und Integrationslotsen besteht im Landkreis Fulda bereits seit 2016. Die Ausbildung wird über das hessische WIR-Landesprogramm durch das Kompetenzzentrum Vielfalt Hessen unterstützt und finanziert. Die Koordination übernimmt die WIR-Koordination im Integrationsbüro des Landkreises Fulda. Dort werden regelmäßige Reflexions- und Netzwerktreffen organisiert, um den Austausch unter den Ehrenamtlichen zu fördern und sie bei Fragen oder Herausforderungen zu begleiten. Derzeit engagieren sich im Landkreis rund 20 aktive Lotsinnen und Lotsen. +++
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