Die Wahlkampfauftritte des Schauspielers Dieter Hallervorden für die CDU in Sachsen-Anhalt sorgen erneut für Unruhe in der Partei. Wenige Wochen vor der Landtagswahl wächst die Kritik an den politischen Aussagen des 90-Jährigen, der gemeinsam mit Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) auftritt und dabei wiederholt Positionen vertritt, die innerhalb der Union auf deutlichen Widerspruch stoßen.
„Es bleibt eine offene Frage, wie sinnvoll es ist, mit den zum Teil kruden Thesen von Herrn Hallervorden als CDU zu werben“, sagte Hamburgs CDU-Landesvorsitzender Dennis Thering dem „Tagesspiegel“. Damit reiht sich Thering in die parteiinterne Debatte über die Rolle des Schauspielers im Wahlkampf ein, die in den vergangenen Tagen zunehmend an Schärfe gewonnen hat.
Hallervorden hatte bei mehreren gemeinsamen Wahlkampfveranstaltungen mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) scharf kritisiert. Am Montagabend richtete er seine Angriffe zudem gegen die neue CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann. Sie hatte zuvor unter anderem Hallervordens Völkermord-Thesen zurückgewiesen. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Dessau erklärte Hallervorden daraufhin: „Uns alle wird es noch geben, wenn Frau Hoppermann abgewählt ist.“
Dennis Thering stellte sich demonstrativ hinter die Generalsekretärin. Es sei wichtig gewesen, dass Hoppermann deutlich gemacht habe, wo die CDU in grundlegenden Fragen stehe. Über diese Grundsätze gebe es innerhalb der Partei keine Debatte, betonte der Hamburger Landesvorsitzende.
Die Auseinandersetzung fällt in eine entscheidende Phase des Landtagswahlkampfes in Sachsen-Anhalt. Am 6. September wird dort ein neuer Landtag gewählt. Nach den aktuellen Umfragen liegt die AfD deutlich vor der CDU und erhöht damit den Druck auf die Christdemokraten, ihren Kurs im Wahlkampf klar zu definieren.
Für zusätzliche Diskussionen sorgte Hallervorden auch mit seinen Überlegungen zu möglichen Regierungsbündnissen nach der Wahl. Der Schauspieler sprach sich am Montag für eine Koalition der CDU mit SPD und Grünen unter Duldung der Linken aus. Der CDU riet er, es sich „nicht mit den Linken zu verscherzen“. Diese werde man „wahrscheinlich zur Tolerierung brauchen“. Ministerpräsident Sven Schulze grenzte sich von dieser Position ab und erklärte, dass er mit Hallervorden nicht „immer hundertprozentig einer Meinung“ sei. +++
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