Sonderformate ergänzen Programm der Bad Hersfelder Festspiele im Jubiläumsjahr

Festspiele

Die Bad Hersfelder Festspiele sind um abwechslungsreiche Sonderformate ergänzt worden. Zusätzlich zum regulären Spielplan in der Zeit vom 26. Juni bis 16. August 2026 sollen Musik, Kammerstücke, Lesungen und kreative Mitmachprojekte für Begeisterung bei den Zuschauerinnen und Zuschauern sorgen. Das Angebot ist für einen breiten Publikumsgeschmack entwickelt und jeweils einmalig für einen besonderen Termin ausgesucht.

Am 28. Juni beginnen diese Sonderformate mit dem Gastspiel des hr Sinfonieorchesters unter der Leitung von Chefdirigent Alain Atinoglu unter anderem mit dem musikalischen Bilderbuch „Karneval der Tiere“ nach Camille Saint-Saens für die ganze Familie. Als Moderator konnte der Schauspieler Peter Jordan gewonnen werden.

Am 6. Juli folgt die Rezitation von Nicholas Ofczarek, der Thomas Bernhards Roman „Holzfällen“ vorstellt. Mit bösartiger Genauigkeit seziert der Erzähler aus der Distanz seines Ohrensessels heraus eine „künstlerische Abendgesellschaft“ in der Wiener Gentzgasse. Thomas Bernhards berühmte Prosa wird von Nicholas Ofczarek rezitativisch zum Leben erweckt, während begleitend die Musicbanda Franui u. a. mit einer Spezialität zu hören sein werden, die sie bekannt gemacht hat: dem Zelebrieren von Trauermärschen und Trauermusik.

Nicholas Ofcarek ist – als Burgschauspieler und mit dem Titel eines „Kammerschauspielers“ geehrt – nicht nur in seiner österreichischen Heimat ein Bühnenstar. Der 1971 Geborene wurde von keinem geringeren als Regiestar Claus Peymann gefördert. Von 2010 bis 2012 spielte er bei den Salzburger Festspielen die Titelrolle im Jedermann von Hugo von Hofmannsthal und hatte auch Gastauftritte im Residenztheater München als Kasimir in Kasimir und Karoline unter der Regie von Frank Castorf und Der Weibsteufel. 2013 feierte er einen großen persönlichen Erfolg als Knieriem in der Salzburger Festspielproduktion des Lumpazivagabundus, einer Koproduktion mit dem Wiener Burgtheater.

Zum Jubiläumsfest am 11. Juli in der Stiftsruine entdeckt das Publikum das volle Talent des Ensembles und blickt erwartungsvoll auf ein urkomisches, überraschendes Best-of aus 75 Jahren Festspielgeschichte, bei dem die Zuschauerinnen und Zuschauer aktiv den Verlauf des Abends mitgestalten. Das Auditorium erlebt in der Performance „Meisterstücke & Missgeschicke“ wie Legenden neu erwachen, Patzer und Texthänger in Lachmomente zerbersten und große Schauspielaugenblicke noch einmal lebendig werden. Mit großer Spielfreude, Tempo und Energie und werden Lieblingsmomente aus über sieben Jahrzehnten Theaterkunst neu erfahrbar. Ein Abend voller Erinnerungen, Überraschungen und Vergnügen – lebendig, nah und einzigartig wie das Theater selbst.

Am 13. Juli interpretieren Meret Becker und Dietmar Loeffler die berühmte französische Chansonette Barbara unter dem Titel „Nachtblau – Chanson für eine Abwesende“. Die französische Sängerin Barbara (1930 – 1997) ist der große Einzelfall des französischen Chansons, der bewegende Emotion und feingesponnene Gedankenwelt zu einem einzigartigen musikalischen Erlebnis zusammenführt. Mit ihrer klaren, mitunter tiefdunklen Stimme und ihren die Seele erforschenden Liedern ist Barbara neben Edith Piaf, Juliette Greco und Jacques Brel eine der großen Vertreterinnen des französischen Nachkriegs-Chansons.

Meret Becker und Dietmar Loeffler entdecken eine Künstlerin neu, die sich als französische Jüdin für die Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich eingesetzt hat, wie kaum eine zweite. Das Duo würdigt diese große „unbekannte Bekannte“, die ihre Lieder sowohl auf Deutsch als auch auf Französisch gesungen hat. Die Liste ihrer Film- und Fernsehrollen ist mehr als umfangreich: Meret Becker zählt zur Spitzengarde deutscher Mimen. Geboren 1969 in Bremen ist die Tochter von Monika Hansen und Rolf Becker, Stieftochter von Otto Sander und Schwester von Ben Becker Mitglied einer Schauspieler-Familie und trat bereits mit fünf Jahren mit ihrer ersten Rolle im ZDF auf.

Nach einer Reihe von TV-Auftritten nahm Beckers Filmkarriere ab 1990 Fahrt auf, zum Beispiel in „Kleine Haie“, „Rossini“ oder in Dominic Grafs „Die Sieger“. Die gebürtige Bremerin erhielt den Grimme-Preis und wurde mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. Nun tritt Meret Becker im Rahmen der Bad Hersfelder Festspiele als Chanson-Interpretin auf.

Am 20. Juli gibt es tagsüber einen Beatboxing-Workshop mit „The Razzzones“ für Jugendliche im buchcafé, gefolgt von einem Konzert am Abend. Alles dreht sich um die moderne Musikform des Beatboxens, der mundgemachte Rhythmus des zeitgenössischen Raps. Unter anderem stehen für den Workshop Songs wie beispielsweise „Billie Jean“ von Michael Jackson, „ICE ICE BABY“ von Vanilla Ice oder „Drop it like it’s hot“ von Snoop Dogg auf dem Programm. Der Tag schließt ab mit einem öffentlichen Konzert „Der Razzzones“ im buchcafé, bei dem die Workshop-Ergebnisse eingebaut werden.

Am 27. Juli gastiert Max Mutzke mit Band auf der Bühne der Stiftsruine. Seit mehr als 20 Jahren begeistert der deutsche Sänger und Songwriter Max Mutzke die Menschen mit seiner markanten Stimme und seiner Vielseitigkeit. Vor der beeindruckenden Kulisse der Stiftsruine performt Max Mutzke unter anderem Lieder seines aktuellen Albums „XX“.

Last but not least rundet Gayle Tufts am 3. August mit ihrer Show „Please don’t stop the music“ die neuen Festival-Erlebnisse ab. Die Zuschauerinnen und Zuschauer erwartet ein Abend voller neu interpretierter Klassiker, frischen Songs und überraschenden Geschichten. Glamourös und leidenschaftlich präsentiert Gayle Tufts die wichtigen Themen im Hier und Heute im schillernden Licht der ihr eigenen schrägen Sichtweisen. Getragen wird sie von der musikalischen Untermalung ihres kongenialen Bühnenpartners – dem preisgekrönten Film- und Fernsehkomponisten Marian Lux. +++


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