SPD Flieden für Erhalt der Alten Schule in Rückers

Rathaus Flieden

Große Sorge um ein Stück Heimat: Vor nunmehr einem Jahr wurde die denkmalgeschützte „Alte Schule“ im Fliedener Ortsteil Rückers mit besonderer Dringlichkeit für die Öffentlichkeit gesperrt. Die Botschaft aus der Verwaltungsspitze in Flieden war damals unmissverständlich und alarmierend: „Es besteht massive Einsturzgefahr.“ Besonders der Dachstuhl sei erheblich von Schädlingsbefall betroffen, sodass das Gebäude aus Sicherheitsgründen nicht mehr betreten werden dürfe.

Die Folgen dieser Entscheidung trafen Vereine und Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen hart. Die an die Vereine ausgehändigten Zugangsschlüssel mussten umgehend zurückgegeben werden, eine Nutzung der Räumlichkeiten ist seither nicht mehr möglich. Abgesehen von einem Termin zur Räumung der bislang genutzten Flächen, bei dem Vereinseigentum aus dem Gebäude entfernt werden musste, herrscht seitdem weitgehend Funkstille. Weder Vereine noch Bürgerschaft erhielten weitere Informationen zum Zustand oder zur Zukunft des traditionsreichen Gebäudes – und genau das sorgt inzwischen für wachsende Verunsicherung.

Denn die „Alte Schule“ ist weit mehr als nur ein Gebäude. Für viele Rückerser Bürgerinnen und Bürger ist sie ein Ort voller Erinnerungen und ein bedeutender Teil ihrer persönlichen Geschichte. Jahrzehntelang diente das historische Haus als Schulgebäude, zeitweise wurde es zudem als Lehrerwohnung genutzt. Nach dem Umzug der Schule in den Neubau in der Keutzelbücher Straße entwickelte sich das traditionsreiche Gemäuer zu einem lebendigen Zentrum des Gemeinschaftslebens.

Hier probte der Gesangsverein, hier nutzte die Laienschauspielgruppe die Räume für ihre Aufführungen, und auch der Carnevalverein fand dort eine feste Heimat. Darüber hinaus erfüllte das Gebäude zahlreiche weitere Funktionen: Bandproben, private Feierlichkeiten sowie vielfältige Vereinsveranstaltungen fanden in dem besonderen historischen Ambiente zu Füßen der katholischen Kirche statt. Weihnachtskonzerte, das Patronatsfest oder das bei vielen beliebte Brunnenfest – all das war untrennbar mit der „Alten Schule“ verbunden.

Auch praktisch spielte das Gebäude eine wichtige Rolle: Teile des Hauses dienten als Lagerfläche für gemeinnütziges Vereinseigentum. Dieses befindet sich mittlerweile notgedrungen in privater Obhut, nachdem die Nutzung des Gebäudes eingestellt werden musste.

Seit den dramatischen Ereignissen des vergangenen Jahres und der darauffolgenden Stille rund um das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wächst im Ort die Unsicherheit über die Zukunft der „Alten Schule“. Viele Bürgerinnen und Bürger fühlen sich im Unklaren gelassen und wandten sich daher hilfe- und informationssuchend an die ortsansässigen Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertreter der SPD-Fraktion.

Der Fraktionsvorsitzende Dirk Leitschuh bezieht hierzu klar Stellung und betont die Bedeutung des historischen Bauwerks für die Dorfgemeinschaft: „Wir stehen klar für den Erhalt dieses Gebäudes. Dafür werden wir uns mit ganzer Kraft einsetzen, damit die Alte Schule in Rückers den Bürgerinnen und Bürgern auch künftig in gewohnter Weise zur Verfügung steht. Zudem könnte sie – unter klar definierten Rahmenbedingungen – ein möglicher Ort für die Dorfjugend sein, nachdem mehrere Vorschläge zur Einrichtung eines Jugendraums bislang nicht umgesetzt werden konnten.“

Gemeinsam mit der SPD-Fraktion fordern die Bürgerinnen und Bürger aus Rückers nun konkrete Antworten. Sie rufen Bürgermeister Christopher Gärtner dazu auf, umfassend über den aktuellen Zustand des Gebäudes zu informieren. Darüber hinaus verlangen sie die Möglichkeit einer unabhängigen Sachverständigenprüfung direkt vor Ort, um Klarheit über die Zukunft der „Alten Schule“ zu schaffen – jenes geschichtsträchtigen Ortes, der für viele im Herzen von Rückers weit mehr ist als nur ein Gebäude. +++


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