Die Von-Galen-Schule Eichenzell hat Betinna Faber-Ruffing in den Ruhestand verabschiedet. Dabei hätte die Kulisse für ihre Abschiedsfeier kaum sein können: Für ihre Feierstunde hatte sie die Schlosshütten-Alm am Postenhaus des Schlosses Fasanerie in Eichenzell gewählt, begleitet von strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel, die den verschneiten Schlosspark in ein Winter Wonderland verwandelten. 1959 in Borken in Westfalen geboren, war Bettina Faber-Ruffing der Beruf der Lehrerin bereits in die Wiege gelegt, denn sie stammte aus einer Lehrerfamilie. Sie studierte die Fächer Deutsch und Katholische Religion an der Universität Münster und absolvierte ein Auslandssemester in Innsbruck. Ihr Erstes Staatsexamen für das Lehramt an Haupt- und Realschulen legte sie im Mai 1983 ab. Doch der Weg zu ihrem Traumberuf war steinig, denn Bettina Faber-Ruffing musste anderthalb Jahre auf das Referendariat warten, das sie schließlich im Mai 1986 in Paderborn abschloss. Und auch danach war es sehr schwierig, eine Stelle zu finden, sodass sie ihr beruflicher Weg zunächst an eine Grundschule nach Mainz-Bretzenheim führte.
Als Lehrkräfte wieder gesucht wurden, trat Bettina Faber-Ruffing im Jahr 1993 in den hessischen Schuldienst ein. Die passionierte Lehrerin fand zunächst an der Jahnschule in Hünfeld eine erste schulische Heimat, wurde jedoch 1998 auf eigenen Wunsch an die Von-Galen-Schule Eichenzell versetzt, wo sie 27 ½ Jahre lang unterrichtete. Schulleiterin Bianka Roth überreichte Bettina Faber-Ruffing ihre Versetzungsurkunde in den Ruhestand und bedankte sich auf sehr persönliche und herzliche Weise bei der engagierten und von allen sehr geschätzten Lehrerin. „Ihnen war und ist es stets wichtig, dass Sie den anderen Menschen wahrnehmen und wertschätzen, und das zeichnet Sie aus. Sie waren eine Lehrerin mit Herz und mit einem stets offenen Ohr. Ihr Engagement und Ihre Hingabe zu Ihrem Beruf werden uns fehlen!“
In humorvoller Art und verpackt in die Phasen einer Unterrichtsstunde, beginnend mit der Schulglocke ihres Vaters und einem stummen Impuls, blickte Bettina Faber-Ruffing auf ihre Dienstzeit zurück. So erinnere sie sich beispielsweise gerne an Lesenächte in der Schule, an das Theaterstück, das sie mit ihren Schülerinnen und Schülern zum 25-jährigen Jubiläum der Schule aufführte oder an einen Sponsorenlauf für ein Wasserprojekt in Nigeria, aber auch an die schönen Klassenfahrten, Schüleraustausche und an die vielen Fahrten, die sie zusammen mit ihren Kolleginnen unternommen habe. Darüber hinaus habe sie viele pädagogische Reformen erlebt, aber auch, wie man sie wieder abschaffte. Zum Schluss fragte sie die Anwesenden noch nach Tipps, was sie nun in ihrem Ruhestand alles tun könne und beendete ihre „Unterrichtsstunde“ augenzwinkernd mit dem Stellen der Hausaufgabe.
Für den Personalrat sprach Patricia Grobecker ihren Dank und ihre Glückwünsche aus und überreichte ein Präsent in Form einer Miniatur: Bettina Faber-Ruffing hatte sich eine Sitzbank gewünscht. Fachbereichsleiterin für das Fach Deutsch, Martina Ziemann, und Referendarin Arjeta Sylejmani-Zeqiri überraschten mit einem originellen Gedicht und weiteren Präsenten der Fachschaft Deutsch. Für den Fachbereich Katholische Religion deren Fachleitung Bettina Faber-Ruffing viele Jahre innehatte, hatte sich Patricia Grobecker etwas Besonderes einfallen lassen: Sie hatte Segenswünsche vorbereitet, die unter anderem von den Fachkollegen vorgetragen wurden.
Auch die Tischnachbarinnen der neuen Pensionärin überreichten ein Geschenk: ein von Kunstlehrerin Natalie Gal gemaltes Bild sowie einen Stick mit einem Video, das Lada Turovsky zusammengestellt hatte. Neben guten Wünschen von Lehrkräften und der Klasse H9, deren Klassenlehrerin Bettina Faber-Ruffing bis zum Sommer 2025 war, wurden zahlreiche Eigenschaften genannt, die man mit ihr verband, und darüber nachgedacht, wie viele Schülerinnen und Schüler sie im Laufe der Jahre wohl unterrichtet haben könnte. Für viele Lacher und gute Stimmung sorgten Diana Bott und Sebastian Albrecht mit dem auf Bettina Faber-Ruffing umgedichteten „Mit 66 Jahren“ von Udo Jürgens. +++

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