Merkel gratuliert Merz per SMS zum Wahlsieg

Angela Merkel
Angela Merkel

Trotz großer Differenzen über den Kurs ihrer Partei hat Ex-CDU-Chefin Angela Merkel ihrem Nachfolger Friedrich Merz zum Wahlsieg gratuliert.

„Bundeskanzlerin a. D. Dr. Merkel hat dem Kanzlerkandidaten von CDU und CSU, Friedrich Merz, gestern Abend per SMS zum klaren Regierungsauftrag von CDU und CSU gratuliert und ihm eine glückliche Hand zur Bildung seiner Regierung gewünscht“, sagte eine Sprecherin der Altkanzlerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagsausgaben).

Merz hatte in einer Pressekonferenz auf die Frage, ob Merkel schon gratuliert habe, ausweichend geantwortet. „Also, ich hab` bis jetzt von Angela Merkel keine Glückwünsche gesehen“, sagte der CDU-Chef. Er fügte aber hinzu: „Es kann sein, dass ich sie übersehen habe, weil ich ein paar hundert SMS im Verlauf der letzten Nacht bekommen habe.“

Das schwierige Verhältnis von Merkel und Merz hatte zuletzt einen erneuten Tiefpunkt erreicht, als Merkel ihrem Nachfolger indirekt Wortbruch vorwarf. Dabei ging es um Merz` Zusage, keine zufälligen Mehrheiten mit der AfD im Bundestag zu suchen.

Kiesewetter macht Merz-Manöver für CDU-Ergebnis mitverantwortlich

Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter macht die Inkaufnahme von AfD-Stimmen für eine Mehrheit zu einem migrationspolitischen Antrag der Union Ende Januar mitverantwortlich dafür, dass CDU und CSU bei der Bundestagswahl unter ihren eigenen Erwartungen geblieben sind.

„Diese Mehrheit mit Stimmen der AfD hat die demokratische Mitte in Schwierigkeiten gebracht“, sagte er dem „Tagesspiegel“ (Dienstagausgabe). „Fast nur auf die Migrationsfrage zu setzen und unsere Kernkompetenzen in der Wirtschaftspolitik sowie bei innerer und äußerer Sicherheit hinten anzustellen, war nicht hilfreich.“

Kiesewetter hatte an der Abstimmung im Januar selbst nicht teilgenommen. Von der zu erwartenden Koalition mit der SPD erwartet der CDU-Politiker einen härteren Kurs gegenüber Moskau: „Die nächste Bundesregierung muss ganz neu definieren, wie wir mit der russischen Bedrohung umgehen.“ Da auch Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) die Notwendigkeit für eine „gesellschaftliche Zeitenwende“ erkannt habe, könne er sich eine Zusammenarbeit gut vorstellen: „Mit einer neuen Pistorius-SPD, die sich nun nach der Wahl hoffentlich herausbildet, kann das etwas werden.“ +++


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