Eine große Mehrheit der deutschen Verbraucher ist für schnelle Verbesserungen bei der Reparierbarkeit von technischen Geräten. Das geht aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) hervor, über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten. Demnach halten es 89 Prozent der Deutschen für eher oder sehr wichtig, dass die Bundesregierung ein Recht auf Reparatur einführt.
Laut der Befragung spricht sich eine deutliche Mehrheit der Deutschen zudem dafür aus, dass Hersteller künftig Angaben zur Reparaturfähigkeit und auch verbindliche Aussagen zur Lebensdauer eines technischen Geräts machen müssen: Für den Kauf von Elektroprodukten würde ein Großteil der Verbraucher (90 Prozent) verbindliche Herstellerangaben zur Lebensdauer eher oder sehr wichtig finden. Ebenso wäre für 87 Prozent der Befragten auch eher oder sehr wichtig, ob das Gerät reparierfähig ist, also Ersatzteile oder Software-Updates verfügbar sind.
77 Prozent der Deutschen sagen laut Umfrage, ein Gerät zu reparieren, sei bislang zu teuer. Die Hälfte (50 Prozent) hält eine Reparatur für zu umständlich. 42 Prozent geben an, von einem Fachmann von einer Reparatur abgehalten worden zu sein. 30 Prozent erklären, ein passendes Ersatzteil habe gefehlt.
Mit Blick auf die Kosten bei der Reparatur eines defekten Geräts spricht sich eine Mehrheit der Deutschen zudem für eine staatliche Unterstützung aus. Mehr als drei Viertel der Befragten (78 Prozent) geben an, dass sie ein Elektrogerät reparieren lassen würden, wenn sie einen Zuschuss vom Staat dafür erhalten würden. Auch in Deutschland habe es bereits positive Erfahrungen bei regionalen Modellversuchen gegeben, so die Verbraucherzentrale.
„Eine Reparatur muss sich auch finanziell lohnen“, sagte Keo Sasha Rigorth, Team Mobilität und Ressourcenschutz im VZBV, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Ein bundesweiter Reparaturbonus würde nicht nur viel Müll vermeiden, sondern auch eine neue Reparierkultur stärken. Länder wie Österreich oder Frankreich machen es vor.“
Die europäische Richtlinie zum Recht auf Reparatur sieht vor, dass Reparaturen auch nach Ende der gesetzlichen Gewährleistungsfrist für einige Produktgruppen zu einem angemessenen Preis angeboten werden müssen. Die EU-Länder – also auch Deutschland – müssen die Vorgabe bis Juli 2026 in nationales Recht umsetzen.
Umfrage: Mehrheit lehnt Karenztag ab
Die Mehrheit der Deutschen lehnt den Vorstoß von Allianz-Chef Oliver Bäte ab, Unternehmen durch eine Streichung der Lohnfortzahlung am ersten Krankheitstag zu entlasten. Das zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage für den „Stern“.
Eine große Mehrheit von 72 Prozent hält einen solchen Karenztag demnach nicht für sinnvoll, nur 25 Prozent befürworten ihn, drei Prozent äußern keine Meinung. Bei den abhängig Beschäftigten ist das Stimmungsbild noch eindeutiger: 83 Prozent lehnen Änderungen der bestehenden Regelung ab, die die volle Lohnfortzahlung ab dem ersten Krankheitstag vorsieht.
Auffällig sind die Unterschiede nach Parteianhängern: Mehrheitsfähig ist Bätes Vorschlag einzig unter Anhängern der FDP, die ihn zu 58 Prozent befürworten. Anhänger von Grünen (85 Prozent) und SPD (86 Prozent) lehnen ihn entschieden ab. Auch unter Anhängern der Union (63 Prozent Ablehnung), des BSW (77 Prozent) und der AfD (71 Prozent) erfährt der Vorschlag zur Reform der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall überwiegend Ablehnung.
Die Daten wurden am 9. und 10. Januar 2025 telefonisch erhoben. Datenbasis: 1.001 Befragte. +++

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