Berlin. Bahnchef Rüdiger Grubes Plan B zur Beilegung des Tarifkonflikts mit der Lokführergewerkschaft GDL ist im ersten Anlauf gescheitert. Laut eines Berichts der „Welt“ hat es das Spitzengremium des Deutschen Beamtenbundes (DBB) abgelehnt, seine Mitgliedsgewerkschaft GDL zu einem maßvolleren Kurs im Arbeitskampf mit der Bahn anzuhalten und sich auf eine Schlichtung einzulassen. „Die GDL ist eine eigenständige Gewerkschaft. Es steht dem Dachverband nicht zu, gute Ratschläge zu erteilen oder gar Weisungen zu geben“, sagte ein Mitglied der Bundesleitung des DBB der Zeitung.
„Die Bahn und die GDL müssen diesen Tarifkonflikt allein, aus eigener Kraft lösen.“ Das sei auch die grundsätzliche Haltung des Beamtenbundes. Grubes Ziel war es nach laut „Welt“, die Spitzenleute des DBB davon zu überzeugen, dass im laufenden Tarifkonflikt allen Seiten am besten gedient sei, wenn wieder am Verhandlungstisch um Lösungen gerungen werde. Die Bundesleitung sollte GDL-Chef Claus Weselsky in der Sitzung am Montag dieser Woche davon überzeugen.
Bahn sieht Fortschritte in Verhandlungen mit EVG
Die Deutsche Bahn sieht Fortschritte in den Verhandlungen mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Zu vielen Themen der 16-Punkte-Forderungsliste der sei grundsätzlich Einvernehmen erzielt worden, teilte die Bahn am Dienstag mit. Damit seien die Voraussetzungen geschaffen, um am 21. Mai in Berlin die Tarifrunde abschließen zu können. Auch die EVG sprach von Fortschritten, forderte jedoch eine Nachbesserung des vorliegenden Angebots. Die Bahn hatte eine Lohnerhöhung von 4,7 Prozent bei einer Laufzeit von 29 Monaten angeboten. Die EVG bemängelte jedoch, dass der Tarifvertrag für einen Teil der Beschäftigten – etwa im Dienstleistungsbereich oder im Bereich der Kommunikationstechnik – erst vier Monate später als für die meisten anderen Beschäftigten enden soll. „Eine Spaltung der Belegschaft ist mit uns aber nicht zu machen“, betonte Rusch-Ziemba. Die EVG fordert ein identisches Ende für alle derzeit offenen Tarifverträge. Zudem sei das Angebot zu niedrig und die Laufzeit zu lang. Sollte die Bahn ihr Angebot nicht nachbessern, könne es zu Streiks kommen. +++ fuldainfo

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