Müssten Verbraucher den Weg des Strompreises beschreiben, so würde dieser Pfad wohl nur stark ansteigen. Die Stromkosten steigen und steigen in den letzten Jahren und immer mehr Haushalten bleibt deutlich weniger im Geldbeutel zurück. Da kommt die Nachricht, dass die EEG-Umlage im kommenden Jahr leicht sinken wird, beinahe schon überraschend. Aber was hat es mit dieser Umlage auf sich und warum sinkt sie? Und was können Verbraucher selbst tun, um die Stromkosten im Griff zu halten oder gar zu senken? Dieser Artikel schaut sich das einmal an.
EEG-Umlage 2021 nur noch bei 6,5 Cent
Das ist der eine Teil der Nachricht. Wenngleich die EEG-Umlage sinkt, so sieht der neue Wert verglichen mit dem Altwert nicht besonders drastisch verändert aus. Liegt die EEG-Umlage bislang bei 6,756 Cent, sinkt sie nun auf 6,5 Cent. Aber warum?
- Konjunkturpaket – die Regierung hatte im Konjunkturpaket festgelegt, dass die EEG-Umlage nicht allzu stark steigen darf, beziehungsweise sinken sollte. Durch einen Zuschuss vom Bund wird dies nun im kommenden Jahr getan.
- Entlastung – durch die CO2-Bepreisungen soll die EEG-Umlage auf Dauer entlastet werden. Das wiederum ist für den Verbraucher interessant, denn ohne ein Eingreifen würden die Strompreise noch deutlicher steigen.
- Forderung – der Bundesverband Erneuerbare Energien fordert insgesamt eine Anpassung des Umlagesystems. Dieser Forderung schließt sich der VKU an.
Wer jedoch hofft, dass sich die Bundesförderung auf den Strompreis in einem erheblichen Maß auswirken wird, der hofft vergeblich. Zwar ist ein deutlicher Preisanstieg abgewendet worden, der Verbraucher zahlt aber dennoch viel und teilweise mehr. Und dies hat einen Grund:
Netznutzungsentgelte: Im kommenden Jahr steigen die Netznutzungsentgelte um wohl vier Prozent. Die Steigerung ist jedoch abhängig vom Wohnort. In Mecklenburg-Vorpommern zahlen die Verbraucher nächstes Jahr ganze 18 Prozent mehr, in Bayern und Bremen sinken die Kosten.
In der Rechnung wird davon ausgegangen, dass ein durchschnittlicher Haushalt durchschnittlich 15,00 Euro mehr im Jahr an Nutzungsentgelten zahlen wird. Derselbe Haushalt wird rund 15,00 Euro weniger an EEG-Umlage zahlen, sodass es sich – abhängig vom Wohnort – ausgleichen kann. Es bleibt also beim Verbraucher für Einsparpotenzial zu sorgen.
Was können Verbraucher tun, um die Stromkosten niedrig zu halten?
Wenn auch Verbraucher nicht gezielt auf die Strompreise und deren Entwicklung einwirken können, so haben sie doch die Chance, den günstigsten Anbieter in der Masse zu finden. Einmal jährlich sollten Haushalte einen Strompreisvergleich durchführen – spätestens dann, wenn das Schreiben des bisherigen Anbieters kommt und über die kommenden Preise aufklärt. Aber wie funktionieren der Vergleich und ein eventueller Wechsel?
- Vergleichsportale – auf ihnen können Verbraucher sehr schnell einen Überblick über den Strommarkt erhalten. Wichtig ist nur, die Jahresverbrauchsmenge sehr genau zu schätzen, denn nach ihr richten sich die Tarife.
- Anbietervergleich – Nutzer können gezielt nach Ökostromanbietern suchen, zumeist werden diese aber längst in die Vergleichsübersicht mit eingegliedert. Die Kosten unterscheiden sich oft nur noch minimal, sodass Ökostromanbieter mitunter günstiger sind als andere Anbieter. So lässt sich bereits im Vorfeld der Strompreis online kostenlos berechnen, so dass Verbraucher sich einen Überblick verschaffen können.
- Wechsel – für den Wechsel wird eine Anfrage an den neuen Versorger gestellt. Kommt von diesem eine Bestätigung, kann der alte Vertrag gekündigt werden.
Im Regelfall gehen die Wechsel völlig unproblematisch vonstatten. Wichtiger ist es, die Boni der Anbieter korrekt einzuschätzen:
- Auszahlung – wie werden die Boni ausgezahlt? Eine direkte Anrechnung auf die monatlichen Abschläge ist ratsam. Nun muss bei mehrjährigen Verträgen nur geprüft werden, wie teuer die Kosten des Folgejahres sind.
- Bedingung – manchmal wird ein höherer Bonus erst ausgezahlt, wenn der Vertrag ins nächste Vertragsjahr geht. Wer sich nicht längerfristig binden möchte und keine automatische Verlängerung wünscht, der erhält nun den Bonus nicht.
- Prämien – auch sie sind interessant. Allein die Prämie darf auch nicht über den Stromvertrag entscheiden. Und: Prämienbezeichnungen genau lesen. Steht dort nur »ein modernes Smartphone« kann das viel bedeuten. Beziffert die Prämie hingegen das Smartphone genau, ist das aussagekräftiger.
Weitere Stromspartipps
Um Stromkosten zu sparen, haben Verbraucher das Mittel des Stromanbieterwechsels zur Verfügung. Doch all dies bringt nichts, wenn der Stromverbrauch hoch oder zu hoch ist. Die günstigste Lösung ist, am Strom selbst zu sparen. Das heißt:
- Geräte ersetzen – niemand muss seine Elektrogeräte alle entsorgen und entsetzen. Beim ohnehin anstehenden Neukauf eines Geräts sollte allerdings auf den Stromverbrauch geachtet werden.
- Beleuchtung – sie sollte auf LED-Lösungen umgestellt werden. Oft hilft es auch, einzelne Lampen oder Beleuchtungen per Zeitschaltuhr oder intelligenten Lösungen zu bedienen. Das hilft dabei zu verhindern, dass Leuchten brennen bleiben, obwohl niemand zu Hause ist.
- Gerätenutzung – bei Kühl- und Gefrierschränken lässt sich der Energieverbrauch senken, wenn die Geräte korrekt genutzt werden. So ist es sinnvoll, den Kühlschrank gut zu füllen, wobei beim Gefrierschrank die Luft zirkulieren muss, damit sich kein Eis bildet. Auch Waschmaschinen und Trockner sollten niemals nur halb gefüllt genutzt werden. Jeder Wasch- oder Trockengang zieht Strom.
Stromsparen muss nicht mit Abstrichen im Zusammenhang stehen. Es gibt heute wunderbare Lösungen, die den Stromverbrauch senken, ohne dass Haushalte sprichwörtlich im Dunkeln sitzen. Der wichtigste Aspekt ist immer, neue Elektrogeräte gezielt anhand ihres Stromverbrauchs und des Nutzens auszuwählen. Das kann auch bedeuten, dass der nächste Kühlschrank kleiner wird. Ist der jetzige für zwei Personen viel zu groß, so kann ein kleineres Modell nicht nur Platz, sondern auch Energie sparen.
Trotz EEG-Umlage: Anbieter vergleichen und Strom sparen
Die Mitfinanzierung der EEG-Umlage durch den Bund hilft zwar, den Strompreis vor dem starken Anstieg zu bewahren, dennoch wird auch in den kommenden Jahren der Strom immer teurer. Verbraucher müssen also ihre Handwerkzeuge nutzen und die Säge dort ansetzen, wo sie eingreifen können. Das beste Mittel ist der jährliche Stromanbietervergleich mit einem Wechsel zu einem günstigeren Anbieter. Wer zusätzlich bei sich selbst ansetzt und nach Möglichkeiten sucht, um Strom zu sparen, der wird am Ende auch mehr Geld in der eigenen Tasche zurückbehalten. +++ pm

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