Die Kicker des Hünfelder SV haben sich eigentlich prima geschlagen in ihrer Aufgabe der Hessenliga bei Regionalliga-Absteiger Bayern Alzenau. Nur: Sie haben mit 1:2 (0:1) verloren. Erste und oberflächliche Skizzen: Nachdem Max Lindemann Aygüls Führung ausgeglichen hatte nach knapp 70 Minuten, musste der HSV acht Minuten vor Ende der regulären Spielzeit Ferukoskis Treffer zur knappen Niederlage hinnehmen im letzten Spiel der Vorrunde. Nach dem tollen Saisonstart muss der HSV mehr denn je Punkte für den Klassenerhalt sammeln. Im Heimspiel am nächsten Samstag gegen Fernwald sollten deshalb drei Punkte her.
Nicht nur Benjamin Fuß war angefressen. Nicht nur Hünfelds Trainer. Er vielleicht besonders, weil er sich rund um die Uhr mit dem Thema Fußball beschäftigt. Und die, das einzuschätzen vermögen, was er durchlebte, können das nachvollziehen. „Wir haben wieder ein gutes Spiel gemacht“, sagte er, „wir waren dem 2:1 näher. Und du machst dann so einen einfachen Fehler. Und die werden dann halt bestraft“. Auf dem Niveau der Hessenliga halt. Hierüber sprach er: Sein Team kassierte das spielentscheidende 2:1 – nach einem langen Abschlag des Alzenauer Torwarts Samarelli; der HSV war in seiner letzten Reihe in einer 3:2-Überzahl, Hünfeld aber verteidigte diese Situation schlecht, Marco Ferukoski nutzte das Fehlverhalten und traf zur Entscheidung.
Eine bittere Situation, die man allerdings realitätsnah einordnen sollte. Das Thema ist in dieser Situation nicht Glück. Das Thema heißt Qualität. „Es ist ja nicht so, dass wir unseren Gegnern unterlegen sind“, schob Fuß nach, „es sind diese einfachen Fehler, durch die wir uns das Leben selbst schwer machen“. Auch mit dem Lob des Alzenauer Trainers Michael Fink konnte Hünfelds Coach nicht so viel anfangen. Der HSV habe ein gutes Spiel gemacht, bekannte der Übungsleiter des Kontrahenten.
Es hilft nichts, jetzt draufzuhauen auf die Hünfelder Mannschaft – das hat noch niemandem geholfen. Aber genauso hilft es, die Wahrheit zu verschweigen – auch dadurch ist noch niemand besser geworden. Wenn man solche Fehler mache, sei es halt kein verdientes Unentschieden, sondern eine verdiente Niederlage, wertete Fuß den Spielausgang. Trainer haben immer recht. Früher galt das noch als Gesetz, heutzutage scheint das völlig aus der Mode gekommen zu sein.
FC Bayern Alzenau: Samarelli – Aygül, Sitter, Ferukoski (90. Tafrali), Brauburger, Obolkin, Babot (46. Pusch Rodriguez, 67. Schumacher), Ljubicic (90.+1 Trageser), Boutakhrit, Idahosa, Wilke
Hünfelder SV: Maul – Zentgraf, Häuser, Banh, Lindemann – Paliatka (67. Kemmerzell), Uth – Kümmel (85. Witkowski), Kassa, Fröhlich – Costa Sabate
Schiedsrichter: Patrick Haustein
Tore: 1:0 Ahmet Aygül (45.), 1:1 Max Lindemann (69.), 2:1 Marco Ferukoski (82.)
Gelb-Rot: Ahmet Aygül (Alzenau, 90.+1) +++ rl

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