Die Nachricht vom plötzlichen Tod Hubert Aiwangers hat mich tief getroffen. Mit gerade einmal 55 Jahren wurde er mitten aus dem Leben gerissen. Wir sind fassungslos und in tiefer Trauer.
Wir erinnern uns voller Dankbarkeit an den Neujahrsempfang im Januar 2026 in der Münchner Residenz. Seine mitreißende Rede dort hallt immer noch nach. Der Saal bebte. Es gab stehende Ovationen für einen Mann, der die Menschen im Kern berührte. Er sprach nicht von oben herab. Er sprach auf Augenhöhe. Zuletzt durften wir uns glücklich schätzen, ihn als Schirmherrn für unsere gemeinsame Großveranstaltung mit Bonita Grupp an unserer Seite zu haben. Er zögerte nicht. Er stand zu seinem Wort. Verlässlich. Engagiert. Ein Schirmherr, der diese Aufgabe nicht als Pflichttermin verstand, sondern als Herzensangelegenheit.
Hubert Aiwanger war kein Politiker aus der Retorte. Er war ein Original. Ein Typ, wie die „Welt“ ihn einmal treffend beschrieb: Jemand, der beim Reden nicht nach dem Champagner greift, sondern sein Glas Apfelsaft (Opfelosaft, wie er sagte) wie ein Stück Heimat festhält.
Er war bodenständig, unkonventionell, direkt. Er hat den politischen Betrieb aufgemischt. Er war der Anwalt des ländlichen Raums, des Handwerks und des Mittelstands. Er verbrachte seine Zeit nicht im Elfenbeinturm, sondern suchte das Gespräch auf Marktplätzen, in Fabrikhallen und bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Ein Vollblutpolitiker mit Ecken und Kanten – nahezu vergleichbar mit Franz Josef Strauß. Nur wenige politische Persönlichkeiten können heute noch mit solchem Charisma, wohltuender Spontanität und mitreißender Tatkraft aufwarten.
Natürlich war er nicht unumstritten. Er war pointiert. Er hat polarisiert. Seine Worte waren oft scharf, manchmal derb und an den Rändern bewusst provokant. Er teilte aus und steckte aber auch ein. Man musste nicht jede seiner Positionen teilen. Man konnte sich an ihm reiben. Aber er meinte, was er sagte. Und er sagte, was er meinte. Er war kein Phrasendrescher, sondern ein echter Pragmatiker mit Prinzipien. Er besaß den Mut, Wahrheiten auszusprechen, die andere lieber verschwiegen.
Umso unerträglicher und beschämender ist das Schauspiel, das sich nun nach seinem plötzlichen Tod im Netz abspielt. Wie linke Ideologen und Akteure wie „Die Partei“ jetzt über den gerade Verstorbenen herziehen, ist einfach nur widerwärtig. Es ist bösartig. Es ist zutiefst menschenverachtend. Hier wird kein politischer Diskurs mehr geführt. Hier bricht sich purer, ungefilterter Hass Bahn. Aber auch manche Kommentare in den öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Rundfunkanstalten sind geradezu peinlich.
Diese hämische Freude über den Tod eines Menschen offenbart eine moralische Bankrotterklärung. Zugleich ist sie Ausdruck einer erschreckenden Verrohung unserer Gesellschaft, die mich bestürzt und fassungslos macht. Politische Gegnerschaft darf niemals die elementare menschliche Würde und den Respekt vor dem Tod auffressen. Wer über den Tod eines Vaters und Lebenspartners triumphiert, hat jeden moralischen Kompass verloren. Es ist eine Schande. Es gehört sich nicht. Niemals.
Wir blicken mit Respekt und Dankbarkeit auf den Menschen Hubert Aiwanger. Auf seine unbändige Tatkraft, seine echte Bürgernähe und nicht zuletzt seinen einzigartigen Humor und seine Schlagfertigkeit. Wir verneigen uns vor seiner großen Lebensleistung für Bayern und für unser Land.
Unsere Gedanken und unser tiefes Mitgefühl gelten in diesen schweren Stunden seiner Lebenspartnerin Tanja Schweiger, seinen beiden Söhnen und der Familie. Sein Abschied ist nicht nur für die direkt Betroffenen ein großer Verlust. Mit stillem Gruß Klaus H. Radtke +++

Eines sollte man auch nicht vergessen: Aiwanger war im Gegensatz zu vielen heutigen „Berufspolitikern“ ein Mann mit einem soliden Hintergrund. Er war nämlich in erster Linie Landwirt mit eigenem Hof. Daher kannte er genau die vielen Tücken der EU Bürokratie und wusste auch sehr genau, wie man „dem Volk auf´s Maul schaut“.
Gerade „Berufspolitiker“ in Berlin ohne richtigen Beruf hat er mal bei Markus Lanz als Taugenichtse bezeichnet. Und da hatte er wohl recht.
Und sein größter Verdienst war, dass er als Einziger der AFD Paroli bieten konnte, was sich auch in den Wahlergebnissen in Bayern widerspiegelte.
Solche Originale sind für Bayern aber auch für Deutschland ein herber Verlust.
Ruhe in Frieden daher lieber Hubert Aiwanger!
Ja, so einer fehlt uns tatsächlich!