106.000 weniger Arbeitslose als vor einem Jahr

Agentur für Arbeit

Nürnberg. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 106.000 auf 2,911 Millionen gesunken. Gegenüber dem Vormonat Januar sei die Arbeitslosenzahl um 9.000 gesunken, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mit. Demnach sank die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 6,6 Prozent. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit sei auch durch die vergleichsweise milde Witterung begünstigt gewesen. „Der Arbeitsmarkt hat sich vor dem Hintergrund eines moderaten Wirtschaftswachstums insgesamt weiter positiv entwickelt. Die Arbeitslosigkeit ist im Februar saisonbereinigt erneut zurückgegangen“, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise mit Blick auf die Zahlen.

Hessen gehen langsam die Azubis aus

Die aktuell vorliegenden Zahlen für den Monat Februar bestätigen immer mehr die Prognose, dass es bereits in diesem Jahr eng auf dem Ausbildungsmarkt werden wird. Bis jetzt meldeten die hessischen Betriebe etwa +1.800 (+7, 1 Prozent) Lehrstellen mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Bewerber stieg demografisch bedingt lediglich um +286 (+1,1 Prozent) an. Derzeit liegt die Zahl der bei den Agenturen erfassten betrieblichen Ausbildungsstellen damit höher als die Zahl der Bewerber, auch wenn sich dies in den kommenden Monaten durch späte Meldung von Bewerbern noch verschieben wird. Immer mehr Schülerinnen und Schüler entscheiden sich für weiterführende Schulen oder ein Studium. Das Nachsehen haben die Betriebe, die ihren Nachwuchs durch die duale Ausbildung gewinnen wollen. „Nach der aktuellen Datenlage und zusätzlich bedingt durch die demografische Entwicklung werden wir nicht allen Ausbildungsbetrieben einen geeigneten Bewerber vorschlagen können. Umso wichtiger wird es sein, die derzeit ankommenden Flüchtlinge so schnell wie möglich in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu integrieren, um diese immer größer werdende Lücke zu schließen“, sagt Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen. Die Zahl der Flüchtlinge wirkt sich derzeit noch sehr langsam, aber bereits messbar auf die Gesamtarbeitslosigkeit in Hessen aus. Im Vorjahresvergleich sank die Zahl arbeitsloser Menschen aus den europäischen Asylzugangsländern (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Russische Föderation, Serbien, Ukraine) um -3,2 Prozent auf 5.414. Der Anstieg aus den außereuropäischen Asyl-Zugangsländern (Eritrea, Nigeria, Somalia, Afghanistan, Iran, Irak, Pakistan, Syrien) erhöht sich stetig und hat mit einem Plus von 34,0 Prozent die Zahl auf 11.264 Personen steigen lassen. Insgesamt 31,8 Prozent (58.127) aller Arbeitslosen in Hessen haben keinen deutschen Pass. Ihre Zahl stieg im Vorjahresvergleich kontinuierlich an. Hauptsächlich in der Grundsicherung (SGB II) macht sich der Zuwachs zum Vorjahr bemerkbar: + 8,2 Prozent (3.528). Frank Martin, sieht den hessischen Arbeitsmarkt weiterhin auf einem guten Kurs und die Nachfrage nach Arbeitskräften ungebrochen: „Die Arbeitskräftenachfrage befindet sich nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau. Es gibt derzeit keine Anzeichen, dass sich die Einstellungsbereitschaft der Betriebe und somit auch der Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung kurzfristig verändern. Auch wenn die mittel- und langfristigen Prognosen der etablierten Wirtschaftsinstitute Eintrübungen prognostizieren, wird der hessische Arbeitsmarkt in den nächsten Monaten nicht ins Wanken geraten.“

Arbeitslosigkeit in Hessen

Mit insgesamt 182.811 arbeitslosen Frauen und Männern erreichte die Arbeitslosigkeit in Hessen ihren niedrigsten Stand in einem Februar seit 24 Jahren. Das waren 351 Personen (+0,2 Prozent) mehr als im Januar und 5.802 (-3,1 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote blieb bei 5,6 Prozent. Im Vorjahresmonat lag die Quote noch bei 5,8 Prozent. Saisonbereinigt ergab sich zum Vormonat keine Veränderung, zum Vorjahr gab es einen Rückgang um 5.000. Der milde Winter und die seit dem letzten Jahr stabile Nachfrage nach Arbeitskräften wirken sich weiterhin positiv auf die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen aus. Vom positiven wirtschaftlichen Gesamtklima profitieren weiterhin auch Älter über 50 Jahren und Langzeitarbeitslose. Ihre Zahl sank nochmals im Vergleich zum Vormonats- sowie Vorjahresvergleich. Im Vormonatsvergleich stieg die Arbeitslosigkeit bei drei der betrachteten Personengruppen an: Jugendliche: +6,3 Prozent, Ausländer: +1,0 Prozent Männer: +0,7 Prozent. Ein Rückgang konnte bei Langzeitarbeitslosen und über 50-jährigen: -0,6 Prozent sowie Frauen: -0,4 Prozent, festgestellt werden. Der Vorjahresvergleich zeigt weiterhin einen Rückgang für die ausgewählten Personengruppen: Frauen: -3,3 Prozent, Männer: -2,9 Prozent Jugendliche: -5,0 Prozent, Ältere über 50 Jahren: -1,8 Prozent, Langzeitarbeitslose: -2,5 Prozent. Einzig die Gruppe der arbeitslosen Menschen ohne deutschen Pass musste weiterhin einen Anstieg zum Vorjahr verzeichnen: +5,2 Prozent. Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, belief sich im Februar auf 234.000 Personen. Das waren 10.562 (-4,3 Prozent) weniger als vor einem Jahr.

Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Bad Hersfeld-Fulda Quote stabil bei 4,0 Prozent

Die Zahl der Arbeitslosen in der Region Osthessen ist im Februar nahezu unverändert geblieben. Insgesamt sind im Bezirk der Arbeitsagentur aktuell 7.269 Menschen erwerbslos – 13 Personen mehr als im Januar, wobei die Arbeitslosigkeit im Landkreis Fulda gesunken ist, während sie im Landkreis Hersfeld-Rotenburg saisonbedingt anstieg (s. folgende Seiten). Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 463 Personen weniger arbeitslos. Die Arbeitslosenquote liegt – wie im Januar – bei 4,0 Prozent (Vorjahr; 4,3 Prozent). „Der Winter hat in diesem Jahr geringere Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt gezeigt. Durch die milde Witterung konnten zahlreiche Betriebe auch in den Außenbereichen fast durchgängig arbeiten. Wir gehen davon aus, dass auch die zu Beginn der kälteren Jahreszeit freigesetzten Arbeitskräfte, die noch nicht wieder beschäftigt sind, in den nächsten Wochen wieder eingestellt werden“, erklärt Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda. Während die Arbeitslosigkeit bei Männern sowie bei älteren Personen über 50 Jahren im Vergleich zum Januar zurückging, stieg sie in allen anderen Personengruppen an, am stärksten bei Menschen ohne deutschen Pass. Durch die Beendigung von Ausbildungsverhältnissen nahm die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren um 32 auf 703 zu. Die Agentur für Arbeit geht davon aus, dass in den nächsten Wochen und Monaten ein Großteil der Betroffenen wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden kann. Dafür spricht der Fachkräftebedarf in der Region. +++ fuldainfo


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