Es sind diese leisen Abende, die sich nicht aufdrängen – und gerade deshalb lange nachwirken. In der Severikirche wird die Andachtsreihe „Musik, Hoffnung & Segen“ am Dienstag, 24. März 2026, fortgesetzt. Ein Format, das sich längst einen festen Platz im geistlich-kulturellen Leben der Region erarbeitet hat – getragen von Meins G. S. Coetsier und dem Ensemble Divine Concern & Friends.
An diesem Abend steht die Sängerin Daniela Röll Diegelmann im Mittelpunkt. Unter dem Titel „Nah ist die Ferne, weit der Friede?“ wird sie unter anderem französische Lieder interpretieren – ein Programm, das sich nicht nur musikalisch, sondern auch thematisch zwischen Nähe und Distanz, Sehnsucht und Hoffnung bewegt.
Dass die Reihe regelmäßig zahlreiche Besucher aus Fulda und darüber hinaus anzieht, liegt nicht zuletzt an ihrer besonderen Dramaturgie. Musik, Texte und Stille greifen ineinander, ohne sich gegenseitig zu überlagern. Es ist kein Konzert im klassischen Sinne, eher ein offener Raum, in dem sich Gedanken entfalten dürfen.
Für Röll Diegelmann ist dieser Raum mehr als eine Bühne. Kirchen seien für sie Orte, an denen Musik eine andere Tiefe erreiche, sagt sie. Wer in sakralen Räumen singe, begegne nicht nur der eigenen Stimme, sondern auch einem Echo, das sich schwer erklären lasse. Es sei, als würden die gesungenen Worte weitergetragen – und zugleich zu einem selbst zurückkehren. Jeder dieser Auftritte habe für sie etwas Einmaliges, fast Intimes.
Dass sie an diesem Abend auch auf Französisch singen wird, beschreibt sie als Balanceakt. Die Sprache sei ihr nicht vollständig vertraut, gerade darin liege aber ein Reiz. Sie spricht von einer Leichtigkeit, die die französischen Worte mit sich brächten – von einer eigenen musikalischen Energie, die sich nicht übersetzen lasse, sondern erlebt werden müsse. Im Zusammenspiel mit der Musik entstehe etwas, das über das reine Singen hinausgehe.
Wenn sie über Musik spricht, verlässt Röll Diegelmann schnell die Ebene des Handwerks. Für sie ist sie Trost, Sehnsucht, Halt. Worte, die nicht pathetisch wirken, sondern eher wie ein vorsichtiges Eingeständnis. Die Musik habe sie durch schwierige Phasen getragen, sagt sie, habe aufgefangen, wo anderes nicht mehr griff. In ihr finde sie Orientierung – und eine Form von Beständigkeit, die das Leben selbst oft vermissen lasse.
Das Thema des Abends greift genau diese Zwischentöne auf. „Nah ist die Ferne, weit der Friede?“ – eine Frage, die sich nicht eindeutig beantworten lässt und vielleicht gerade deshalb trägt. Die Andacht lädt dazu ein, sich ihr auszusetzen, ohne sofort nach Lösungen zu suchen.
Beginn ist um 19:30 Uhr in der Severikirche am Severiberg. Der Eintritt ist frei. Und vielleicht ist es gerade diese Offenheit, die den Reiz der Reihe ausmacht: dass man kommen kann, ohne etwas mitbringen zu müssen – außer der Bereitschaft, für einen Moment stehen zu bleiben. +++

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