Wirtschaftsministerium plant günstigen Öko-Strom für Industrie

Robert Habeck (Grüne)

Das Bundeswirtschaftsministerium will die deutsche Industrie künftig mit günstigerem Strom entlasten. „Über einen Industriestrompreis soll der Industrie günstiger Strom aus erneuerbaren Quellen zugänglich gemacht werden“, heißt es in einem Papier des Ministeriums, über das die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten. Die Förderung der erneuerbaren Energien solle auf Differenzverträge umgestellt werden. „Der Preis, der in den Ausschreibungen erzielt wird, würde an die Industrie weitergegeben“, heißt es in dem sogenannten „Werkstattbericht“ des Wirtschaftsministeriums unter dem Titel „Wohlstand klimaneutral erneuern“.

Auch müsse die Erneuerung des Energiesystems vorangebracht werden. So solle etwa Mieterstrom attraktiver und die Einrichtung von Balkon-Photovoltaikanlagen erleichtert werden, heißt es weiter in dem 42-seitigen Papier. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) attestierte der Wirtschaft trotz der Energiekris e und des Ukraine-Krieges Fortschritte beim klimaneutralen Umbau. „Beim Ausbau von Wind- und Solarenergie haben wir das Tal durchschritten, es geht wieder aufwärts. Viele Weichen für die Beschleunigung von Verfahren wurden gestellt, Investitionsbedingungen verbessert“, sagte Habeck den Funke-Zeitungen. „Auch in Unternehmen haben sich viele auf den Weg gemacht und investieren in klimaneutrale Technologien.“

Es sei keine leichte Zeit. Trotzdem gebe es in der Gesellschaft ein Bedürfnis zur Veränderung, sagte der Grünen-Politiker. „Menschen haben sich in der Energiekrise eingeschränkt, um Energie zu sparen und die Unabhängigkeit zu stärken. Es werden Zigtausende Wärmepumpen eingebaut, Fenster und Türen ausgetauscht, Häuser energetisch saniert, Solaranlagen werden auf die Dächer geschraubt oder auf Balkone gesetzt“, so Habeck. Zugleich sei aber noch viel zu tun: „Konkret geht es jetzt darum, weitere Barrieren, die eine nachhaltige Wertschöpfung und Energieversorgung behindern, aus dem Weg zu räumen, Innovationen und Investitionen zu stärken und anzureizen.“ +++