Weiterer Zeuge im Fall Amri könnte vor Befragung abgeschoben werden

Amri
Anis AMRI

Berlin. Bei der Aufarbeitung des Terroranschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember 2016 droht eine neue schwere Panne. Wie das Nachrichtenmagazin Focus berichtet, könnte ein Zeuge, den der Berliner Untersuchungsausschuss vernehmen will, noch vor der Befragung abgeschoben werden. Das geht nach Angaben von Focus aus dem Schreiben der Berliner Generalstaatsanwältin Margarete Koppers an den Ausschuss hervor. Darin heißt es, „dass der Zeitraum des Verbleibs des Beschuldigten in staatlichem Gewahrsam nicht verlässlich bestimmbar ist“. Bereits am 6. Dezember 2017 habe sie „die Zustimmung zu aufenthaltsbeendenden Maßnahmen“ erteilt, schreibt Koppers. Bei dem Zeugen handelt es sich nach Focus-Angaben um einen Mann, der dem späteren Attentäter Anis Amri ein Handy verkauft haben soll, das später am Tatort gefunden wurde. Im Dezember 2017 hatte Focus berichtet, wie ein Amri-Vertrauter in einer Nacht- und Nebelaktion abgeschoben worden war, noch bevor er durch Ausschussmitglieder vernommen werden konnte. +++


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2 Kommentare

  1. Gestern wurde im TV Sender Phoenix eine Dokumentation mit dem schönen Namen „Terrorjagd im Netz“ gezeigt, die detailliert aufzeigt, warum schon 2001 die NSA beim Anschlag auf das World Trade Center versagt hat, obwohl die NSA intern damals bereits eine Analysesoftware namens ThinThread entwickelt hatte, die aus dem Wust gesammelter Daten die wichtigen Daten herausfiltern kann, um einen Terroranschlag zu verhindern.

    Denn für Geheimdienste, die Telefon- Handy- und Internetdaten überwachen besteht generell das Problem, aus dem Riesenberg an Informationen diejenigen herauszufiltern, die zur Verhinderung von Anschlägen relevant sind. Alles andere sind wertlose Daten.

    Wer also eine Antwort darauf sucht, sollte sich diesen Film, der auch im Netz verfügbar ist, mal ansehen.

    Die Amerikaner übrigens hatten 2001 bereits alle Informationen, um den WTC-Anschlag zu verhindern. Ähnlich wie bei Amri jedoch wurden die bestehenden Möglichkeiten nicht genutzt. Wobei es in Deutschland bei Amri wohl eher zusätzlich Kompetenzwirrwarr zwischen den Behörden ist, der effektive Aufklärung verhindert hat.

    Wovon bis heute Terroristen und andere Verbrecher profitieren.

  2. Das ist keine Panne. Im Falle Amri war der Verfassungsschutz tief involviert. Ein V-Mann hatte Amri seinerzeit sogar nach Berlin chauffiert. Die Sicherheitsbehörden haben so viele Fehler gemacht und teilweise auch zu vertuschen versucht (z. B. Berliner Polizei), dass wohl alles Mögliche unternommen wird, um die Angelegenheit verschleiert und vertuscht zu beerdigen.

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